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LOAVR1D4V2BG
Autor

1.d4 - Dynamic Systems / GM Repertoire 2 B

Dutch, Benoni, Benko and Budapest Gambits

592 Seiten, gebunden, Quality, 1. Auflage 2019

Aus der Reihe »Grandmaster Repertoire«

34,34 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

When Boris Avrukh released his 1.d4 repertoire books in 2008 and 2010, they caused a sensation. GM Michael Adams remarked that “The high-quality Grandmaster Repertoire series has taken this format to a completely different level.” Avrukh’s newly revamped 1.d4 series has raised the bar even higher.

Volume 2B completes the series by providing cutting-edge antidotes to tricky defences such as the Dutch, various Benoni set-ups, Benko and Budapest Gambits, and anything else not covered in volumes 1A, 1B & 2A. With innumerable updates and improvements to the author’s previous work, this book is essential reading for any ambitious 1.d4 player.

Boris Avrukh is a grandmaster from Israel. He is an Olympiad gold medallist, former World Junior Champion and analysis partner of World Championship finalists.

Weitere Informationen
Gewicht 1,2 kg
Hersteller Quality
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2019
Autor Boris Awruch
Reihe Grandmaster Repertoire
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-1-78483-047-2
Seiten 592
Einband gebunden

003 Preface

006 Key to symbols used & Bibliography

Dutch

007 1) Stonewall - 5...Be7

025 2) Stonewall - 5...Bd6

059 3) Classical - Introduction

074 4) Classical - 7...Ne4 & 7...Qe8

094 5) Leningrad - Introduction

119 6) Leningrad - 7...c6 & 7...Ne4

141 7) Leningrad - 7...Qe8

165 8) St Petersburg

Benoni Systems

192 9) Czech Benoni - Sidelines

213 10) Czech Benoni - Main Lines

232 11) Closed Benoni

249 12) 1.d4 c5 2.d5 e6

265 13) Miscellaneous Lines

Benko Gambit

281 14) Sidelines

293 15) 5...Bxa6

310 16) 5...g6

Budapest Gambit

322 17) Fajarowicz

337 18) 3...Ng4 - Sidelines

351 19) 3...Ng4 - Main Lines

Modern Defence

366 20) 4...c5 & 4...Bg4

390 21) Main Line

1.d4 Nf6 2.c4

415 22) Old Indian

440 23) Pseudo Queen’s Indians

451 24) Black Knights’ Tango

Minor Lines

463 25) 1...d6

483 26) English Defence

517 27) 1...e6 2.c4 Bb4+

538 28) b-Pawn Systems

564 29) Odd Ideas

581 Variation Index

Mit "1.d4 - Dynamic Systems, Band 2b" aus der Reihe "Grandmaster Repertoire" von Quality Chess hat Boris Awruch im laufenden Jahr 2019 das Update seiner vor rund 10 Jahren in den Markt gelangten bahnbrechenden Werke über schwarze Systeme nach 1.d4 vollendet. Zugleich hat er damit seine Tätigkeit als Autor von Eröffnungsbüchern abgeschlossen, wie er eingangs schreibt. Es bleibt zu hoffen dass dies nur eine vorübergehende Abstinenz sein wird.

Der Umfang seiner Repertoire-Erörterung ist deutlich gewachsen, was sich auch daran ablesen lässt, dass aus ursprünglich zwei Bänden inzwischen vier geworden sind.

Der neue Band widmet sich den folgenden Systemen:

Holländische Verteidigung (8 Kapitel)

Benoni (5 Kapitel)

Wolga-Benkö-Gambit (3 Kapitel)

Budapester Gambit (3 Kapitel)

Moderne Verteidigung (2 Kapitel)

Seltener gespielte Systeme nach 1.d4 Sf6 2.c4 (3 Kapitel)

Selten gespielte Systeme nach 1.d4 (5 Kapitel).

