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Art.-Nr.: LOCOLTTD

The Tarrasch Defence: Move by Move

254 Seiten, kartoniert, Everyman, 1. Auflage 2013.

Aus der Reihe »Move by Move«

17,95 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

This series provides an ideal platform to study chess openings. By continually challenging the reader to answer probing questions throughout the book, the Move by Move format greatly encourages the learning and practising of vital skills just as much as the traditional assimilation of opening knowledge. Carefully selected questions and answers are designed to keep you actively involved and allow you to monitor your progress as you learn. This is an excellent way to study any chess opening and at the same time improve your general chess skills and knowledge.

The Tarrasch is an ambitious defence to the Queen's Gambit. Black's concept is a fearless one - he willingly accepts an isolated queen's pawn but in return seizes space in the centre and gains freedom of development for all his pieces. In this book, International Master and Tarrasch expert Sam Collins invites you to join him in examining this popular opening and its many variations. Using illustrative games, Collins highlights the typical plans and tactics for both sides, answers all the key questions and tells you everything you need to know about playing the Tarrasch Defence.

  • Essential guidance and training in the Tarrasch Defence

  • Utilizes an ideal approach to chess study

  • Includes repertoire options for Black

Details
Sprache Englisch
Autor Collins, Sam
Verlag Everyman
Reihe Move by Move
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 500 g
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Seiten 254
ISBN-13 978-1781941423
Erscheinungsjahr 2013
Einband kartoniert
Inhalte

003 About the Author

005 Bibliography

007 Series Foreword

009 Introduction

017 Structural Introduction

026 1 - 9. Bg5 cxd4

082 2 - 9. Bg5 c4

098 3 - 9. Bg5 Be6

110 4 - 8. dxc5/9.dxc5

155 5 - Other 8th/9th move options

174 6 - Symmetrical Tarrash

196 7 - Tarrash sidelines

218 8 - Reti set-ups

231 9 - In place of an epilogue

250 Index of Variations

254 Index of Complete Games

Die Tarrasch-Verteidigung im Damengambit, mit den charakteristischen ersten Zügen 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 c5, war in den 80er Jahren eine der Hauptwaffen des Himmelsstürmers Kasparow. Nachdem sich der damalige Weltmeister anderen Eröffnungen zugewandt hatte, sank auch die Beliebtheit dieses sehr universell einsetzbaren Eröffnungsaufbaus; man kann die Tarrasch-Verteidigung im Grund genommen gegen alles außer 1. e4 spielen. Widerlegt wurde sie nie, warum sollte man sie dann nicht spielen? Viele Amateurspieler tun es und stützen ihre Eröffnungskenntnisse möglicherweise auf Harald Keilhacks Buch über die gleiche Thematik, das immer noch unerreicht, aber vermutlich vergriffen ist, uns bekannte Händler bieten es nicht an. Da kommt Collins mit seinem aktuellen Buch (Partiematerial bis 2013) gerade recht.

Otto Borik

Schachmagazin 64

01/2014


Vergangene Erfahrungen mit mehreren Büchern und DVDs von englischen IM´s haben bei mir zu folgenden Erkenntnissen geführt:

Englische Titelträger erzählen / schreiben allesamt sehr unterhaltsam, dafür sind die Bücher inhaltlich lückenhaft und tragen wenig bis gar nicht zur Weiterentwicklung der besprochenen Thematik bei.

Sam Collins hat offenbar meine Gedanken gelesen und beschlossen, alle meine Vorurteile zu widerlegen.

Die Nachteile dieses Buches vorneweg:

- Die Erläuterungen, in denen Collins zu Beginn die Daseinsberechtigung der Tarrasch-Eröffnung statistisch rechtfertigen will, sind reichlich überflüssig. Besser wäre gewesen, er hätte erläutert, für welche Art Schachspieler die Tarrasch-Eröffnung gut ist: Vorzugsweise für gute Positionsspieler mit Geduld. Wer wilde Varianten sucht, muss sich hier anstrengen. Dafür sind die Pläne für Schwarz von überschaubarer Komplexität.

