Währung:
Sprache:
Toggle Nav
Tel: (02501) 9288 320

Wir beraten Sie gern!

Wir sind für Sie da

Versandkostenfrei

Innerhalb Deutschlands ab 50 €

Warenkorb Warenkorb
Artikelnummer
LOGUTGMDFRG
Autor

Gewinnen mit dem Fajarowicz/Richter Gambit

Eigenschaften

246 Seiten, kartoniert, Eigenverlag, 1. Auflage 2005

7,95 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

"Jeder erfreut sich an seinem Reichtum von schönen und überraschenden Ideen, aber nur wenige wagen es, sich in den fast unübersehbaren Strudel zu stür­zen. Es gibt ja leider bequemere Eröffnungen". (Kurt Richter)

Das Fajarowicz-Richter-Gambit 1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Se4!? bildet eine der attraktivsten Methoden, der weißen Eröffnung mit dem Damenbauern zu be­gegnen. Das von dem Leipziger Sammi Fajarowicz erfundene Opfer führt zu reizvollen Stellungen und gewährt nach Richter einem Kämpfer von Format bessere Chancen als die übliche Budapester Vertei­digung mit 3...Sg4.

Schachgroßmeister Lew Gutman unterzieht in dieser bahnbrechenden Arbeit die bestehende Theorie und Praxis einer schonungslosen Kritik. Er will beweisen, dass Schwarz im Fajarowicz-Richter-Gamhit starkes Gegenspiel besitzt, und dass die dynamischen Fines­sen dieser Eröffnung in der Vergangenheit ungenü­gend erforscht und verstanden wurden.

Weitere Informationen
Gewicht 460 g
Hersteller Eigenverlag
Breite 16,5 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2005
Autor Lev Gutman
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-10 3883683264
Seiten 246
Einband kartoniert

006 Vorwort

009 Einleitung

Erster Teil

012 Weniger verbreitete Fortsetzungen

Zweiter Teil

030 Die Steiner-Variante 4.Dc2

Dritter Teil

068 4.Sd2

Vierter Teil

128 4.Sf3

Fünfter Teil

176 4.a3

244 Variantenverzeichnis

246 Bibliographie

Eröffnungsbücher zählen nicht unbedingt zu meinen Favoriten, doch erstaunlicherweise finden sich alle Werke von Lev Gutman (geb. 1945 in Riga) in mei­nen Regalen. Nachdem ich im Jahre 2000 nach einer drastischen Niederlage im Dresdner Open einer län­geren Analyselektion des Großmeisters lauschen durfte, habe ich mir sogar sein 4... Dh4 in der Schot­tischen Partie zugelegt. Sicherlich eine Variante von geringer praktischer Bedeutung, dagegen waren mir seine früheren Arbeiten zum Vierspringerspiel und

zur Schottischen Partie wertvolle Hilfen bei der Par­tievorbereitung. Sicherlich ist auch Gutman ein fana­tischer "Wahrheitsforscher", sein neuestes Werk Ge­winnen mit dem Fajarowicz/Richter-Gambit, das er diesmal einschließlich des Layouts selbst erstellt hat, gibt ein beredtes Zeugnis seiner Akribie bei der Su­che nach den Ursprüngen und Aussichten von 1. d4 Sf6 2. c4 e5 3. d:e5 Se4.

Nur in ganz wenigen Eröffnungsbüchern findet man heutzutage noch eine geschichtliche Abhandlung zu einer Variante, noch dazu bebildert. Gutman bemüht sich in einem Vorspann, alle ihm geläufigen, zum Teil widersprüchlichen Meinungen der Eröffnungs­autoritäten zu diesem Abspiel zusammenzutragen, u. a. kommt Max Euwe ausführlich zu Wort. Ich ver­misse dabei allerdings eine Erörterung seiner eigenen generellen Einschätzung des Zuges 3... Se4. Diese hätte mir die Entscheidung darüber, ob ich zukünftig einmal das Budapester Gambit à la Fajarowicz/Richter/Gutman ausprobieren will, sicher erheblich er­leichtert. Somit bleibt es dem Konsumenten überlas­sen, sich in dem in fünf Teilen übersichtlich dargebo­tenen, aber sehr reichhaltigen Material "ohne Kompass" zurechtzufinden. Gutman geht wohl von ähnli­chem Fleiß und Liebe zum Detail aus, den bzw. die er selbst bei der Erarbeitung seiner Analysen aufge­bracht hat. Das ist sicherlich nicht jedermanns Ge­schmack, aber für das "Bohren dünner Bretter" ist Gutman einfach der falsche Mann.