Awruch hat seine damaligen Empfehlungen nicht nur aktualisiert und um neue Ideen und neues Material erweitert, sondern teilweise auch geändert bzw. ersetzt. Die bedeutendsten Änderungen dieser Art sind mir für das Wolga-Benkö-Gambit aufgefallen, bei dem er die Carlsen-Variante vertritt, wie auch für das Budapester Gambit, bei dem er den besonders großen Richtungswechsel von 4. Sf3 auf 4.Lf4 vollzieht.

Wie schon das damalige Ausgangswerk sind auch im neuen Buch zahlreiche Züge wieder als Neuerung gekennzeichnet.

Aus meinen früheren Rezensionen über Werke von Boris Awruch aus der Grandmaster Repertoire-Serie war schon zu ersehen, dass ich ein großer Anhänger seiner Art und Weise, dem Leser ein qualifiziertes Repertoire näherzubringen, bin. "1.d4 - Dynamic Systems, Band 2b" tritt passgenau in die Fußstapfen seiner Vorgänger und überzeugt mich in gleicher Weise. Awruch erläutert und erklärt sehr viel. Besonders hervorzuheben ist, dass er intensiv auch auf die Pläne eingeht, die den Spielweisen zugrunde liegen. Der Leser erfährt und versteht, wie nach seiner Interpretation der Theorie ein System zu spielen ist und welches die hierfür maßgeblichen Gründe sind. Dabei versteht er den Ansatz, ein großmeisterliches Repertoire anzubieten, nicht als einen Schritt in die Darstellung von Analysen und Fragmenten aus praktischen Partien in Tiefen, die wohl nur das Gedächtnis eines Großmeisters noch zu beherrschen vermag. Awruch stellt Hauptlinien dar, die er bestens erläutert, und bietet dem Leser damit ein geprüftes Repertoire an, aus dem dieser dann in seiner Partie mit dem erreichten Verständnis das Beste machen soll.

"1.d4 - Dynamic Systems, Band 2b" bedient sich der Aufbaustruktur des Baumprinzips aus Haupt- und Nebenvarianten. Beispielpartien sind nicht abgebildet, der Leser erhält "Theorie pur".

Jedes Kapitel enthält auf seiner ersten Seite eine Variantenübersicht, die mit dem Variantenübersicht über alle Buchinhalte hinweg auf den letzten Seiten des Werkes korrespondiert. So ist eine ausgezeichnete Navigation über alle Inhalte hinweg möglich.

Im Buch wird ein Repertoire für Weiß dargestellt. Dies bedeutet, dass alle wesentlichen schwarzen Alternativen behandelt werden. Auch aus der Warte des Spielers mit Schwarz ist "1.d4 - Dynamic Systems, Band 2b" gut zu verwenden, allerdings begrenzt auf den Rahmen der Auswahl, die Awruch für das weiße Repertoire trifft.

Die Bücher aus der Grandmaster Repertoire-Serie sind nicht billig. Dies gilt auch für das neue Werk, für das 29,99 Euro auf den Tisch zu legen sind. Ich kann aber versichern, dass "1.d4 - Dynamic Systems, Band 2b" jeden Cent wert ist. Wer das Buch nicht in einer kartonierten Fassung erwerben möchte, bekommt es gebunden und mit einem festen Einband für einen Aufschlag von fünf Euro.

Ein über fast 600 Seiten ausgebreitetes Repertoire ist das, was der Käufer für sein Geld erhält.

Für wen lohnt sich der Kauf des Buches? Zum prädestinierten Käuferkreis zählt für mich der ambitionierte Spieler, der die vom Buch abgedeckten Systeme in sein Repertoire aufnehmen möchte, insbesondere wenn er für diesen Zweck eine ausgezeichnete Grundlage für ein Selbststudium sucht. Gleiches gilt für den Spieler, der die vor rund zehn Jahren erschienenen Ursprungsbände besitzt und jetzt wieder komplett up to date kommen will.

Den Fernschachspieler reihe ich in diese Betrachtung ein.

Der Freizeitspieler und der Klubspieler, dem daran gelegen ist, grundsätzlich gut in seine Partie zu kommen, wird auch noch mit den Erstausgaben gut zurechtkommen. Wenn er seine Systeme vielleicht unter Zuhilfenahme von Schachzeitschriften oder weiterer Literatur auf Stand gehalten hat, gilt dies für ihn besonders.

