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LOLAKTAD

The Alekhine defence

Move by Move

464 Seiten, kartoniert, Everyman, 1. Auflage 2014

Aus der Reihe »Move by Move«

21,54 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

This series provides an ideal platform to study chess openings. By continually challenging the reader to answer probing questions throughout the book, the Move by Move format greatly encourages the learning and practising of vital skills just as much as the traditional assimilation of opening knowledge. Carefully selected questions and answers are designed to keep you actively involved and allow you to monitor your progress as you learn. This is an excellent way to study any chess opening and at the same time improve your general chess skills and knowledge.

In this book, International Master Cyrus Lakdawala invites you to join him in studying the Alekhine Defence. Black's idea in the Alekhine Defence is a bold one. By inviting White's central pawns to advance, Black hopes later on to undermine and demolish White's centre. This ambitious strategy appeals to players who enjoy sharp lines and positional imbalances. Using illustrative games, Lakdawala outlines a reliable repertoire for Black, examines the main positional and tactical ideas for both sides, provides answers to all the key questions and tells you everything you need to know about successfully playing the Alekhine Defence.

  • Essential guidance and training in the Alekhine Defence

  • Presents a repertoire for Black with 1 e4 Nf6

  • Utilizes an ideal approach to chess study

Weitere Informationen
Gewicht 860 g
Hersteller Everyman
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2014
Autor Cyrus Lakdawala
Reihe Move by Move
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-1781941669
Seiten 464
Einband kartoniert

003 About the Author

005 Bibliography

006 Series Foreword

007 Introduction

029 1. Main Line Classical

094 2. Westerinen’s Anti-Main Line

150 3. The Symmetrical Exchange Variation

219 4. The Asymmetrical Exchange Variation

284 5. The Four Pawns Attack

336 6. The Chase Variation

365 7. The Nc3 Exchange lines and minor variations

408 8. 2.Nc3 Default Line

445 9. Odds and Ends

460 Index of Variations

463 Index of Games

Ein Buch mit 464 Seiten. Aber von Lakdawala! Ich möchte eigentlich nicht unbedingt mit Kritik beginnen, aber wer mit einem Auge die 464 Seiten wahrgenommen hat, sollte gleich berücksichtigen, dass der Autor (wie in allen seinen Werken aus der "move by move“-Serie) die Beispielpartien "gnadenlos“ bis zum (nicht immer) bitteren Ende detailliert durchanalysiert. An wirklicher Eröffnungstheorie bekommt der Leser aber maximal 300 Seiten geboten, wahrscheinlich eher weniger. So viel vorab für alle jene, die von fast 500 Seiten Aljechin-Theorie beeindruckt waren. Auch 250 bis 300 Seiten Aljechin-Theorie sind zwar nicht schlecht, aber eben keine 464 ...

So, nun aber zum eigentlichen Inhalt. Wenn es um die Aljechin-Verteidigung geht, interessiert mich immer vor allem, was der Autor gegen die klassische Hauptvariante (1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.Sf3) und was er gegen die Woronesch-Variante (1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.c4 Sb6 5.exd6) vorschlägt. (Genaugenommen ist es nur dann die Woronesch-Variante, wenn Schwarz jetzt mit 5 ... cxd6 zurückschlägt, aber die allgemeine Bezeichnung "Abtauschvariante“ ist allzu trügerisch, denn dies ist eine der aggressivsten Methoden, um die Aljechin-Verteidigung zu bekämpfen.) Zwar ist es ein Repertoirebuch für Schwarzspieler, aber gegen beide Hauptkomplexe bietet der Autor je zwei Varianten an.

