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LXKASTES

The Exchange Sacrifice

A Practical Guide

256 Seiten, kartoniert, Russel, 1. Auflage 2016

22,52 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

The Inscrutable Exchange Sacrifice!

The exchange sacrifice, giving up a rook for a bishop or knight, is one of the more mysterious concepts for most players to fathom.

In this book – the first of its kind dedicated exclusively to the various types of positional exchange sacrifices – Belarussian grandmaster Sergey Kasparov weighs the pros and cons of this sacrifice – when it should be “on,” and when not.

With almost 200 annotated games, he examines common themes in exchange sacrifices, including Domination, Fighting for the Initiative, Utilizing an Advantage, Launching an Attack against the King, Reducing Your Opponent’s Offensive Potential, Destroying a Pawn Chain, Building a Fortress, Activating Your Bishop, and much more.

He also takes a look at a selection of games by former world champions Tigran Petrosian and Anatoly Karpov and their handling of this sacrifice.

This book has the ability to add an important, practical dimension to your game – the positional exchange sacrifice.

Whether you are evaluating the possibility of sacrificing the exchange, or perhaps preparing to defend against it, Sergey Kasparov’s ground-breaking work will help you sort things out.

It is a practical guide which makes the exchange sacrifice more, well, scrutable!

International grandmaster Sergey Kasparov , with his popular writing style and insightful observations, is a favorite author and instructor in contemporary chess circles. Previous books include The Dynamic Benko Gambit (2012), Steamrolling the Sicilian (2013) and A Cunning Chess Opening for Black (2015).

Weitere Informationen
Gewicht 340 g
Hersteller Russel
Breite 15,1 cm
Höhe 22,8 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2016
Autor Sergey Kasparov
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-1941270226
Seiten 256
Einband kartoniert

004 Signs & Symbols

005 Introduction

Part I - The Games of Two World Champions

007 Chapter 1 The Exchange Sacrifice in Games of Tigran Petrosian

023 Chapter 2 The Exchange Sacrifice in Games of Anatoly Karpov

Part II: Common Themes in Exchange Sacrifices

046 Chapter 3 Domination

062 Chapter 4 Fighting for the Initiative

087 Chapter 5 Trying to "Muddy the Waters"

108 Chapter 6 Utilizing an Advantage

120 Chapter 7 Simply the Best

134 Chapter 8 Launching an Attack against the King

150 Chapter 9 Reducing Your Opponent’s Offensive Potential

165 Chapter 10 Destroying a Pawn Chain

188 Chapter 11 Building a Fortress

221 Chapter 12 Activating Your Bishop

243 Conclusion

244 Exercises

250 Solutions

252 Game Index

Einem sehr interessanten Thema widmet sich Sergey Kasparov in seinem Buch "The Exchange Sacrifice", im laufenden Jahr 2016 bei Russell Enterprises erschienen. Es geht darin um das Qualitätsopfer, bei dem die opfernde Seite einen Turm gegen einen Läufer oder gegen einen Springer gibt. Das Buch soll ein "praktischer Leitfaden" für den Leser sein.

Kasparov hat verschiedene Situationen, die jeweils einen Typus dieses Opfers klassifizieren, ermittelt. In 10 Kapiteln arbeitet er diese dann heraus und stellt sie dem Leser vor. Die ersten beiden Kapitel sind aber zunächst den beiden früheren Weltmeistern Tigran Petrosjan und Anatoly Karpow gewidmet, die beide für den expliziten Einsatz dieser Waffe bekannt sind. Ganz besonders gilt dies für Petrosjan, der das Qualitätsopfer als Element des Positionsspiels nutzte und (welt-)meisterlich zu behandeln wusste.

Alle Darstellungen bedienen sich praktischer Partien als Medium. In der von Kasparov getroffenen Auswahl finden sich überwiegend "neuzeitliche" Begegnungen wieder, sie können aber auch schon mal mehrere Jahrzehnte als sein. Historische Schätzchen hat er aber nicht eingebaut. Für das, was er vermitteln möchte, ist das Alter einer verwendeten Partie gleichgültig. Ich finde seine Auswahl gelungen.