- Das "move by move“ System, Fragen von "imaginären“ Schülern in den Text einzubauen, die dann beantwortet werden, ist in diesem Buch unpassend. Die Fragen wirken künstlich eingebaut und stören daher bestenfalls kaum. Lakdawala´s "The Slav Defence“ ist hier ein Musterbeispiel, wie es sein sollte.

Die Dinge, die als Vor- oder als Nachteile gesehen werden können:

- Collins schreibt sehr sachlich und wenig amüsant. Auch hier sollte sich der Autor z. B. an Lakdawala ein Beispiel nehmen. Es soll aber Schachspieler geben, die sachliche Texte bevorzugen. Daher ist dieser Punkt eher eine persönliche Wertung.

- Collins hat ein Repertoirebuch für Schwarz geschrieben. Dadurch fehlt es etwas, aber weniger als bei vielen anderen Repertoirebüchern, an Objektivität in der Darstellung. Manche mögen das aber auch, weil es die eigene Überzeugung unterstützt.

- In den einzelnen Kapiteln werden nicht move by move, sondern oft nicht die konkreten Motive beschrieben. Stattdessen bleibt es oft nur bei Partiebeispielen mit einer abschließenden kommentarlosen Bewertung. Hier hebt sich das Buch leider nicht von anderen Eröffnungsbüchern ab. Collins liefert aber mindestens so viel wie die meisten anderen seiner Eröffnungsbücher schreibenden Kollegen! Mein Anspruch ist hier aber auch sehr hoch: Beim Eröffnungsstudium reicht meines Erachtens nach einer bestimmten Anzahl von Zügen der Verweis auf einzelne Partien, wenn bis dahin erklärt wird, warum die jeweiligen Züge gespielt wurden.

Und hier die sehr beachtlichen Vorteile:

- Die Einleitung mit den Erläuterungen über die typischen Strukturen sind das Beste, was ich in vielen Jahren und noch mehr Büchern gelesen habe. En passant, geradezu unauffällig, webt Collins dazu noch sehr gute generelle Ratschläge über gute Eröffnungsbehandlung in seinen Text. Bravo, bravo, bravo!

- Das Buch gibt eine umfassende Einsicht in die Eröffnungstheorie mit vielen Partieverläufen. Hier macht Collins´s Buch einen sehr ausführlichen und lückenlosen Eindruck.

- Collins scheut sich nicht, an vielen Stellen andere Autoren zu zitieren, die zu der gerade besprochenen Stellung bereits ihre Meinung mitgeteilt haben. Das demonstriert intensive Recherche und das entspannte Selbstbewusstsein des Autors.

- Collins macht früh klar, dass neben der Lektüre seines Buches auch weiteres Analysieren von einschlägigen Partien für gutes Verständnis erforderlich ist. Er beschreibt dabei auch, was genau er empfiehlt.

Fazit: Collins bleibt in einem konservativen Eröffnungsbuch-Format, ist im Tonfall sehr sachlich und hat dabei sorgfältig gearbeitet. Dadurch ist es sowohl Nachschlagewerk als auch Eröffnungslehrbuch geworden und als solches gut zu gebrauchen.

