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LESMYGDT

Geheimnisse des Turmendspiels

104 Seiten, kartoniert, Olms, 2006

Aus der Reihe »PraxisSchach«

15,00 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Mit 85 Jahren nimmt Wassili Smyslow zwar nicht mehr an Schachturnieren teil, aber er gibt seine gesammelten Erfahrun­gen an die jüngeren Generationen weiter. Dieses Ziel verfolgt er auch mit dem vorliegenden Werk und weiht die geschätzten Leser auf sehr persönliche Art und Weise in die Geheimnisse des Turmendspiels ein. In seiner aktiven Karriere war Smyslow, der gegen Michail Botwinnik drei Wettkämpfe um die Schach­krone bestritt, ein wahrer Endspiel-Virtuose, vor allem in Turm­endspielen. Diese besitzen im Übrigen deshalb eine große Be­deutung, weil etwa 50 Prozent aller Partien so entschieden wer­den und selbst die größten Experten nicht selten dabei unglaub­liche Irrtümer begehen. Seine interessantesten und lehrreichsten 60 eigenen Partien aus mehr als fünf Jahrzehnten hat Smyslow für diesen Band ausgewählt und leicht verständlich kommentiert.

Vorwort

Das Endspiel birgt viele Geheimnisse. Dringt man in sie ein, so eröffnet sich einem die erstaunliche Welt der schachlichen Harmo­nie. Weil die übergroße Mehrheit aller Partien im Endspiel entschieden wird, benötigt der qualifizierte Schachspieler für das letzte Sta­dium des Kampfes eine ausgefeilte Technik. Oft entfaltet sich gerade in dieser Partiepha­se ein erbittertes Ringen um die Realisierung eines kleinen Vorteils, der zuvor mühevoll angesammelt wurde.

Das Studium der Endspiele sollte der Ana­lyse von Eröffnungen und schwierigen Stel­lungen des Mittelspiels vorausgehen. Denn die richtige Methodik des Schachunterrichts besteht - analog zu anderen Disziplinen - im Übergang vom Einfachen zum Komplizier­ten.

Wie die Statistik vieler Schachwettkämpfe zeigt, werden etwa 50 Prozent aller Parti­en mit Turmendspielen beendet. Ihr Studi­um besitzt deshalb einen hohen praktischen Wert.

In jungen Jahren habe ich gemeinsam mit Großmeister Grigori Löwenfisch eine spezi­elle Monographie unter dem Titel Theorie der Turmendspiele verfasst. Darin untersuchten wir ausführlich typische Positionen, die für die richtige Orientierung auf dem Schach­brett unbedingt erforderlich sind. Denn die äußerliche Einfachheit der Turmendspiele darf nicht darüber hinweg täuschen, dass sie im praktischen Spiel meistens große Schwierigkeiten bereiten. Für ihre Überwin­dung sind nicht nur theoretische Kenntnisse notwendig, sondern es ist auch die Fähig­keit gefragt, ungewöhnliche Entscheidungen treffen zu können.

Und noch etwas: Turmendspiele haben die einmalige Besonderheit, dass selbst ein bedeutender materieller Vorteil sehr häu­fig nicht zum Sieg reicht. Das veranlasste einen der Klassiker des Schachs, Großmeis­ter Savielly Tartakower, zu dem scharfsinni­gen Aphorismus: »Turmendspiele sind im­mer remis!«

In meiner langjährigen Turnierpraxis gibt es eine bedeutende Anzahl von Partien, die mit einem Turmendspiel abgeschlossen wurden. Die interessantesten und lehrreichsten Bei­spiele finden Sie in diesem Sammelband. Ich hoffe, dass die Arbeit vor allem jungen Spielern Nutzen bringt, die sich schachlich vervollkommnen wollen.

Mein Dank gilt der Edition Olms für die Herausgabe des Buchs und dem Berliner Schachpublizisten Dagobert Kohlmeyer, der das Manuskript ins Deutsche übersetzt hat.

