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Art.-Nr.: LOSOLTMAS
Vergriffen

The Modern Anti-Sicilian

1.e4 c5 2.a3 (leichte Lagerspuren)

534 Seiten, kartoniert, Chess Stars, 1. Auflage 2014.

21,95 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

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Details
Sprache Englisch
Autor Soloviov, Sergei
Verlag Chess Stars
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 500 g
Breite 15 cm
Höhe 22,5 cm
Seiten 534
ISBN-13 978-5903609338
Erscheinungsjahr 2014
Einband kartoniert
Inhalte

Part 1

1.e4 c5 2.a3 Nc6

Part 2

1.e4 c5 2.a3 e6

Part 3

1.e4 c5 2.a3 d6 3.b4

Part 4

1.e4 c5 2.a3 g6 3.b4

Part 5

1.e4 c5 2.a3 d5 3.exd5

Part 6

1.e4 c5 2.a3 Nf6 3.e5 Nd5 4.Nc3

Part 7

1.e4 c5 2.a3 Miscellaneous


Inhaltsverzeichnis im PDF-Format

Um zu wissen, was man mit diesem Buch anfangen kann, ist eine längere Vorrede notwendig. Es gibt eine Eröffnung 1. e4 c5 2. b4 namens sizilianisches Flügelgambit. Die Grundidee besteht darin, den Bauern c5 zu beseitigen, um nach z. B. 2. ... cxb4 mit baldigem d2-d4 das Zentrum zu besetzten. Doch der schwarze Bauer auf b4 ist nicht nur einfach ein Mehrbauer, er verhindert die natürliche Einflussnahme auf das Zentrum mit Sb1-c3, weswegen sich in den meisten mit dem Flügelgambit eröffneten Partien 3. a3 eingebürgert hat, mit der Idee 3. ... bxa3 4. d4 d5 5. exd5 Dxd5 6. Sc3 mit Tempogewinn. Doch gründlich von der Zeit geprüft, verlor das Gambit etwas an Attraktivität wegen 3. ... d5! 4. exd5 4. e5 ist ein anderes Thema. 4 ... Dxd5 Weiß kann jetzt nicht gut auf b4 schlagen, denn dann folgt ... De5+ mit Turmgewinn. In vielen Partien geschah deshalb zuerst 5. Sf3 aber dann kann Schwarz mit 5. ... e5 sofort Fuß im Zentrum fassen. Eine volle Kompensation für den Bauern ist nicht erkennbar, wofür auch die Statistik spricht, in 328 Partien erreichte Weiß eine nur 40 %ige Punktausbeute. Das war jetzt keine Eröffnungsanalyse, sondern nur eine Information zur ersten Orientierung. Das hier vorgestellte Buch befasst sich – wie schon auf dem Cover angekündigt – mit 1. e4 c5 2. a3

Weiß will damit das Flügelgambit verbessern In manchen Varianten erlangt Weiß Kompensation mit naheliegenden Zügen z. B.

a) 2 ... Sc6 3. b4 cxb4 4. axb4 Sxb4 5. c3 Sc6 6. d4, und das mächtige Zentrum sowie die offenen Linien am Damenflügel kompensieren den Bauern. Erfolgsstatistiken sind zwar kein Evangelium, aber die Zahlen sind schon aussagekräftig, in dieser Stellung beträgt die Erfolgsquote für Weiß über 60 %.

b) 2 ... e6 3. b4 cxb4 4. axb4 Lxb4. Weiß kann hier analog der ersten Variante mit c3 und d4 fortfahren und erneut ein mächtiges Bauernzentrum aufbauen.