Insgesamt haben 197 Partien ihren Platz im Werk gefunden. Sie werden ganzheitlich dargestellt, wobei die Eröffnungsphase und auch die Partiephase nach dem für das jeweilige Qualitätsopfer interessanten Bereich nicht kommentiert wird bzw. mit schmalen Anmerkungen auskommen muss.

Anstelle einer Aufnahme des Inhaltsverzeichnisses stelle ich nachstehend die von Kasparov isolierten Arten von Qualitätsopfern nach deren Situation bzw. Intention vor, so wie sie in der Reihenfolge des Werkes ab dem 3. Kapitel jeweils behandelt werden.

- Dominanz: Um eine eigene Dominanz in der Partie zu entwickeln oder eine gegnerische Dominanz zu brechen.

- Initiative: Hier geht es um die Entwicklung der eigenen Aktivität, um den Kampf um die Initiative in der Partie.

- Fischen im Trüben: Der Gegner soll aus dem Konzept gebracht werden. Der opfernde Spieler mag schlechter stehen und wird über kurz oder lang verlieren. Bei einem Qualitätsopfer hat er also nicht wirklich etwas zu verlieren und nutzt nur die mit ihm verbundenen Möglichkeiten.

- Realisierung eines Vorteils: Die opfernde Partei verfügt über einen Stellungsvorteil und macht diesen über das Qualitätsopfer (endgültig) klar.

- Bester Zug: Der Opferzug ist schlicht der beste in der gegebenen Situation oder sogar der einzige.

- Einleitung eines Königsangriffs: Ein Angriffsmanöver gegen den feindlichen König beginnt mit dem Qualitätsopfer.

- Reduzierung des Materials: Das gegnerische Offensivpotenzial wird durch Abtausch unter Hergabe der Qualität reduziert.

- Zerstörung der Bauernstellung: Eine intakte gegnerische Bauernkette wird durch das Opfer demoliert.

- Bau einer Festung: Das Qualitätsopfer kann mehrere aktive und passive Ausrichtungen haben. Eine davon ist der Bau einer Festung zur eigenen Verteidigung oder der Kampf gegen den erfolgreichen Bau einer Festung durch den Gegner.

- Läuferaktivierung: Hier wird der statische Wert Material für den dynamischen Wert der Aktivierung des bisher unzureichend wirksam eingesetzten Läufers gegeben.

An "The Exchange Sacrifice" gefällt mir:

1. Die Idee, dieses Buch zu schreiben. Soweit mir bekannt füllt es eine Lücke, weil das Qualitätsopfer in einer vergleichbaren Intensität und Analytik bisher in der Literatur nicht behandelt worden ist.

2. Die Klassifizierung der Opferarten bzw. der Intentionen / Zwecke. Das Qualitätsopfer ist in sich gut entsprechend eingeteilt, definiert und abgegrenzt. Ich erkenne keine Lücken.

3. Die Darstellung anhand von vollständigen Praxisbeispielen unter reduzierter Kommentierung der weniger relevanten Partiephasen.

4. Anzahl und Positionierung der Diagramme, die es zulassen, sich mit dem Werk auch ohne Brett zu beschäftigen.

5. Die lockere Erzählweise, die das Buch nie langweilig werden lässt und auch etliche narrative Elemente einbezieht.

6. Die auf den Punkt konzentrierte Kommentierung, über die das Qualitätsopfer jeweils selbst genügend beleuchtet wird und sonstige Aspekte in den Rückraum treten.

7. Vom Leser zu erfüllende Übungsaufgaben mit einer Skalierung zur Leistungsbewertung. Am Ende des Buches ist der Lernerfolg des Lesers gefragt, indem er jeweils anhand einer Diagrammstellung und einer kurzen Aufgabenstellung Möglichkeiten für Qualitätsopfer bestätigen oder verwerfen soll. Er darf sich dann nach erreichten Punktwerten einem Leistungsbereich in einem breiten Spektrum zuordnen, wobei die humorvoll gestalteten Stufendefinitionen schon andeuten, dass hier der Spaß ein besonderer Begleiter sein soll.