Wassili Smyslow

Moskau, im Juli 2006

Weitere Informationen
Gewicht 280 g
Hersteller Olms
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2006
Autor Wassili Smyslow
Reihe PraxisSchach
Sprache Deutsch
ISBN-13 9783283005207
Seiten 104
Einband kartoniert

006 Vorwort von Wassili Smyslow

1 Turm und Bauer gegen Turm

007 Turm und zwei Bauern gegen Turm und Bauer

012 2 Turm und drei Bauern gegen Turm und zwei Bauern

016 3 Gleichgewicht der Kräfte auf einem Flügel und Mehrbauer auf dem anderen

027 4 Freibauern auf verschiedenen Flügeln

5 Turm und zwei Bauern gegen Turm

031 Das Turm-Läuferbauer-Paar

038 6 Turmendspiele mit vielen Bauern und Übergewicht im Zentrum

042 7 Turmendspiele mit vielen Bauern und asymmetrischer Struktur

064 8 Endspiele mit vier Türmen

083 9 Turmendspiel-Studien

Schöne und strenge Regeln

089 Interview mit Wassili Smyslow zum Turmendspiel von Dagobert Kohlmeyer

094 Nachwort

096 Zwölf »goldene« Regeln des Turmendspiels von Großmeister Karsten Müller

104 Anhang

104 Verzeichnis der Gegner Smyslows

104 Eröffnungsverzeichnis

Vasily Smyslov needs nearly no introduction he was born in Moscow 1921 and has enjoyed a extremely long chess career. In the 1950s he challenged Botvinnik and become for one year world champion. It is very pleasant to mention that this great endgame expert has compiled 60 of his best rook endings in his latest Olms book “Secrets of Rook endgames”. The notes to the games are not to heavy but on the other hand very readable and provide the reader with essential specific rook knowledge. Pleasant is his use of complete games in this book but also the chapter studies and twelve golden rules from rook endgames from the great endgame expert GM Karsten Müller makes this book together with the excellent indexes very complete. Some game sin this book as Smyslov - Gufeld Moscow 1961 make easy 2,5 pages of text where the 85 year old Smyslov makes even use of help from latest chess engines as Fritz8! Rook endgames are very common in chess and I truly highly recommended this readable endgame book from Vasily Smyslov! Conclusion: Highly recommended!

John Elburg 2007/01

Der größte Erfolg von Wassili Smyslow war 1957 der Gewinn der Weltmeisterschaft gegen Michail Botwinnik. Über viele Jahrzehnte gehörte er zur absoluten Weltspitze und als Buchautor kennen wir ihn wohl am besten durch sein gemeinsam mit Grigori Löwenfisch verfasstes Standardwerk 'Theorie und Praxis der Turmendspiele'.

Um Turmendspiele geht es auch in diesem Buch, das jetzt als Band 74 der Reihe Praxis Schach beim Verlag Edition Olms erschien. Hauptinhalt sind 60 vollständige Turnierpartien von Wassili Smyslow, die alle in ein Turmendspiel münden. Bis zum Erreichen der Endspielstellung ist nur die Notation angegeben, danach sind die Züge eingehend kommentiert. Die Partien sind nach Themen geordnet wie zum Beispiel 'Turm und Bauer gegen Turm' oder 'Freibauern auf verschiedenen Flügeln'.

Den Abschluss des für Fortgeschrittene lehrreichen und unterhaltsamen Buches bilden Studien über Turmendspiele, ein Interview von Dagobert Kohlmeyer mit Wassili Smyslow und ein Beitrag des Endspielexperten Karsten Müller über zwölf goldene Regeln des Turmendspiels.

Schach Markt

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Wassili Smyslows "Geheimnisse des Turmendspiels" ist keine Neuauflage, sondern schließt an einen Klassiker an, nämlich "Die Theorie und Praxis der Turmendspiele", die der heute 85-Jährige auf Deutsch 1985 zusam­men mit Grigori Löwenfisch beim Schmaus-Verlag veröffentlichte. Smyslow bezieht sich im neuen 100-Seiten-Opus auf diesen Vor­gänger, der seinerzeit vor allem Basiswissen vermitteln wollte. Beim neuen Werk handelt es sich um 60 Turmendspielstellungen und 11 Studien aus dem Schaffen des siebten Schach-Weltmeisters. Allerdings musste der Verlag viel dazutun, um die Fragmente zu einem schmalen Band zu strecken. Und hier ist leider keine klare Linie erkennbar.