In der klassischen Hauptvariante lautet das Rezept des Autors vor allem 4 ... dxe5 5.Sxe5 c6. Das ist sicher aktuell die "Hauptvariante gegen die Hauptvariante“ und allein schon deshalb eine vernünftige Wahl. Hier lohnt sich erstmals ein Blick auf die einzigen beiden nennenswerten Bücher, die in den letzten 10 Jahren zu diesem Thema erschienen sind (das vor diesem Zeitraum liegende Buch von John Cox stammt aus dem Jahr 2004 und liegt mir nicht vor) - "Play the Alekhine“ von Valentin Bogdanov (Gambit, 2009) und "Alekhine Alert!“ von Timothy Taylor (Everyman, 2010). Bogdanov, der die Aljechin-Verteidigung vollständig und nicht als Repertoire abhandelt, beschäftigt sich demzufolge hier mit allen schwarzen Möglichkeiten, auch mit der "ganz alten“ Hauptvariante 4 ... Lg4 5.Le2 e6, die wegen ihrer kaum strittigen Passivität aber heute nur noch selten gespielt wird. Taylor erwähnt in seinem Repertoirebuch diese alte Hauptvariante nur kurz, um sie in Grund und Boden zu stampfen. Seine Empfehlungen sind ebenfalls 4 ... dxe5 5.Sxe5 c6 und zusätzlich das seltenere und interessante 5 ... g6!? nach Kengis, dessen objektiver Wert an dieser Stelle nicht geprüft werden kann, aber wer daran interessiert ist, findet in Taylors Buch auch heute noch eine interessante Quelle.

Die Auseinandersetzung des Autors mit der Hauptvariante (5 ... c6) auf 55 Seiten (in denen allerdings auch u. a. ausführliche Besprechungen von Elementarendspielen enthalten sind ... ) gefällt mir gut. Bei korrektem Spiel behält Weiß einen leichten Vorteil (das entspricht auch der Einschätzung von Taylor), aber Schwarz steht solide. Diesen Umstand räumt der Autor unumwunden ein und bietet dem Leser anschließend eine gute eröffnungstheoretische Arbeit. Lakdawala macht hier einen weniger enthusiastischen Eindruck als bei vielen seiner anderen Werke, was aber meiner Beobachtung nach dem Buch eher gut tut.

Die zweite Variante, die er gegen die Hauptvariante anbietet, ist so exotisch, dass sie von den beiden anderen Autoren nicht einmal erwähnt wird: 1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 und jetzt 3 ... Sb6. Mit dieser Spielweise, die er Westerinen zuschreibt, will Schwarz nicht d7-d6, sondern d7-d5 spielen, dann den weißfeldrigen Läufer nach f5 oder g4 ziehen und anschließend mit e7-e6 eine Art Französisch mit nicht eingesperrtem Damenläufer erreichen. Das klingt nicht schlecht - wenn es denn ohne weiteres machbar wäre ... Lakdawala schreibt selber, das Hauptziel dieser Spielweise sei, den Gegner zu überraschen. Da die "korrekte“ Aljechin-Hauptvariante eine etwas trockene Geschichte ist, verstehe ich völlig, dass die Autoren ihren Lesern etwas lebhaftere oder kreativere Alternativen anbieten wollen (Taylor damals die Kengis-Variante mit 5 ... g6 und Lakdawala hier mit 3 ... Sb6 nach Westerinen), aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Variante objektiv sattelfest ist. Ich habe mir versuchsweise die naheliegende und auch von Lakdawala als am stärksten angegebene Fortsetzung 4.a4! angesehen. Nach weiter 4 ... a5 5.Sf3 d5 6.Ld3 Lg4 7.h3 Lxf3 8.Dxf3 e6 hat Schwarz seinen skizzierten Plan umgesetzt, aber nach 9.Dg3 steht Schwarz schon ziemlich prekär - er kann seine Entwicklung nicht ohne weiteres abschließen, sein Springer auf b6 ist deplatziert und bei Befreiungsversuchen mit c7-c5 hat er gegenüber vergleichbaren Stellungen ein gähnendes Loch auf b5. Dennoch: Die schwarze Erfolgsquote in den Datenbanken ist sehr beachtlich, was dafür sprechen könnte, dass die Weißspieler trotz objektiven Vorteils die entstehenden Stellung tatsächlich nicht zum Besten behandeln. Ob das einen Versuch wert ist, muss jeder selbst einschätzen.