c) 2 ... d5 – im Sinne der eingangs erwähnten besten Variante gegen das Flügelgambit in seiner alten Form (2. b4) – ist hier unergiebig wegen 3. exd5 Dxd5 (Nach 3. ... Sf6 ist 4. Lb5+ Ld7 5. Lc4 für Schwarz störend.) 4. Sc3, und hier ist ... De5+ mit keinem Turmgewinn auf a1 verbunden, folglich auch sinnlos, da Weiß nach e2 und Sf3 noch ein Tempo gewinnt. Nun soll mit diesen Beispielen die Eröffnung 1. e4 c5 2. a3 nicht zu einer Superwaffe hochstilisiert werden, eine beachtliche Möglichkeit ist sie sehr wohl. Ebenso wie in der enorm viel gespielten Alapin-Variante (1. e4 c5 2. c3) geschieht sehr früh ein Bauernzug mit dem Ziel, einen Bauernvorstoß folgen zu lassen (im Alapin ist es d2-d4, in unserem Beispiel b2-b4) und die Einflussnahme auf das Zentrum zu vergrößern.Der einzige Unterschied: die Alapin-Variante kann man auch ganz ruhig spielen, in der 2. a3-Variante muss Weiß zu einem Gambit bereit sein, das jedoch in der vorgestellten Form spielbar ist. Nicht siegbringend, aber spielbar, und das ist schon eine ganze Menge. Damit man es auch in der Praxis anwenden kann, muss man sich schon mit Musterpartien vertraut machen, und hier leistet das Buch von Soloviov eine gute Arbeit. Der Autor hat nicht nur das komplette Partiematerial zusammengetragen, sondern er ist erfreulicherweise nicht der Versuchung erlegen, mit einem Datenbank-Output eins von diesen fürchterlichen Büchern – die es leider auch gibt – zu produzieren, in denen zehntausende von Zügen stehen, dazu noch ein Berg von Computeranalysen, aber keine vernünftigen Erklärungen, was das Ganze soll und wo es lang geht. Der Autor ist nicht nur qualifiziert (IM mit Elo 2418, der als Jahrgang 1957 über eine langjährige Erfahrung verfügt), sondern auch interessiert ein gutes Buch zu machen und er bringt an vielen Stellen eine ausführliche verbale Erklärung. Zwar auf Englisch, aber bei Eröffnungsbüchern (das ist ja keine Belletristik) kommt man mit Schulenglisch zurecht.

Fazit: für Freunde der Gambit-Eröffnungen empfehlenswert.

Otto Borik

Schachmagazin 64

01/2014


Es gibt Bücher, die erregen bereits beim ersten Blick auf den Titel ein starkes Interesse in mir. Zu diesen zählt "The Modern Anti-Sicilian 1.e4 c5 2.a3" von Sergei Soloviov, eine im auslaufenden Jahr 2013 auf den Markt gekommene Neuerscheinung des bulgarischen Chess Stars-Verlags. Sobald Sie anhand der genannten Zugfolge erkennen, worin es darin geht, und dann hier lesen, dass das Buch insgesamt 552 Seiten lang ist, werden Sie sich vermutlich fragen, wie es dazu kommen kann. Bevor Sie zu falschen Vermutungen kommen: Das Werk trägt nicht etwa ein Taschenbuchformat, es ist "normal" groß. Das Schriftbild entspricht dem Üblichen, die Buchstaben sind nicht größer als in anderen Büchern. Und es enthält auch keine Riesenmenge an Diagrammen, die seinen Umfang aufblähen würden. Nein, es ist tatsächlich fast alles "Theorie", was der Leser mit "The Modern Anti-Sicilian 1.e4 c5 2.a3" erhält.

Das Wort "Theorie" habe ich bewusst in An- und Ausführungszeichen gesetzt, denn jeder halbwegs erfahrene Spieler weiß, dass es zu 1.e4 c5 3.a3 bisher nur spärlich etwas zu lesen gab. Wir müssen deshalb zunächst definieren, was wir hier unter dem Theoriebegriff verstehen wollen.

Sergei Soloviov hat nach eigener Angabe rund 10 Jahre darauf hingearbeitet, ein Buch wie dieses schreiben zu können. Verantwortlich für diesen sehr langen Zeitraum war auch die Erkenntnis, dass es bisher kaum etwas zum Thema gab, nicht zuletzt auch die Zahl auswertbarer Partien äußerst gering war. Überwiegend mit Schnell- und Blitzpartien hat er sich dann daran gemacht, an diesem Mangel etwas zu ändern. Für seine Blitzpartien nutzte er vor allem das Internet. Im Schnellschach organisierte er ein Thematurnier für die Teilnehmer der 57. Russischen Meisterschaft, St. Petersburg 2004. Heute kann er auch auf Großmeisterpartien zurückgreifen, gespielt von Bezgodov, Dobrov und anderen. Ein Wort zu Bezgodov: Er war Autor des Buches "Challenging the Sicilian with 2.a3!?" aus dem Jahr 2004, bei dessen Entstehen Soloviov Hilfestellung geleistet hat, also bereits vertieft ins Thema eingedrungen ist.