Vielleicht hätte den weniger anspruchsvollen Freun­den des Gambitspiels jeweils eine kurze Einführung in die konkreten positionellen und taktischen Ideen mit einem Fazit des Großmeisters stärker motiviert, in die Tiefe seiner Varianten einzudringen. Außerdem erlaube ich mir, mit einem lapidaren "weniger kann mehr bewirken" eine engporigere Filterung des aus­gewählten Partienmaterials anzuregen, die Platz für ein etwas lockereres Layout und die erwünschten großmeisterlichen Ratschläge geschaffen hätte. Das Auffinden der jeweiligen Abspiele wird jedoch durch ein gut gegliedertes Variantenverzeichnis einfach, im Gegensatz zu vielen anderen Eröffnungswerken las­sen sich die Variantenbäume im Text leicht durch Fettdruck und Unterstreichungen auffinden.

Die ausführliche Bibliographie lässt erkennen, dass der Autor dem engagierten Leser einen möglichst breiten Zugang zu diesem Abspiel eröffnen wollte. Lev Gutman hat gewiss alles gegeben, um mit die­sem Buch (einschließlich der künstlerischen Um­schlaggestaltung durch seine Tochter Tali) seinen eigenen hohen Ambitionen gerecht zu werden, ob ihm das Publikum diesen Anspruch dankt, lässt sich schwer abschätzen.

Dr. Michael Negele, Schach 6/2006

______________________

Der deutsche Schachgroßmeister und Eröffnungstheoretiker Lev Gutman (ELO 2451) hat ein neues Schachbuch geschrieben, das von der scharfen Nebenvariante 3... Se4 im Budapester Gambit (ECO A51) handelt. Gutman ist anschei­nend erst der dritte Autor, der sich exklusiv dieser Eröffnungsvariante widmet. Die beiden Vorgänger Jensen und Harding hatten ihre Werke schon vor knapp 10 Jahren geschrie­ben.

Gutman hat das Ziel, die von vielen als fragwürdig angesehene und von Großmeistern so gut wie nie gespiel­te Variante 3...Se4 mit seinem Werk wieder aufzuwerten, indem er sie in all ihren Verzweigungen als vollwer­tige Eröffnung für Schwarz aufzeigt. Dem Buch vorangestellt sind ein Vorwort und eine Einleitung. Es fol­gen fünf Kapitel:

1 . Weniger verbreitete Fortsetzungen

2. Die Steiner-Variante 4.Dc2

3. 4.Sd2

4. 4.Sf3

5. 4.a3

Eine Abschlussbetrachtung bzw. ein Fazit des Autors zum Buchende hin erfolgt nicht.

Abgeschlossen wird das Buch durch ein genaues Variantenverzeichnis und eine große Bibliographie, die Werke von 1933 bis in die Gegen­wart erfasst. Interessant ist, dass Gutman zum Thema auch auf eine eigene Abhandlung, die er erst 2004 für den Batsford-Verlag schrieb, ver­wendet. Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine Zweitauflage in Eigenregie als Neuerscheinung ver­kauft wird, die nur noch um die ChessBase-Megadatenbank 2005 aktualisiert wurde. Die Textanordnung erfolgt zweispal­tig, pro Seite gibt es ein bis zwei Diagramme. Die Diagrammpositio­nen sind in der Partienotation leider nicht extra markiert. Dies führt manchmal zu einem Suchen im Va­riantenwald, auch wenn die meisten Diagramme sich direkt auf den let­zen gedruckten obigen Zug bezie­hen. Am Schaubild selbst fehlen auch Hinweise, wer am Zug ist. Das erschließt sich nur aus dem Varian­tenstudium.