Den Turmstellungen wurden kommentar­los die kompletten Partienotationen vorange­stellt. Meist nach der Hälfte der Züge taucht ohne Erläuterung ein Diagramm auf, wobei die Stellung keinerlei Bezug zum Turmend­spiel aufweist. Hier hätte man sich besser auf die Visualisierung der Übergänge vom halb­vollen Brett in das betreffende Turmendspiel fokussiert. Etliche Beispiele sind spartanisch kommentiert, weil Smyslow einfach viele Grundlagen beim Leser voraussetzt. Ärger­lich ist ein fünfseitiges Interview, in dem alle Thesen und Meinungen des Vorworts noch einmal episch ausgebreitet auftauchen und mehrfach die sattsam bekannte Bedeutung des klassischen Erbes erwähnt wird. Hier hät­te eine Seite mit knappen Maximen und Hin­weisen besser getan (z. B. zum Einsatz des Computers bei der Analyse oder zu weiterem Studienmaterial). Dann wäre man auch intel­lektuell auf Augenhöhe mit einer trefflichen Ergänzung gewesen. Karsten Müller stellt abschließend auf acht Seiten zwölf "goldene Regeln" für das Turtnendspiel vor. Mit diesem Mini-Kompendium sind niedrigere Spielstär­ken nicht ganz im Stich gelassen worden. Wer sich aber zum gesamten Themenkomplex ein pfiffiges Buch gönnen will, greift besser zu John Emms "The Survival Guide to Rook Endings" (Everyman 1999, ca. 22 Euro) - dann allerdings in Englisch. Die ultimative Bilanz der Turmendspiele von Smyslow steht also noch aus. Urteil: Bedingt tauglich für Exper­ten dieses Endspielmetiers!

Harald Fietz, Schach Magazin 64 4/2007

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Auf dem Rücktitel wird der Autor wie folgt beschrieben: "Mit 85 Jah­ren nimmt Wassili Smyslow zwar nicht mehr an Schachturnieren teil, aber zum Credo des siebten Welt­meisters (1957-1958) gehört es, sei­ne gesammelten Erfahrungen wei­terzugeben. Auf ganz persönliche Art und Weise weiht er den Leser in die Geheimnisse des Turmendspiels ein. Smyslow galt in seiner aktiven Karriere als wahrer Endspiel-Virtuo­se. Turmendspiele besitzen auch deshalb eine große Bedeutung, weil etwa 50 Prozent aller Partien so ent­schieden werden und selbst die größten Experten nicht selten dabei unglaubliche Irrtümer begehen. Sei­ne interessantesten und lehrreichsten 60 eigenen Partien aus mehr als fünf Jahrzehnten hat Smyslow fiir diesen Band ausgewählt und leicht ver­ständlich kommentiert, damit auch Sie künftig Erfolg im Turmendspiel haben." Der Inhalt ist in diese Kapi­tel gegliedert:

Vorwort von Wassili Smyslow

1. Turm und Bauer gegen Turm, Turm und zwei Bauern gegen Turm und Bauer

2. Turm und drei Bauern gegen Turm und zwei Bauern

3. Gleichgewicht der Kräfte auf ei­nem Flügel und Mehrbauer auf dem anderen

4. Freibauern auf verschiedenen Flü­geln

5. Turm und zwei Bauern gegen Turm, Das Turm-Läuferbauer-Paar

6. Turmendspiele mit vielen Bauern und Übergewicht im Zentrum

7. Turmendspiele mit vielen Bauern und asymmetrischer Struktur

8. Endspiele mit vier Türmen

9. Turmendspiel-Studien

Sodann folgen die Abschnitte "Schöne und strenge Regeln" (ein Interview mit Wassili Smyslow zum Turmendspiel von Dagobert Kohl­meyer), ein "Nachwort" von Ray-

mond Stolze, "Zwölf »goldene« Re­geln des Turmendspiels" von Groß­meister Karsten Müller und schließ­lich ein Anhang mit einem Verzeich­nis der Gegner Smyslows und ein Eröffnungsverzeichnis. Knapp 200 Diagramme begleiten den Text. Ein vollständiges Register hat das Buch leider nicht.