Das, was die Praxis mittels der Partien hervorgebracht hat, hat Soloviov kategorisiert, analysiert und bewertet. Dabei herausgekommen ist also etwas, was man ohne Übertreibung als Neuland bezeichnen kann. "Theorie" in diesem Sinne ist somit etwas anders als herkömmlich zu verstehen. Vielleicht kommt die Bezeichnung "Neue Vorschläge zur Theorie" dem Ganzen am nächsten.

Wie belastbar sind Soloviovs Linien, wie viel Vertrauen kann man in die Varianten stecken? Wenn ich hierzu eine klare Aussage treffen sollte, müsste ich mich aufs Glatteis begeben, denn natürlich ist es völlig unmöglich, im Rahmen der Arbeit an einer Rezension hierzu eine umfassende Prüfung durchzuführen. Ich muss also sagen, dass ich meine selbstgestellte Frage nicht beantworten kann. Zweifellos sagen kann ich aber, dass mir Soloviovs Analysen Vertrauen erweckend aussehen. Die Art und Weise seiner Untersuchung, die an Züge und Varianten gehefteten Aussagen sind dort, wo ich sie mir beispielhaft vertieft angeschaut habe, vernünftig und logisch.

Es ist ohnehin allgemein und ohne Ausnahme ratsam, ein Eröffnungsbuch nicht einfach nur zu konsumieren. Der Spieler sollte immer prüfen und abchecken, ob die Empfehlungen sein Vertrauen bekommen, ob sie seinen Fähigkeiten und Vorlieben entsprechen und auch, ob dem Autor Analyse- oder Bewertungsfehler unterlaufen sind. Fehlerlos ist kein einziges Eröffnungsbuch auf der Welt. Und mit dieser gewöhnlichen Grundhaltung, dieser gesunden Vorsicht kann der Leser sehr gut mit "The Modern Anti-Sicilian 1.e4 c5 2.a3" umgehen. Ich sehe nicht den geringsten Grund, die Finger von diesem Werk zu lassen, was ich an anderer Stelle als Ratschlag gelesen habe.

Ganz im Gegenteil - "The Modern Anti-Sicilian 1.e4 c5 2.a3" ist auf jeden Fall eine Fundgrube für neue Ideen und den Gegner verwirrende Aktionen. Der Spieler, der über die Arbeit mit diesem Buch mit der Themaeröffnung vertraut wird, ist seinem überraschten Gegner klar im Vorteil.

In einer anderen Rezension las ich die Frage danach, wer dieses Werk braucht, und dann auch die selbst gegebene Antwort "keiner". Diese Haltung empfinde ich als zu arrogant, denn natürlich wird es nicht wenige Interessenten geben, die nach der eigenen Einschätzung genau dieses Werk brauchen und sich von keinem Rezensenten vorhalten lassen wollen, mit ihrer Einschätzung falsch zu liegen. Ihr Kreis ist mindestens darüber zu definieren, was "The Modern Anti-Sicilian 1.e4 c5 2.a3" leisten kann. Wer mit 2.a3 und dann besonders mit der Absicht, das Sizilianische Flügelgambit mit Verzögerung zu spielen, in die Partie gehen will, wird dieses Werk gut gebrauchen können. Auf der Basis seines Kenntnisvorsprungs durch die Arbeit mit diesem Buch wird er dem Gegner Probleme stellen können, die dieser vor der Partie als auf sich zukommend noch nicht erahnen konnte. Ob es eine Vereinspartie ist, ein Duell um die Bezirksmeisterschaft oder im Blitzturnier - auf jeden Fall muss der Gegner im frühestmöglichen Partiestadium beweisen, dass er so gut spielt, dass er die weiße Eröffnungswahl zu widerlegen imstande ist.

Soloviov behandelt den Stoff in 46(!) Kapiteln, die sich über sieben Buchabschnitte verteilen. Nur diese Abschnitte bzw. Teile können hier hinsichtlich ihrer Inhalte abgebildet werden, die Aufnahme der Kapitelüberschriften würde den Rahmen der Rezension sprengen. Das Inhaltsverzeichnis weist somit die folgende oberrangige Gliederung auf:

Teil 1: 1.e4 c5 2.a3 Sc6

Teil 2: 1.e4 c5 2.a3 e6

Teil 3: 1.e4 c5 2.a3 d6 3.b4

Teil 4: 1.e4 c5 2.a3 g6 3.b4

Teil 5: 1.e4 c5 2.a3 d5 3.exd5

Teil 6: 1.e4 c5 2.a3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3

Teil 7: 1.e4 c5 2.a3 Verschiedenes.