Ansonsten ist mein Tipp: Die alten Bücher nicht weggeben, sondern weiter für seine eigenen Repertoireentscheidungen nutzen. Nicht jedem Gegner muss man auf denselben Repertoirewegen begegnen.

Englischkenntnisse auf einem ordentlichen Schulniveau sollten vorhanden sein, wenn ein recht bequemer Umgang mit dem Werk möglich sein soll.

Fazit: "1.d4 - Dynamic Systems, Band 2b" ist eine klare Kaufempfehlung, die sich besonders an den ambitionierten Spieler richtet. Er erhält ein Werk, das ihm ein ausgezeichnetes Weißrepertoire gegen die Holländische Verteidigung, Benoni, das Budapester Gambit und andere schwarze Verteidigungen verständlich vermittelt. Mit diesem Buch bestätigt Boris Awruch seinen Ruf, aktuell einer der besten Autoren auf dem Sektor der Eröffnungsliteratur zu sein.

Uwe Bekemann

Deutscher Fernschachbund

Oktober 2019


Wenn ich mich entscheiden müsste, welche Buchreihe die Openlandschaft am meisten geprägt hat, würde die Wahl wohl auf Großmeister Boris Avrukhs Grandmaster Repertoire Serie zu 1.d4 aus dem Quality Chess Verlag fallen. Diese erschien 2008 und plötzlich bemerkte ich, dass man überall Leute sah, die die empfohlenen Systeme mit 1.d4 und einem späteren g3, Lg2 spielten. Es war wie eine Seuche! Ich selbst war einige Male auch versucht, mich dem Gruppenzwang zu unterwerfen, hielt dem aber als e4-Spieler ganz gut stand. Nun findet auch die Neuauflage mit dem "Grandmaster Repertoire 2b- 1.d4 Dynamic Systems" das vor allem seltenere, aber dennoch gut spielbare Schwarzsysteme behandelt, ihren Abschluss. Aus den zwei Bänden der ursprünglichen Reihe sind mittlerweile vier geworden und es wurden nicht einfach nur die ursprünglichen Empfehlungen aktualisiert, sondern hier und da auch ganz frisches Material eingearbeitet. In diesem Band betrifft das das altehrwürdige Wolga Gambit sowie meine beiden alten Eröffnungslieben, das Budapester Gambit, das nach 1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Sg4 mit 4.Lf4 nun 4.Sf3 ersetzt, sowie die Neoaltindische Verteidigung, wo nach 1.d4 d6 nun statt 2.Sf3 2.c4 empfohlen wird, um nach e5 mit 3.Sc3 die Stellung in ruhige Bahnen zu lenken. In allen drei Eröffnungen wird vornehmlich auf g3 verzichtet, was vor allem im Wolga Gambit sehr viel Sinn macht.