In der Variante 1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.c4 Sb6 5.exd6 behandelt der Autor sowohl das symmetrische Zurückschlagen 5 ... exd6 als auch die berüchtigte Woronesch-Variante 5 ... cxd6 als gleichwertige Optionen. Das ist insofern interessant, als in den Vorgängerbüchern Bogdanov zumindest Vorbehalte hat (Weiß behalte leichten Vorteil, aber es sehe so aus, als könne Schwarz schrittweise ausgleichen), während Taylor - ein Mann der klaren Worte, wie man weiß - die Variante als kompletten Müll deklariert (man müsse endlos Züge auswendig lernen, um vielleicht und bestenfalls ein Remis retten zu können, aber auch das stehe in den Sternen). Lakdawala erklärt aber nun 5 ... cxd6 zu einer vollwertigen Option. Das ist sehr interessant und daher habe ich mir gerade diese Variante näher angesehen. Um es kurz zu machen: Mir gefällt Lakdawalas Arbeit auch in dieser Variante sehr gut, wenngleich die Bedenken der Vorgängerautoren durchaus ihre Berechtigung zu haben scheinen - einfach zu spielen ist die Sache nicht immer für die Nachziehenden. Aber dennoch: Wenn Schwarz gut vorbereitet ist, kann er der gefürchteten Woronesch-Variante anscheinend doch mit einer gewissen Zuversicht entgegensehen!

Eine Sache, die mir bei meiner Stichprobe aufgefallen ist, möchte ich aber doch noch erwähnen. Nach 1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.c4 Sb6 5.exd6 cxd6 6.Sc3 g6 7.Le3 Lg7 8.Tc1 0-0 9.b3 führt jetzt 9 ... e5 zur Hauptvariante. Die Alternativen tut der Autor allerdings für meinen Geschmack etwas zu leichtfertig ab. Interessant erscheint mir hier vor allem 9 ... Lf5. Lakdawala schreibt hierzu, die deprimierende Idee dieses Zuges sei, ein weißes Sf3 abzuwarten, um dann unter Zeitverlust Lf5-g4 zu spielen (was m. E. nicht richtig ist und von den meisten Spielern, die diese Stellung erreichten, auch nicht so gespielt wurde). Anschließend schlägt er 10.d5 ("!“, Lakdawala) als stärkste Option vor, um dem Schwarzen sogar diesen Plan zu verweigern. Als schwarze Antwort erwähnt er nur 10 ... e5, wonach Schwarz tatsächlich nicht beneidenswert steht. Viel stärker ist aber das überraschende 10 ... e6!!, was ihm erstens seine Engines anzeigen sollten und was er zweitens in den Datenbanken finden sollte, denn dieses Figurenopfer wurden bei der britischen Meisterschaft 2010 in der Partie Adair-Tymrakiewicz gespielt. Diese beiden sind zwar nicht gerade Top-Spieler, die jedem Schachinteressierten sofort ein Begriff sind, aber der Zug ist ein Kracher, der wahrscheinlich daheim vorbereitet wurde - und solche Perlen findet man eben auch in Partien außerhalb der Weltelite. Nach 11.g4 (ein Verzicht auf die Figur bringt Weiß eher in noch größere Schwierigkeiten) 11 ... Lxc3+ 12.Txc3 Le4 13.f3 Lxd5 14.exd5 Sxd5 entsteht eine ganz unglaubliche Stellung, in der Schwarz für sein Material vermutlich volle Kompensation in Form der anfälligen Königsstellung und der geradezu absurden Figurenstellung des Weißen hat. Vor allem aber dürfte die Stellung in der Praxis enorm schwer zu spielen sein, wie der weitere Partieverlauf auch belegt: 15.Td3 Sc6!? (besser gefällt mir 15 ... Sxe3! 16.Txe3 Dh4+, mit anhaltendem Angriff - objektiv wahrscheinlich in Richtung Remis, aber in der Praxis deutlich angenehmer zu spielen für Schwarz) 16.Txd5! exd5 17.Se2? (besser 17.h4 oder 17.Kf2(!), um das schwarze Damenschach auf h4 zu entschärfen; der gespielte Zug eröffnet dem Schwarzen dagegen zusätzliche Möglichkeiten) 17 ... Te8! 18.Kf2 Txe3! 19.Kxe3 Db6+ 20.Kf4? (so deprimierend 20.Kd2 auch ist - eine andere Wahl hatte er nicht) 20 ... Df2!, mit Gewinnstellung. Nach weiteren beiderseitigen Fehlern konnte der Weiße baldiges Matt vermeiden und in ein schlechtes Endspiel entwischen, so dass er erst nach 68 Zügen verlor. Vielleicht wäre ihm ein schnelles Ende mit Schrecken sogar lieber gewesen!? Insgesamt aber ein interessantes Feld, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt.