Ein qualifiziertes Variantenverzeichnis auf den letzten Buchseiten erlaubt eine gezielte Navigation über alle Inhalte hinweg.

Soloviov spart nicht mit Erläuterungen für seine Einschätzungen, Bewertungen und Empfehlungen. Diese sehe ich in einem Werk wie diesem auch als sehr wichtig an, da es eben nicht "gewachsene" Theorie behandelt, sondern überwiegend ganz neue Wege und Linien. Um die Aussagen des Autors einschätzen und überprüfen zu können, braucht der Leser über die Varianten und Wertungen hinaus dessen zusätzliche Gedankengänge, Maßstäbe und Schwerpunkte. Kurz gesagt: Er braucht möglichst viel Hintergrund.

Indem das Buch nicht mit Texten spart, stellt es Anforderungen an die Fremdsprachkenntnisse des Lesers. Es ist, allerdings in einer Übersetzung, in Englisch geschrieben, wie man schon am Titel erkennt. Um wirklich flüssig mit dem Werk arbeiten zu können, sollte der Leser über gesicherte Englischkenntnisse verfügen. Passagenweise halte ich die Anforderungen für höher als gewöhnlich in Eröffnungsbüchern wie diesem.

Fazit: Ich empfehle "The Modern Anti-Sicilian 1.e4 c5 2.a3" zum Kauf, soweit ein Spieler bereit ist, mit kalkuliertem Risiko Neuland zu betreten und vor dem Einsatz einer Variante diese sorgfältig auch selbst zu prüfen. Das Buch zeichnet in weiten Bereichen ein Alleinstellungsmerkmal aus.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

April 2014


Mit dem Titel des Buches werden die Meinungen darüber wohl bereits auseinander gehen. Doch genau da setzt meiner Meinung nach die Quintessenz des Buches an und soll die Neugier des Lesers wecken. Ein neu geborener Anti-Sizilianer mit 2.a3!? Warum schreibe ich neu geboren? Nun, man kann nicht wirklich behaupten, dass es klare “Theorie” zu diesem System / Abspiel gibt. Der weiße Zug ist gleichermaßen modern wie exotisch, flexibel und doch tiefgründiger, als man beim ersten Blick erahnen mag.

Mit 2.a3 verschenkt Weiß nicht direkt ein Tempo. Er macht eher einen Abwartezug und sieht, wie sich Schwarz aufbauen möchte. Zugleich hält er sich die Optionen offen, je nachdem wie Schwarz reagiert, in eine günstige Version des offenen Sizilianers zu wechseln (nach Zügen wie ... a5, um das logische b2-b4 zu stoppen) oder aber in ein verzögertes Flügelgambit einzuschlagen. Dieses Gambit ist nicht ohne Gift und verspricht aktives Spiel für Weiß. Aus diesem Grund hat der Autor seine zehnjährige Erfahrung mit diesem System, die Übungspartien und Analysen einfließen lassen und präsentiert ihnen nun eine starke praktische Waffe, die unvorbereitete Gegner binnen 5-10 Zügen auf die Verliererstraße bringen können und garantiert auch werden! Sehen Sie sich bitte diese Stellung an, in der Weiß den Bauern opfert und dafür Zentrum und Initiative erhält:

1.e4 c5 2.a3 Sc6 3.b4 cxb4 4.axb4 Sxb4 5.d4 d5 6.c3 Sc6 7.exd5 Dxd5 8.Sa3!

Eine sehr tiefgründige Stellung mit vielen Fallstricken für den schwarzen Spieler und eine Position, in der sich Anhänger des Flügelgambits wohl fühlen sollten.

Die Frage bei einem Werk wie diesem ist immer, wie stichhaltig die Analysen und die einzelnen Ideen wirklich sind? Praktische Partien sind wie immer am wertvollsten, da es nicht nur darum geht die Varianten zu kennen, sondern auch die entstehenden Stellungen im Mittel- bzw. Endspiel sicher zu beherrschen. Wenn man sich in diesen Phasen jedoch von “einzigen Zügen” zu “einzigen Zügen” hangeln muss, stelle ich persönlich eine Idee gerne in Frage. In diesem Buch jedoch lassen sich durch verbale Erklärungen gut einzelne taktische Motive, die charakteristisch für die Strukturen nach dem Bauernopfer sind, herausgreifen und spielend leicht merken. Dadurch bekommt der Leser bei einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Buch und dem Abspiel ein Gespür dafür, welches Motiv er in einer Stellung wählen kann.