Die Varianten sind trotz der Fülle an Informationen sehr gut gegliedert. Gutman benutzt römische Zahlen für die Haupt- und arabische Zahlen für die Untervarianten. Obwohl auch viele Nebenvarianten in Klammern angegeben sind, wird das Auge durch die unterstrichenen Zugfolgen wieder schnell zur Hauptvariante zu­rückgelenkt. Ein Nachteil ist, dass nach Abschluss vieler Varianten teil­weise keine Stellungseinschätzung erfolgt, nicht einmal in ChessBase-typischer Kurznotation. Dass in die­sen Fällen die Stellung ausgeglichen ist, lässt sich nur vermuten.

Das Vorwort besteht aus einer Folge zusammengeschneiderter Zitate aus unterschiedlichen Epochen zum Wert des Gambits. Es folgt die Ge­schichte des Gambits, die auch ein­hergeht mit den Buch-Veröffentli­chungen zum Thema. In der Einlei­tung setzt sich die Zitatposse zum Gambit fort. Immerhin gibt Gutman auch an, warum er sich gerade mit diesem Gambit beschäftigt hat: Er habe den ehrgeizigen Plan, die vor­handene Theorie zu verbessern bzw. sogar zu widerlegen und die Voll­wertigkeit der Eröffnung nachzuwei­sen. Selber wende er diese Eröff­nung gelegentlich im Internet an und hätte damit schon namhafte Gegner erfolgreich überrascht.

Die folgenden Kapitel nehmen sich dann den einzelnen Varianten des Gambits an, auf die hier nicht näher eingegangen wird. Stichprobenartige durchgeführte Analysen des Rezen­senten mit dem Schachprogramm Fritz 8 belegen die etatmäßige Rich­tigkeit von Gutmans fleißigen Ana­lysen.

Grundsätzlich erinnert das Buch eher an ein Zahlenwerk als an ein Lehrbuch. Das liegt daran, dass der Leser im Großen und Ganzen mit dem Variantenmeer ohne erläutern­den Text allein gelassen wird. Wer dieses Buch kauft, muss schon selbst genug Motivation haben, diese Er­öffnung im Geiste aufzunehmen.

Die ein bis zwei Textzeilen, die meist direkt unter den Diagrammen stehen, sind dann auch gar nicht von Gutman, sondern von historischen Ziehsöhnen des Gambits, deren Zi­tate hier verewigt werden sollen. Die Zitate hat Gutman zur Untermalung der historischen Entwicklung der Er­öffnung und um eines lebendigen Dialog willen eingefügt. Auf den Leser dürften sie eher störend und irritierend wirken, da sie entweder nicht mehr zeitgemäß sind oder so­gar ihre Aussagen durch nachfolgen­de Varianten widerlegt werden, wie Gutman selber zugibt.

Den durch fehlenden Begleittext ge­sparten Raum nehmen zahlreiche Varianten ein, die im Prinzip nur ein Spieler benötigt, der diese Variante schon in seinem Repertoire aufge­nommen hat. Neue Spieler, die diese Eröffnung einmal ausprobieren wol­len, empfehle ich dringend, bei Kauf dieses Buches sich nur den bis zu den Hauptbuchstaben gegliederten Varianten zu widmen, ansonsten er­schlägt einen die Vielfalt der darge­botenen Analysen.

Fazit: Zwar kommt Lev Gutman mit diesem Werk seinem Ziel sehr nahe, diese Eröffnungsvariante des Budapester Gambits als vollwertig spielbar für Schwarz aufzuzeigen, jedoch auf Kosten der Handhabbar­keit für den kleinen Amateur. Der geringe Begleittext, die wenigen klaren Stellungsbeurteilungen und die Unmengen an Varianten fordern vom Leser schon viel Verständnis und ein großes Maß an Motivation, um mit dieser sicherlich erstklassig analysierten und ausdifferenzierlen Eröffnungsenzyklopädie für das Fajarowicz/Richter-Gambit zurechtzu­kommen.

Eine Empfehlung für dieses Buch kann ich unter den gegebenen Grün­den nur an schachinfizierte Eröffnungsfetischisten und Halbprofis aussprechen, die mit der Lektüre dieses Komplettwerks ausreichend viel Zeit und Schachgegner ver­schlingen werden.

Michael Wolff, Rochade Europa 12/2005