Als solide Option bietet Lakdawala aber auch das symmetrische Zurückschlagen 5 ... exd6 an, das sowohl Bogdanov als auch (mit größtem Nachdruck) Taylor empfehlen. Auch hier leistet Lakdawala solide Arbeit. Vielleicht dazu noch einen Hinweis: Die Aufbauten, in denen Weiß gar nicht oder später zum Damenflügel rochiert, um am Königsflügel anzugreifen (auch und gerade nach schwarzem Lg4), sind, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, nicht ganz ungefährlich für Schwarz. Besonders hier sollte man sich nicht nur auf das Buch verlassen, sondern selber analysieren und sich auch die richtige Zugreihenfolge zurechtlegen. Ich stimme hier z. B. Lakdawala völlig zu, dass man auf jeden Fall mit Lf8-e7 beginnen und Sb8-c6 erst später ziehen sollte, falls überhaupt.

Alles in allem gefällt mir dieses Buch von Cyrus Lakdawala wieder sehr gut, nachdem ich das letzte Mal (bei seinem Buch über die Nimzowitsch-Larsen-Eröffnung 1.b3) kritischer war. Man darf aber keinesfalls vergessen, dass die Aljechin-Verteidigung im Grunde sehr provokant ist und deshalb Fehler noch weniger verzeiht als viele andere Eröffnungen. Umso wichtiger ist es, die Varianten, die man spielen will, wirklich auf Herz und Nieren zu prüfen. Eine solide Basis bietet Lakdawalas Buch dafür aber auf jeden Fall.

Klaus Kögler

März 2014


Es hat sich langsam herumgesprochen, dass dem Vereinsspieler mit den Eröffnungswerken der "Move-by-move“-Serie ein exzellentes Trainingswerk angeboten wird. Dies ist auch bei dem im Londoner Everyman-Chess-Verlag in gutem Englisch erschienenen Cyrus Lakdawala "The Alekhine Defence move by move“ nicht anders. Das Buch ist eindeutig aus der Sicht des "Schwarzen“ geschrieben und bietet demjenigen Lernenden, der scharfe Varianten und positionelle Ungleichgewichte nicht von vorne herein ablehnt, ein komplettes Kampfrepertoire für 1.e4 Sf6. Wie bei allen Werken der Move-by-move-Serie liefert auch dieses hohen Trainingsnutzen. Bereits im Eröffnungsstadium hinterfragt und erklärt der erfahrene Schachpädagoge und internationale Meister praktisch jeden Zug. Das in den gründlich gegliederten Übungsstoff eingebaute Frage- und Antwortspiel erhöht die Aufmerksamkeit des Übenden und regt zu dessen aktiverMitarbeit an. Dass der Leser kein übliches Eröffnungswerk in Händen hält, beweist die Tatsache, dass die Eröffnungsideen anhand von 57 Meisterpartien, darunter 9 aus der Praxis des Autors, unter die Lupe genommen werden.

Was sonst noch gefällt:

- Übersichtliche Textgestaltung

- Auffallend grau untermalte Fragen

- Übersichtlichkeit der Diagramme

- Computergestützte Analysen

- Den Übungsstoff erläuternde zeitnahe Meisterpartien

Fazit: Besonders dem kampfeswilligen Vereinsspieler empfohlen, der ein didaktisch gut aufbereitetes erstklassiges Komplett-Schwarzrepertoire für die Aljechin-Verteidigung sucht.

Heinz Däubler

Neuer Tag Weiden

Juli 2014


Ein Buch über die Aljechin-Verteidigung 1. e4 Sf6, und zwar ein immens umfangreiches. Das liegt daran, dass die zahlreichen praktischen Beispiele als komplette Partien bis zum Schluss kommentiert werden. Da wären wir bei einer Glaubensfrage: manche meinen, man soll nur die Eröffnung analysieren und sobald die Variante mit irgendeinem klaren Ergebnis abgeschlossen ist, die restlichen Züge allenfalls unkommentiert aufführen, manche andere wollen wiederum keine unkommentierten Partiefragmente in Büchern sehen, dies sei fast nur noch ein ChessBase-Output und keine Leistung des Autors. Jeder muss für sich entscheiden, was ihm besser zusagt.