Dennis Calder, Fide Instructor,

März 2014


The Tarrasch Defence - move by move": Dieses von IM Sam Collins geschriebene Werk hat mich im Zuge der Vorbereitung dieser Rezension überzeugt wie kaum ein Vorgänger aus dieser Buchreihe. Systematisch siedele ich es an der Nahtstelle zwischen Lehr- und Repertoirebuch an. Aber im Einzelnen: Die Tarrasch-Verteidigung entsteht im Revier des Damengambits über die Zugfolge 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5, sie kann also mit 3 ... c5 von Schwarz durchgesetzt werden. Die Theorie führt gegen sie ins Feld, dass der Nachziehende mit einem isolierten Damenbauern spielen muss, wenn sein Gegner dies so will. Demgegenüber wird aber anerkannt, dass sich Schwarz großen Einfluss auf das Zentrum verschafft und eine aktive Rolle in der Partie erreichen kann. Mit "The Tarrasch Defence", das in der fest etablierten "move by move"-Reihe von Everyman Chess erschienen ist, geht Collins sehr konzentriert auf diese Besonderheiten ein. Vor Eintritt in die Kernkapitel betrachtet er intensiv die Strukturen, die über die Eröffnung entstehen können. Diese werden geprägt von den Bauernstellungen, die über die Anfangszüge je nach Variante auf das Brett kommen. Collins widmet jeder zentralen Struktur ein Diagramm, geht auf ihre Merkmale und Anforderungen ein und beschreibt sehr anschaulich, nach welchen Plänen und Ideen beide Seiten vorgehen können und manchmal auch sollten. Beim Leser stellt sich - wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann - sehr früh das Gefühl ein, dass man den Schlüssel für ein inneres Verständnis dessen, was folgen wird, in die Hand gelegt bekommen hat. Der Einführung inkl. "Structural Introduction" schließen sich acht Kapitel zu den Hauptlinien der Verteidigung an, ein neuntes Kapitel enthält Ergänzungsmaterial. In Anlehnung an die Inhaltsübersicht ergibt sich das folgende Bild: Kap. 1: 9.Lg5 cxd4 Kap. 2: 9.Lg5 c4 Kap. 3: 9.Lg5 Le6 Kap. 4: 8.dxc5/9.dxc5 Kap. 5: Andere Möglichkeiten im 8./9. Zug Kap. 6: Symmetrievariante Kap. 7: Seitenlinien Kap. 8: Reti-Aufbauten. Für seine Darstellungen der Theorie, die zugleich eine Anleitung für den Leser sind, wie man die jeweilige Linie strategisch behandelt, nutzt Collins 25 Partien aus der Meisterpraxis. Diese sind bis auf wenige Ausnahmen in den Jahren 2011 bis 2013 gespielt worden, also sehr aktuell. Fernschachpartien sind leider nicht dabei. Hinsichtlich der Erörterungstiefe zu den wichtigsten Varianten ist das Buch kaum von einem Spezialwerk im Sektor der Repertoirebücher zu unterscheiden. Den Betrachtungen möchte ich das Prädikat "fernschachtauglich" verleihen, wobei berücksichtigt ist, dass Fernschachspieler für den partiebegleitenden Einsatz von Literatur sehr detaillierte Ausführungen mit erheblicher Variantentiefe bevorzugen. Die Eingliederung des Werkes in die "move by move"-Reihe von Everyman Chess bedingt die Aufforderung an den Leser, sich mit Fragen und Übungen zu beschäftigen, die der Autor in großer Zahl eingebaut hat. In meinen Augen hat Collins eine Punktlandung zur Aufgabe hingelegt, dieses interaktive Element gewinnbringend für den Leser zu nutzen, ohne zu künsteln und zu nerven. Bei ihm ist Schlichtheit Trumpf. Er versucht nicht, den Leser über dieses Element zu bespaßen. Natürlich ist diese Aussage rein subjektiv geprägt und andere Leser mögen Ausrufe, Scherze etc. vermissen. Für mich aber ist die Gestaltung von "The Tarrasch Defence" in diesem Punkt ganz genau so, wie ich es mir generell für diese Buchreihe wünsche. Die Antworten auf die Fragen/Übungen fallen oft sehr umfangreich und detailliert aus. Auf diese Weise erreicht es Collins, dass Schlüsselaspekte besonders intensiv vom lernenden Leser durchdacht werden und er die Theorie besonders wirksam aufnimmt. Die Kapitel werden mit "Key Notes" abgeschlossen, die sich als wertende Zusammenfassung und Sammlung von Hinweisen jeweils beschreiben lassen. Das Werk ist auf dem Stand der Theorie, was neben der Partienauswahl auch die Einträge in der Bibliografie bestätigen. Diese ist umfangreich und umfasst die wichtigsten aktuellen Werke. Ein Variantenverzeichnis ist am Ende des Buches zu finden. Es ist ausreichend detailliert und erlaubt ein bequemes Navigieren über die Kapitel hinweg. Noch ein Wort zur Sprache: "The Tarrasch Defence" ist englischsprachig, der Leser muss dementsprechend über Fremdsprachkenntnisse verfügen. Die an diese gestellten Anforderungen schätze ich aber als moderat ein. Der Wortschatz ist nicht ausufernd, der Satzbau scheint bewusst einfach gehalten worden zu sein. Fazit: "The Tarrasch Defence" ist in meinen Augen eines der bisher besten Werke aus der "move by move"-Reihe von Everyman Chess. Es ist als Lehr- und in gewisser Weise auch als Repertoirebuch eine klare Kaufempfehlung.