Nach 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 b5 opfert Schwarz einen Bauern für Kompensation und Weiß muss schon eine gewisse Präzision an den Tag legen, um auf Vorteil spielen zu können. Das Faszinierende für mich war immer, dass Schwarz nach der Annahme 4.cxb5 a6 5.bxa6 Lxa6 6.Sc3 g6 7.e4 Lxf1 8.Kxf1 d6 9.Sf3 Lg7 10.g3 0-0 11.Kg2 Sbd7 12.h3 Da5 13.Te1 Tfb8 14.Te2 Se8 15.Tc2 Sc7 16.De2 Sb5 17.Sxb5 Dxb5 18.Dxb5 Txb5 paradoxerweise mit jedem Abtausch den Druck erhöht, weil Weiß mit seinen restlichen Figuren an die Damenflügelbauern gebunden ist. In der ersten Auflage wurde hier natürlich die Fianchettovariante empfohlen, die ich aber gar nicht so einfach für Weiß finde. Nun hat sich der Autor dem neuen Trend angeschlossen und die Carlsenvariante untersucht. Diese ist, wie er beschreibt, so neu, dass sie in vielen Büchern über das Wolga Gambit gar nicht besprochen wird. Ich möchte noch hinzufügen, dass sie auch sehr viel einfacher als die ursprüngliche Empfehlung zu spielen ist und gegen die oben gesehene übliche Schablone sehr gut funktioniert. Die Idee ist folgende. In der oben angegebenen Variante spielt Weiß 12.a4 und nach Da5 folgt 13.Ld2 Tfb8 14.Sb5 Db6 15.Dc2 und Schwarz kann den Druck auf die Damenflügelbauern nicht mehr erhöhen. Nach 15. ...Se8 kannte ich bisher nur 16.Lc3 und alles ist gedeckt, aber die Avrukhempfehlung 16.Tab1 sieht auch recht gut aus. Nach Sc7 17.Sxc7 Dxc7 18.b4 hat Weiß recht großen Vorteil. Schwarz muss also umdenken. Zuletzt wurde darum in einigen Partien 12. ...Ta6 mit der Idee Da8 diskutiert, um mit Sb6 und c4 gegen den a4 zu spielen, aber auch hier sieht die Avrukhempfehlung 13.Dc2 Da8 14.Ta3, um zur Not mit b3 den a4 zu decken, ohne dass der Turm auf a1 durch den Lg7 Probleme bekommt, ganz gut aus. 14. ...e6 15.dxe6 fxe6 16.Td1 d5 17.Sb5 Dc6 17.Kg1 gibt Schwarz dann auch nicht wirklich viel Kompensation.

Natürlich gibt es aber auch bei den restlichen Systemen neue Ideen. In der Holländischen Verteidigung bleibt es zwar bei den schon bekannten Plänen nach zum Beispiel 1.d4 f5 2.g3 Sf6 3.Lg2 e6 4.Sf3 d5 5.0-0 Ld6 6.c4 c6 7.Sc3 0-0 8.Dc2 Se4 9.Tb1 mit dem Bauernsturm am Damenflügel, aber natürlich hat sich auch diese Variante weiterentwickelt und findet nun ihre Hauptvariante in Sd7 10.b4 b5 11.cxb5 Sxc3 12.Dxc3 cxb5, wonach 13.Dc6 Sb6 14.Dxb5 Sc4 Schwarz Kompensation gibt, weshalb hier 13.Lg5 Db6 14.Tfc1 Lb7 15.De3 Tfe8 16.Lf4 Lxf4 17.Dxf4 Tac8 18.e3 empfohlen wird. Nun war der Autor aber etwas faul und gab hier nur Txc1 an, was in der Partie Colpe-Schroeder, Hamburg 2017 gespielt wurde. Die Fernschachpartie Yaroshenko-Chaika von 2015 hätte er aber zumindest mal erwähnen können. Dort führte 18. ...a6 nebst Tc4 zum Remis. Da Weiß allerdings auch dort immer ein wenig besser stand, sei es ihm verziehen.

Daneben gibt es vor allem einige Ben Oni Abarten wie 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e5 oder einen verzögerten Dzindzi nach 1.d4 g6 2.c4 Lg7 3.Sf3 d6 4.Sc3 c5 5.d5 Lxc3 6.bxc3 f5 und vieles mehr, aber stets muss Schwarz leiden und hat wenig Gewinnpotential.

Insgesamt gibt es auch hier wieder viele Ideen, mit denen Weiß Schwarz nach 1.d4 in den selteneren dynamischen Systemen peinigen kann. Die Auswahl der Partiefragmente ist gut und das Repertoire macht einen hervorragenden Eindruck. Wichtig ist natürlich der Hinweis, dass dies ein Großmeisterrepertoire sein soll und verbale Erklärungen darum recht kurz gehalten sind. Vollständige Partien sind auch nicht angedacht. Stattdessen muss man sich die Pläne und Ideen oft aus den angegebenen Varianten extrahieren, aber wenn man dazu bereit ist, wird man sicherlich davon profitieren. Ich denke, ab einer DWZ von 1800 sollte man mit dem Buch gut arbeiten können.

IM Dirk Schuh

Mai 2019