Otto Borik

Schachmagazin 64

04/2014


Die mit 1 ... Sf6 auf 1.e4 eingeleitete Aljechin-Verteidigung ist keine Anfängereröffnung. Gleich mit seinem ersten Zug gibt der Nachziehende zu erkennen, dass er jeder Stellungssymmetrie aus dem Weg gehen will. Er gibt seinem Gegner die Möglichkeit, unter Angriff auf den forschen Springer nach vorn zu preschen und so einen Raum- und Entwicklungsvorteil zu realisieren. Schwarz will dann aber genau diese gegnerischen Aufbauten unter Beschuss nehmen. Diese Strategie und dann auch noch in einer so verbindlichen Eröffnung wie der Aljechin-Verteidigung verlangt ein hohes Spielverständnis vom Spieler mit Schwarz und zusätzlich von Nutzen ist dann auch eine gehörige Portion Erfahrung.

Ein Eröffnungswerk zur Aljechin-Verteidigung sollte unter Beweis stellen, dass Autor und auch Verleger diese Ausgangslage vor Augen hatten, als sie es realisiert haben.

Unter besonders auch diesem Ansatz habe ich mir "The Alekhine Defence - move by move" von Cyrus Lakdawala angeschaut. Erschienen ist das Buch 2014 bei Everyman Chess, eben in der inzwischen wohlbekannten move by move-Reihe.

Das Werk beinhaltet neun Kapitel, in denen mittels 57 speziell kommentierter Partien die Anleitung gegeben werden soll, wie die Aljechin-Verteidigung zu spielen ist. Zugleich wird quasi ein Grundrepertoire vermittelt. Das Spezifische in der Kommentierung liegt darin, dass sie natürlich auf die Theorie der Eröffnung fokussiert ist und sich dabei eines besonderen Werkzeugs bedient. Der Text wird fortwährend durch an den Leser gerichtete Fragen und Übungen unterbrochen, die diesen zwingen, sich intensiv mit ganz spezifischen Aspekten und Problemen auseinanderzusetzen bzw. auch Varianten zu berechnen. Er ist bei einer konzentrierten und ehrgeizigen Arbeit mit dem Werk gezwungen, nicht nur zu konsumieren, sondern sich intensiv hineinzudenken und konstruktiv unter Beachtung der jeweiligen Stellungsgegebenheiten nach optimalen Entscheidungen zu suchen. Dabei wird das innere Auge geschärft, sodass er in seiner eigenen Partie sein Gedächtnis für Zugfolgen, Muster etc. nutzen kann. Zugleich wird automatisch sein Verständnis für die Eröffnung wachsen.

Lakdawala hat inzwischen eine gehörige Zahl an Büchern für die move by move-Reihe geschrieben und ich habe sie zum Zweck der Rezension durchgearbeitet. In der Vergangenheit hatte er das eine oder andere Mal das Mittel, Fragen an den Leser zu richten, für meinen Geschmack etwas arg strapaziert, indem er über Ausrufe etc. sehr ein Schüler-Lehrer-Gespräch zu simulieren versuchte. Zu intensiv an die gesprochene Sprache angelehnt wirkte es für mich dann etwas gekünstelt. In "The Alekhine Defence - move by move" ist mir nichts dergleichen aufgefallen, Lakdawala beschränkt sich auf sachliche Formulierungen.

Die Aljechin-Verteidigung ist für mich das Paradebeispiel für Eröffnungen, für die eine Behandlung in der move by move-Reihe ideal ist, insbesondere aus der Sicht des Klubspielers. Der braucht ein Werk, das ihn verstehen lässt, wie die Eröffnung zu spielen ist, sowie ein Grundrepertoire vermittelt. Für seine Zwecke reicht "The Alekhine Defence - move by move" meines Erachtens komplett aus. Macht er sich das Knowhow dieses Buches zu Eigen, kann er die Eröffnung auf Klubniveau spielen. Für höhere Ansprüche oder für den Einsatz der Verteidigung im Fernschach kann er ergänzend Spezialliteratur beiziehen. Immer aber wird er auf das Wissen zur generellen Behandlung der Eröffnung bauen können.

Eine ähnliche Rolle kann das Werk auch für den Fernschachspieler annehmen, der mit einer gut sortierten Partiendatenbank ausgestattet ist, mit der er den Buchvarianten zusätzlich "Fleisch an die Knochen geben" kann.