Dass der Autor es mit diesem Buch ernst sieht und wirklich bemüht ist, seine Idee zu so stichhaltig wie möglich zu machen zeigt das Inhaltsverzeichnis.Satte 46 Kapitel, aufgeteilt auf 7 Hauptkapitel zieren das Buch und analysieren so ziemlich jede von Schwarz erdenkliche Aufstellung. Den praktischen Gehalt dieser Analysen müssen wir abwarten, da noch nicht genügend Partien gespielt wurden, die diese Varianten und Ideen aussagekräftig bewerten würden.

Lukas Wedrychowski

www.DailyChess.org

März 2014


Was tut man als Autor und/oder Verleger, wenn die offizielle Eröffnungstheorie schon mehr als reichlich durch Bücher und DVD´s abgedeckt ist?

Wenn ich jetzt ganz gemein wäre, würde ich sagen, man erfindet sich seine eigene Theorie!

So ähnlich empfinde ich es bei dem vorliegenden Werk, The Modern Anti-Sicilian. Das Anti im Buchtitel suggeriert etwas Gegenteiliges, Erfolgversprechendes gegen 1.e4 c5. Modern ist es auch noch, na dann kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen! Oder? Wobei ich zugeben muss, dass die Idee 1.e4 c5 2.a3 sicher ganz interessant und betrachtungswürdig ist. Ob es dafür aber ein über 550 Seiten starkes Manifest sein muss? IM Sergei Soloviov ist Chef Editor des bulgarischen ChessStars Verlag, in der Vergangenheit hat er bereits einige Bücher auch selbst verfasst. Für dieses monumentale Werk hat er sich 10 Jahre Zeit genommen und in diesem Zeitraum nach eigner Auskunft ca. 4000 Partien zu dem Thema ausgewertet. Die Partien wurden größtenteils im Blitz/Schnellschachmodus absolviert. Das Urteil darüber, wie aussagekräftig das im Einzelnen wirklich ist, will ich jedem selbst überlassen. Ich persönlich würde mich auf alle Fälle nicht auf Blitz- oder Schnellpartien verlassen wollen.

Da die Theorie zu diesem Gebiet bisher nicht existent oder bestenfalls kümmerlich war, leuchtet das vorgehen des Autors, selbst für genügend Partiematerial zu sorgen, natürlich ein. Soloviovs Analysen scheinen sehr sorgfältig angefertigt worden zu sein, teilweise gehen die Untersuchungen sehr tief ins späte Mittelspiel hinein. Insgesamt 46 (!!) Kapitel gliedern das Material auf, auch hier ließ sich der Autor wahrlich nicht lumpen!

Das Buch dürfte mit Sicherheit für lange Zeit so etwas wie ein Referenzwerk für 2.a3 gegen Sizilianisch sein, etwas anderes ist aber für mich noch wichtiger:

Wer braucht solch ein Buch?

Meine ehrliche Antwort:

Keiner.

Sicher, die Idee ein verzögertes Flügelgambit (übrigens entstehen dabei auch Stellungen, die nach 1.e4 e6 2.Sf3 d5 3.e5 c5 4.b4 aufs Brett kommen) gegen Sizilianisch zu spielen ist funny. Aber die über 550 Seiten erschlagen einen, die Analysen (so gut sie auch sein mögen) gründen sich größtenteils auf Schnellpartien, man verliert einfach sehr schnell den Überblick.

Dazu kommt auch, dass man vor einigen Jahren die seltenen Varianten zum Überraschungszwecke gespielt hat und weil man vielleicht auch nicht so viel Zeit dafür investieren wollte. Soloviov kehrt diesen Umstand völlig um, nun muss man mehr lernen und wissen bei den Überraschungseröffnungen! Ich kann den Autor nur loben für seinen Fleiß, den er in dieses Monumentalwerk gesteckt hat. Trotzdem bleibt das Buch für mich nur ein theoretisches Gebilde ohne ein praxiserprobtes Fundament.

Martin Rieger

www.Schach-Welt.de

Februar 2014

The Modern Anti-Sicilian

EUR

21.95