Überraschenderweise konzentriert sich der Autor nicht nur auf die Turmendspiele seiner Partien, son­dern gibt die 60 Partien zunächst in Gänze wieder. So erscheint im Kapi­tel 3 beispielsweise gleich seine Par­tie gegen A. Kotschijew, 1978, bis zum 75. Zug in voller Notation und ohne Kommentar, nur einmal beim 25. Zug durch ein Diagramm unter­brochen, bis hier die entscheidende Stellung im 75. Zug erreicht ist, die wiederum ein Diagramm erhält. Di­rekt unter diesem Diagramm taucht wie auch in den anderen Beispielen jeweils ein Kasten mit einer Ein­schätzung der Stellung auf, die aus einem bis zwei kurzen Sätzen be­steht. Auch in der weiteren Kom­mentierung hält sich der Autor mit seinen Kommentaren sehr oft zurück und beschränkt sich auf das Wesent­liche. Hier sei das Endspiel Nr. 58 aus dem Jahr 1984 Kasparov - Smyslow wegen seiner Kürze im Original wiedergegeben: "1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.c4 c6 4.Sc3 e6 5.Lg5 dxc4 6.e4 b5 7.e5 h6 8. Lh4 g5 9.Sxg5 hxg5 10.Lxg5 L e7 11.exf6 Lxf6 12.Lxf6 Dxf6 13.g3 Sa6 14.Lg2 Lb7 15.Se4 De7 16.0-0 0-0-0 17.a4 Kb8 18.Dd2 b4 19.Tac1 f5 20.Sg5 e5 21.Txc4 c5 22.Lxb7 Dxb7 23.De3 exd4 24.De5+ Ka8 25.Se6 Dh7 26.h4 The8 27.De2 Td6 28.Df3+ Db7 29.Dxb7+ Kxb7 30.Sxc5+ Sxc5 31.Txc5

Einschätzung der Stellung: Die schwarzen Bauern sind schwach, und der Nachziehende hat auch noch einen weniger. Aber sein starker Freibauer auf der d-Linie bedeutet für ihn die Rettung.

31...d3 32.Td1 Te2 33.Tb5+ Jetzt ist das Remis unvermeidlich. Aussichtsreicher ist 33.b3, zum Bei­spiel 33..f4 34.gxf4 Td4 35.h5 mit weißer Initiative.

33...Ka6 34.Txb4

Zum Unentschieden führt auch 34.Kf1 Txb2 35.h5 b3 36.Kg2 d2 37.Kf3 Th6 38.Ke2 Th8 39.Txf5 Te8+ 40.Kd3 Td8+ 41.Ke3.

34...d2 35.Kf1 Tde6 36.Kg2 Td6 = "

Mit der Einschätzung der Stellung wird die Notation also nunmehr in Fettschrift gesetzt, um diesen Teil als Endspiel zu klassifizieren. Der überwiegende Teil der 60 Partien wie auch die obige endet im Remis. Schon in seinem Vorwort weist der Ex-Weltmeister auf diese Besonder­heit hin, indem er schreibt: "Und noch etwas: Turmendspiele haben die einmalige Besonderheit, dass selbst ein bedeutender materieller Vorteil sehr häufig nicht zum Sieg reicht. Das veranlasste einen der Klassiker des Schachs, Großmeister Savielly Tartakower, zu dem scharf­sinnigen Aphorismus: "Turmend­spiele sind immer remis!"

Nach fehlerhaften Endspielen muss man nicht suchen, denn bei einem Meister wie Smyslow wäre das eine vergebliche Mühe. Dass er selber aber auch Schachprogramme zur Überprüfung eingesetzt hat, verrät er einmal indirekt. Das Buch ist wie ei­ne Mischung aus Lehrbuch und Reminiszens zu lesen. Unterstützt wird diese Lesart durch den Abschnitt, der auf die Partien folgt: Im Inter­view "Schöne und strenge Regeln" mit Dagobert Kohlmeyer berichtet Smyslow von seinen ganz persönli­chen Erfahrungen mit dem Schach­spiel. Hier offenbart er sich auch über seine künstlerischen Neigungen und Freunde, so dass wir ein abge­rundetes Bild des ehemaligen Schachweltmeisters erhalten. Das Buch ist fast wie sein Testament zu verstehen. Weshalb aber Raymund Stolze ein Nachwort schrieb, bleibt dem Rezensenten verschlossen. Wassili Smyslows Darlegungen sprechen doch für sich. Noch unver­ständlicher bleibt, dass sich an die­ses Nachwort ein Beitrag von Kars­ten Müller anschließt, in dem zwölf goldene Regeln des Turmendspiels aufgeführt sind. Dies erweckt fast den Eindruck, als hätte der welt­meisterliche Autor uns zuvor ganz wichtige Dinge zum Endspiel ver­schwiegen. Schade! Ohne diese zwei Beiträge wäre das Buch reicher gewesen.

Das Buch richtet sich an fortge­schrittene Vereinsspieler, die bereits weitgehende Kenntnisse zum Turm­endspiel aufweisen, und Schach­sammler, weil sie damit ein rundum abgerundetes Bild eines einstigen Schachweltmeisters in den Händen haben.

Gerhard Josten, Rochade Europa 2/2007