Wie eingangs bereits angemerkt, ist die Aljechin-Verteidigung für mich keine Anfängereröffnung. Dies bestätigt auch "The Alekhine Defence - move by move". Das Buch stellt Ansprüche an den Leser. Um die Stellungsbeurteilungen Lakdawalas nachvollziehen zu können, braucht der Leser schon ein gewisses Schachverständnis, das dem Novizen noch fehlt. Erst recht gilt diese Anforderungsschwelle für die Beantwortung der an den Leser gerichteten Fragen sowie das Erfüllen der Übungen. Der Anfänger wird nach meiner Erwartung schnell den Spaß an der Arbeit mit dem Werk verlieren, eben weil es ihn in weiten Bereichen überfordern wird.

Auffällig ist, dass Lakdawala in seinen Stellungsbeurteilungen sehr analytisch vorgeht und die wesentlichen Aspekte oft in der Form einer Aufzählung aufführt. Meinen Geschmack trifft er damit, weil dieser Stil dabei hilft, seine Einschätzung Punkt für Punkt und so mit einem roten Faden nachzuverfolgen und auch zu überprüfen. Auch dem Klubspieler kann es nicht schaden, wenn er über diese Beispiele im Werk wieder und wieder vor Augen geführt bekommt, wie man es machen kann, wenn es eine Stellung einzuschätzen gilt.

Ein kurzes Résumé schließt die besprochene Partie jeweils ab. Zumeist enthält es eine für den Leser wertvolle Information. In wenigen Fällen hatte ich den Eindruck, dass es in dieser Form entbehrlich gewesen wäre und eher dem Zweck eines einheitlichen Aufbaus diente.

Interessieren würde es mich, ob Autor und / oder Verlag aus politischer Richtung Kritik erfahren haben. In Anlehnung an die Strategie der Aljechin-Verteidigung findet sich vorne im Buch ein Vergleich, der Bush und Hitler quasi auf eine Stufe stellt. Mir ist dazu allerdings nichts bekannt.

Zur Sprache: Die Buchsprache ist Englisch, die Muttersprache des Autors. Die Anforderungen an die Fremdsprachkenntnisse des Lesers, spezifisch an dessen Vokabular, empfinde ich als hoch. Lakdawala nutzt einen sehr breiten Wortschatz, der mich oft gezwungen hat, die Bedeutung eines Wortes nachzuschauen. Mit seinen Englischkenntnissen sollte der Leser also "gut zu Fuß" oder aber Einbußen im flüssigen Arbeiten mit dem Werk in Kauf zu nehmen bereit sein.

Noch ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis: "The Alekhine Defence - move by move" ist - ausschnittsweise - wie folgt mit Inhalt versehen und organisiert:

1. Main Line Classical

2. Westerinen's Anti-Main Line

3. The Symmetrical Exchange Variation

4. The Asymmetrical Exchange Variation

5. The Four Pawns Attack

6. The Chase Variation

7. The Sc3 Exchange lines and minor variations

8. 2.Sc3 Default Line

9. Odds and Ends

Index of Variations

Fazit: "The Alekhine Defence - move by move" empfehle ich dem Spieler ab Klubniveau, der über ordentliche englische Sprachkenntnisse verfügt. Mit dem Werk bekommt er das Material in die Hand, mit dem er die Aljechin-Verteidigung zumindest zunächst ausreichend tief erlernen kann. Für höhere Ansprüche steht ihm die spätere Ergänzung über Spezialliteratur offen. Für den Fernschachspieler ist das Werk zusätzlich eine gute Basis für die eigene Partie, wenn es um die Erkenntnisse aus der gut sortierten Datenbank ergänzt eingesetzt wird.

Uwe Bekemann

Deutscher Fernschachbund

www.bdf-fernschachbund.de


Vom gleichnamigen Autor wie “Move by Move - Korchnoi” erschien auch jüngst das Buch “Move by Move - Alekhine Defence” und bringt ein lang ausstehendes Update zur Aljechin Verteidigung, die in der Literatur der letzten Jahre sehr in den Schatten gerückt war. Lange Zeit warteten die Freunde dieser sehr lebhaften Eröffnung auf eine Aktualisierung der Theorie und eine Behandlung und Repertoireempfehlung aus schwarzer Sicht.