Uwe Bekemann

BdF

Januar 2014


Die Tarrasch-Verteidigung entsteht nach der Zugfolge 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 c5 und jetzt führt die Hauptvariante 4. cxd exd 5. Sf3 Sc6 6. g3 Sf6 7. Lg2 Le7 8. 0-0 0-0 9. Lg5 zu einem schwarzen Isolani und einer Schwächung der schwarzen Bauernstellung.

Als Gegenwert erhält der Nachziehende ein freies, aktives Figurenspiel

(siehe zum Beispiel die Partie Rotlewi-Rubinstein, Lodz 1907. Dort folgte Weiß nach 1. d4 d5 2. Nf3 e6 3. e3 c5 4. c4 Nc6 5. Nc3 Nf6 der von Tarrasch empfohlenen Fortsetzung 6. dxc5. Nach 6. ... Bxc5 entwickelte sich eine der schönsten Partien der Schachgeschichte, es folgte 7. a3 a6 8. b4 Bd6 9. Bb2 O-O 10. Qd2 Qe7 11. Bd3 dxc4 12. Bxc4 b5 13. Bd3 Rd8 14. Qe2 Bb7 15.O-O Ne5 16. Nxe5 Bxe5 17. f4 Bc7 18. e4 Rac8 19. e5 Bb6+ 20. Kh1 Ng4 21. Be4 Qh4 22. g3 Rxc3!! 23. gxh4 Rd2!! 24. Qxd2 Bxe4+ 25. Qg2 Rh3 0-1).

Bekannteste Vertreter dieser Spielweise sind, bzw. waren Kasparov, Spassky, Gligoric und Grischuk.

Der Autor des vorliegenden Buches, IM Sam Collins, ist ein erfahrener Schachbuchautor und ausgewiesener Eröffnungsexperte. In seiner bisherigen literarischen Arbeit finden sich mehrheitlich Werke weniger über künstliche Theoriegebilde jenseits des 30.Zuges sondern über Strukturen, Zentrumsformationen und Schachstrategie im Allgemeinen. Bei seinen Eröffnungsbüchern (z.B. French Advance, The c3-Sicilian) war es ihm immer ein Anliegen, das der Leser das geschriebene Wort nachvollziehen, verstehen, anwenden kann. Keine computergenerierten Zugfolgen die kein Mensch versteht sondern Ideen, Pläne, Strategien waren und sind die Hauptbausteine seiner Bücher.

In diesem Werk hat er das Thema in 9 Kapiteln aufgeteilt bezüglich der verschiedenen Zugfolgen bzw. weißen Aufbauten (symmetrische Tarraschvariante, Reti-Aufbau). In den 25 vorhandenen Musterpartien sollen alle relevanten Pläne und Ideen dargestellt werden, Collins erklärt sehr viel und geht dabei auch viele strategische Besonderheiten dieser Eröffnung ein. Garniert wird das Ganze noch durch ein dazwischen geworfenes Frage- und Antwortspiel. Hier ist der Leser aufgefordert, sich aktiv zu beteiligen! Sehr gut gefallen haben mir auch die zahlreichen Querverweise auf vergleichbare Literatur (Avrukh, Aagaard/Ntirlis, Kaufmann, Carlstedt). Collins zeigt dort recht gute Antworten und Wege gegen die dort teilweise vertretenen Meinungen und gibt dem Leser somit ein vergleichsweise stabiles Grundgerüst mit auf den Weg.

Fazit:

Ein Buch das mehr auf Verstehen Wert legt als auf die akribische Darstellung sämtlicher Theoriezüge. Sam Collins bezieht den Leser sehr gut mit ein durch immer wieder dazwischen geworfene Fragen und widerlegt nebenbei auch angenehm unaufgeregt die These, irgendwelche Eröffnungen seien unspielbar oder zumindest sehr schwer zu handhaben geworden nach der Veröffentlichung hochtrabender Repertoirebücher.