Internationaler Meister Cyrus Lakdawala hat das Repertoire in folgende Kapitel unterteilt:

1 Hauptvariante Klassisch

2 Westerinen’s Anti-Hauptvariante

3 Die Symmetrische Abtauschvariante

4 Die Asymmetrische Abtauschvariante

5 Der Vierbauernangriff

6 Die Jagdvariante

7 Die Sc3 Abtauschvariante und Nebenvarianten

8 2 Sc3 Variante

9 Seltenes

Die Aljechin Verteidigung kann im Grunde mit ein paar wenigen Worten beschrieben werden: provokant, unterschätzt, nicht widerlegt! Schwarz provoziert die weiße Partei bereis im ersten Zug, indem der Springe auf ein Feld gezogen wird, von dem aus er den Bauern auf e4 angreift, ohne genügend Schutz im Zentrum zu besitzen. Daraus resultieren die bekannten Hauptvarianten. Weiß zieht den Bauern vor und vertreibt den Springer, der im Zentrum keinen Halt finden wird, da sich Schwarz noch keinen Bauernzug geleistet hat. In der Jagdvariante, wird der Springer bis aufs Äußerste gejagt und an den Rand des Brettes getrieben. Doch die schwarze Philosophie besteht in folgendem: Jedes große Reich, welches sich zu sehr und zu schnell ausgedehnt hat, ohne genügend Schutz an den Grenzposten zu besitzen, wurde verwundbar und bot genügend Ziele, an denen man zum Gegenschlag ansetzen konnte. Daraus resultiert auch der schwarze Plan in der Eröffnung bzw. dem entstehenden Mittelspiel. Mein Lieblingsautor Jeremy Silman schrieb einst: Wer dem Gegner ein starkes Zentrum überlässt, ist verpflichtet dieses rigoros zu bekämpfen, sonst wird es einen zerdrücken. Interessanterweise stammt dieser Leitspruch aus einem Beispiel der Aljechin Verteidigung!

Das Buch beinhaltet 57 Musterpartien, die eben jene Philosophie des Schwarzen auf den Punkt bringen. Die Züge sind reich an verbalen Erläuterungen und die beigefügten Fragen erleichtern ein Studium der Ideen und Pläne. Die Englische Sprache ist dabei kein großes Hindernis, da es der Autor versteht auch für nicht Muttersprachler zu schreiben und das Wesentliche an den Mann zu bringen, so dass auch Anfänger von diesem Buch großen Nutzen ziehen dürften.

Der Autor selber hat, wie man im Spielerverzeichnis schnell herausfinden kann, selber große Erfahrung mit der Eröffnung und ist daher qualifiziert, sein Wissen an eine neue Generation von angehenden Aljechinspielern weiterzugeben! Und wem der Autor nicht als Referenz genügt, dem sei gesagt, dass auch er aktuelle Weltmeister, GM Magnus Carlsen, bereits gegen Topspieler die schwarze Seite der “Macht” verteidigt hat!

Meines Erachtens ein großartiger Beitrag zu einem Thema, welches in den letzten Jahren nicht viel Beachtung geschenkt bekommen hat und stellt aktuell die wohl nützlichste Monographie zu dieser Variante dar! Für alle Freunde dieser Eröffnung definitiv ein Muss!

Lukas Wedrychowski

www.DailyChess.org

Juni 2014


(Rezension zu den beiden Büchern The Benko Gambit und The Alekhine Defence) :

In diesen beiden Bänden werden, wie in dieser Reihe üblich, auch scheinbar simple Dinge genauer angesprochen, deswegen auch der Untertitel "move by move“. Dabei werden zahlreiche Meisterpartien in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Eröffnungsbehandlung betrachtet. Nebenbei werden immer wieder Übungsaufgaben als auch Fragen zum vorhandenen Thema in den Raum gestellt. Die Antworten und Lösungen folgen darauf sofort und damit erfährt der Leser zeitnah ein Feedback auf seine Ideen. Die Bücher eignen sich für meinen Geschmack hervorragend zum eigenen Training oder auch im Schachunterricht im Verein. Durch das Frage- und Antwortspiel, die Übungsaufgaben und die detaillierte Kommentierung wird der Leser sehr gut in das jeweils vorhandene Thema miteinbezogen und kann daraus sehr viel lernen.

Uneingeschränkt zu empfehlen.

Martin Rieger

www.Schach-Welt.de

April 2014


Früher habe ich mit Schwarz Aljechin gespielt, aus verschiedenen Gründen. Um einen Oberligaspieler zu zitieren: "Wenn Weiß 1.e4 spielt - welchen Bauern willst Du denn da anfassen?“ Wenn man bei allen Bauernzügen Nachteile sieht, bleiben eben nur Springer übrig! Aljechin ist auch eher selten, so dass Theorie-Freunde sich doch mehr mit Sizilianisch, Spanisch oder Russisch beschäftigen. Außerdem ist Aljechin einfach kult. Daher war meine Neugier groß, als ich das Buch auspackte.

Lakdawala ist eine amerikanischer IM, der viele Bücher schreibt. Ich habe schon ein Buch von ihm, das mich auf schachlicher Seite nicht sehr überzeugt hat, vor allem, je genauer ich mich damit beschäftigte. Aber jetzt zu diesem Buch und auch hier wieder die Positiv-Negativ-Liste:

Positiv:

  • Lakdawala schreibt auch in diesem Werk wieder sehr unterhaltsam und lebendig. Es lohnt sich fast schon, seine Bücher nur wegen seines Schreibstils zu lesen, egal worüber er schreibt.

  • Das "move by move“-System mit den häufigen imaginären Frage des Lesers nutzt er exzellent. Sehr oft werden genau die Fragen gestellt, die mir bei den jeweils besprochenen Varianten auch in Sinn kommen.

  • Lakdawala ist in diesem Buch sehr klar über die Vor- und Nachteile der Aljechin-Eröffnung und beschönigt nichts - eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu einem seiner Vorgänger-Bücher. Beispiel gefällig? Er erklärt präzise, für wen die Aljechin-Eröffnung geeignet ist: Für Konterspieler, kühle Verteidiger und Leute, die gerne und / oder viel Theorie lernen. Er bringt´s auf den Punkt! Wer in diesen Punkten nicht gut ist, hat mit Aljechin zwar seine Freude, aber am Ende der Partie keine Punkte. Mein erster Schachtrainer (ein Profi-Trainer aus der ehemaligen UdSSR) sagte es mal etwas anders: Aljechin ist eine Eröffnung, die man nur spielen sollte, wenn man Experte ist, weil es für Weiß viele Varianten gibt, die brauchbar sind, ohne riskant zu sein, wohingegen Schwarz viele Stolpersteine umgehen muss, ohne danach eine deutlich bessere Stellung zu bekommen.

  • Bei zahlreichen kritischen Stellungen hilft Lakdawala mit anschaulichen Plänen. So bekommt man sehr oft eine Idee, wohin die Reise gehen muss.

Negativ:

  • Auch hier werden Partien bis weit in das Endspiel hinein kommentiert, obwohl diese Endspiele für die Eröffnung nicht mehr relevant sind. Das halte ich bei einem Eröffnungsbuch für überflüssig. Lakdawala hätte mehr seiner vielen für diese Buch geopferten Energie in die Beweggründe für die von Schwarz gespielten Züge 2-20 investieren sollen, das hätte Papier gespart und wäre zielführender.

  • Lakdawala bringt die Eröffnung selbst nicht voran. Neue Ideen mit eigenen Recherchen sind Mangelware. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, sondern passiert vielen Autoren - je niedriger ihre Spielstärke, desto häufiger ist es so.

  • Als Nachschlagewerk ist dieses Buch trotz seiner üppigen 370 Seiten nur bedingt geeignet, dazu gibt es zu viele Varianten im dichten Theoriewald, die nicht bearbeitet wurden.

  • Eine Einführung mit Darstellung der verschiedenen typischen Strukturen ist nicht vorhanden. Das wäre bei dieser sehr flexiblen Eröffnung aber auch ein schweres Ziel.

Fazit:

Zähe Lektüre ist etwas anderes: Wer sich als Spieler so einschätzt, wie ich es weiter oben beschrieben habe und schauen will, ob die Aljechin-Eröffnung etwas für ihn ist, hat hier einen schönen und kurzweiligen Einstieg, sobald er dieses Buch aufschlägt.

Dennis Calder, FIDE Instructor

März 2014