Empfehlenswert für Neu- und Quereinsteiger in dieses interessante Eröffnungskonzept. Erfahrene Tarraschspieler könnten durchaus noch so manche Anregung aus dem Buch mitnehmen, ob es aber in diesem Fall letztendlich einen Kauf rechtfertigt, muss jedem selbst überlassen sein.

Martin Rieger

www.Schach-Welt.de

Dezember 2013


Die Tarrasch-Verteidigung im Damengambit, welche nach den Zügen 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 c5 entsteht, hat den Ruf, Schwarz öfters Kopfschmerzen zu bereiten. So sagte schon einst Großmeister Dr. John Nunn, dass dem Nachziehenden in dieser Eröffnung eine mühselige Aufgabe bevorstehe. Die Verteidigung ist mal mehr oder weniger modern, aber seitdem Kasparov in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts damit gegen Karpov verlor und diese Spielweise nicht mehr anwandte, wird sie als nicht besonders erstrebenswert angesehen. Dass diese Einschätzung nicht unbedingt richtig ist, will der irische Internationale Meister Sam Collins nun mit diesem Buch zeigen.

In der Tarrasch-Verteidigung erhält der Nachziehende oft einen isolierten Bauern auf d5, bekommt dafür aber freie Figurenentwicklung und dynamisches Spiel. Was der Nachziehende in den Tarrasch-Strukturen zu beachten hat, erklärt der Autor auch dann direkt zu Beginn des Buches. Dieses Kapitel hat mit sehr gut gefallen, denn es werden die typischen Bauernstrukturen im Tarrasch vorgestellt und es wird sofort erklärt, was beide Seiten dabei jeweils zu beachten haben und welches die generellen Pläne sind. Hat man dieses Kapitel gelesen und die Inhalte aufgenommen, sind die nachfolgenden Untersuchungen viel besser einzuordnen. Collins bespricht in insgesamt 9 Kapiteln die verschiedenen Systeme, allein drei davon beziehen sich auf die Zugfolge 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 c5 4. cxd exd 5. Sf3 Sc6 6. g3 Sf6 7. Lg2 Le7 8. 0-0 0-0 9. Lg5. Die Abspiele 9 ... cxd4, 9 ... c4 und 9 ... Le6 werden hierbei detailliert erklärt, wobei der Autor nicht nur auf die Varianten, sondern auch auf ausführliche Erläuterungen großen Wert legt. Des Weiteren geht er auf die weißen Möglichkeiten mit 8. dxc5 oder 9. dxc5 inklusive anderer Optionen ein, bespricht die symmetrische Tarrasch-Variante und führt auch Beispiele für Nebenvarianten und Reti-Aufbauten an. Das ganze wird anhand 25 vollständiger Partien aus den letzten Jahren aufgezeigt, 5 davon sind sogar aus dem Jahr 2013 wie z.B. das Duell Carlsen-Radjabov in Sandnes.

Wie bei der move by move Serie üblich bespricht der Autor die Partien sehr ausführlich und streut dabei ab und zu eine Frage an den Leser ein, die dieser wie in einer Trainingsstunde bearbeiten soll. Die Antwort folgt dann auch prompt und man sieht, ob man mit seiner Lösung richtig lag. Das hat natürlich den Vorteil, dass man nicht nur dem Geschehen passiv folgt, sondern sich sofort über die Partie und dem Geschehen Gedanken machen muss. Das erhöht den Erinnerungswert! Dabei geht der Autor auch schon mal ziemlich ins Detail und zeigt eine Menge an Varianten, sodass man sich schon durch das Buch durcharbeiten muss. Auch führt Collins Aussagen anderer Autoren wie GM Garry Kasparov oder GM Ivan Sokolov an. In der Bibliographie zum Buch sind u.a. insgesamt 19 weitere Titel genannt, die Collins zur Veranschaulichung des Stoffes zu rate gezogen hat. So erzählt er einmal, was ein starker Mittelspielstratege wie Ivan Sokolov zum isolierten Damenbauern in bestimmten Stellungen denkt, dann wiederum zeigt er Varianten und Analysen, welche das Autorenduo GM Aagaard/Ntirlis in ihrem kürzlich erschienenen Buch zur Tarrasch-Verteidigung vorgestellt haben. Natürlich kommen auch die eigenen Analysen nicht zu kurz, das Hauptaugenmerk des Autors liegt jedoch darauf, die Strukturen mit ihren Plänen und Motiven zu veranschaulichen. So hat Collins z. B. festgestellt, dass viele Schwarzspieler im Tarrasch den weißfeldrigen Läufer nach h5 stellen, das aber häufig nicht die beste Wahl ist, da der Isolani auf d5 oft zu schwach wird. Solche Erkenntnisse mit den wichtigsten Punkten werden zudem nach jedem Kapitel als Zusammenfassung nochmals dargestellt. Auch untersucht Collins Abspiele, die in kürzlich erschienenen Repertoirebüchern wie z.B. von GM Boris Awruch oder GM Larry Kaufmann vorgestellt werden und wie Schwarz darauf reagieren sollte. Abgerundet wird das Ganze durch einen Variantenindex, sodass man schnell zu der Stelle im Buch gelangt, die einen interessiert.

Als Fazit kann ich festhalten, dass Collins hier eine fundierte Arbeit zur Tarrasch-Verteidigung abgeliefert hat, die dem Leser mehr als genug Rüstzeug gibt, um diese Eröffnung in der Praxis anzuwenden. Das Buch ist aber kein Selbstgänger: wer die Tarrasch-Verteidigung in sein Repertoire aufnehmen möchte, muss schon eine Menge hierzu lernen. Doch dieses Wissen - insbesondere über Stellungen mit isoliertem Damenbauern - wird dem Leser zukünftig große Dienste leisten.

Schach-Zeitung

In today’s review I will focus on two weapons, which belong to the family of classical openings. Both are answers against the move 1.d4 and are known to be a reliable choice.

The first book is “The Tarrasch Defence - Move by Move” by Sam Collins

In this book you’ll learn a completely new opening, starting from the very beginning. This book provides a complete and sound repertoire for Black, backed-up with the current state of theory (especially some critical lines in the 9.dxc5 variations). The author covered all relevant sources in his bibliography, which highlights the seriousness of his approach. If you plan to play the Tarrasch, which is really a good opening, that offers you dynamic chances to play for more than just half a point, then you have to be capable of playing an Isolated Queen’s Pawn position (IQP) with either colour (but specifically with Black). I like the lines he recommend, since he chose the best lines out of the books already available to merge them into one high-level repertoire. Also he included the latest (at the time of writing) games in his book which also show the current trend to which grandmasters tend to draw the lines.

Those of you who already read some books of the “move-by-move” series will be happy to find numerous questions within the book, that will test your understanding and expand your knowledge of plans, ideas or typical lines which favour one side.

To end the review of this book I would like to show you one game which is regarded critical for the Tarrasch and how the author tends to improve upon theory:

[Event "Bundesliga 1213"][Date "2012.12.09"][White "Giri, Anish"][Black "Kopylov, Mihail"]

1. Nf3 d5 2. d4 e6 3. c4 c5 4. cxd5 exd5 5. g3 Nc6 6. Bg2 Nf6 7. O-O Be7 8. Nc3O-O 9. dxc5 Bxc5 10. a3 Ne4! 11. Nxd5 Be6 12. Nc3 Nxc3 13. bxc3 Qxd1 14. Rxd1Rfd8 15. Bf4 Rxd1+ 16. Rxd1 Bxa3 17. Nd4 Rd8 18. Bxc6 bxc6 19. Ra1 Bc5 20. Nxc6Rc8 21. Nd4

and now the move 21 ... Bd7N would have kept full compensation for the pawn. According to Collins White can hardly make any progress without going into a drawish bishop ending.

Lukas Wedrychowski

DailyChess.org

December 2013


The Tarrasch Defence: Move by Move

EUR

17.95