An "The Exchange Sacrifice" gefällt mir nicht:

1. Ich vermisse einen theoretischen Unterbau für das zu Erlernende. Kasparov setzt sehr und sehr gut gemacht auf eine Anleitung des Lesers anhand gut nachvollziehbarer Beispiele. Er ergänzt diese Anleitung aber nicht mittels einer Abstraktion in die Richtung von Stellungsmerkmalen, die eine Opferreife anzeigen können, Lehrsätze zur Ausführung etc. Mit beispielweise einer echten wertenden Zusammenfassung am Ende eines Kapitels, mit Hinweis- und Merkkästchen an der jeweiligen Stelle des Geschehens oder auch mit einem eigenständigen Kapitel zur "Theorie des Qualitätsopfers" wäre hier noch einiges zu machen gewesen.

2. Die textliche Gestaltung wirkt manchmal etwas unaufgeräumt, die Übersicht ist manchmal nur mit etwas mehr als der gewöhnlich erforderlichen Mühe zu halten. Etwas mehr Struktur gebende Elemente wie (deutliche) Absätze hätten dem Nachteil vorbeugen können.

Der Drucksetzer hat gelegentlich mit deutlich erkennbaren Eingriffen darauf hingewirkt, die Inhalte korrekt und platzsparend einzubinden. Partiell geringere Schriftbreiten wie auch abweichende Zeilenabstände waren dann das Mittel seiner Wahl, die aber für den Leser zu unterschiedlichen Darstellungen innerhalb zusammengehörender Bereiche führen.

Die Buchsprache ist Englisch. Der Satzbau ist regelmäßig einfach, das Vokabular zumeist auf das für Schachbücher Übliche beschränkt.

Fazit: "The Exchange Sacrifice" ist ein gutes und damit empfehlenswertes Werk, das vor allem auch eine wichtige Lücke füllt. Der Leser wird zweifellos in seiner Spielstärke profitieren, wenn er den darin enthaltenen Stoff konzentriert durcharbeitet. Er wird dabei von der unterhaltsamen Art der Kommentierung des Autors unterstützt. Allgemeine Ausführungen zur Theorie des Qualitätsopfers hätten dieses gute Werk noch etwas besser gemacht. "The Exchange Sacrifice" spricht in meinen Augen den Spieler weitgehend unabhängig von dessen Leistungsbereich an. In der ersten Reihe steht für mich dabei allerdings der Klubspieler.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Oktober 2016


Als Anfänger lernen wir, dass ein Turm 5 Bauern wert ist und Läufer oder Springer 3. Dies ist ein einfaches System, das uns Sicherheit gibt, aber mit voranschreitender Spielstärke merken wir, dass es eben nicht so einfach ist. So ist der Turm zum Beispiel in geschlosseneren Stellungen ohne offene Linien oft nicht mehr so mobil und kann leicht von einem Springer oder Läufer neutralisiert werden. Dies muss man erst einmal richtig einzuschätzen wissen.

Am schwierigsten ist es jedoch, einen Turm gegen eine Leichtfigur zu opfern. Selbst in geschlossenen Stellungen scheut man intuitiv davor zurück, da dies doch einen Materialverlust bedeutet. Um diese psychologische Hürde zu senken oder ganz auszuhebeln, benötigt man genug Wissen über Stellungen, in denen Leichtfiguren Türme neutralisieren oder gar ganz ausstechen können.

Hier kommt das Buch "The Exchange Sacrifice- A Practical Guide" aus dem Russell Enterprises Verlag ins Spiel. In diesem zeigt Großmeister Sergey Kasparov knapp 200 Beispiele zu diesem Themengebiet.

Dabei geht es nicht nur um Angriffstellungen, in denen das schematische Qualitätsopfer die Königsfestung dermaßen lockert, dass man fast forciert gewinnt. Manchmal opfert man diese auch, um die Initiative an sich zu reißen und manchmal für das nackte Überleben in der Verteidigung.

Als erweiterte Einleitung gibt es dabei Qualitätsopfer aus dem Schaffen zweier Schachgrößen.

Die Erste wird wohl jeder erfahrene Schachspieler erraten können. Tigran Petrosian hat einige grandiose Opfer dieser Art gebracht und damit einerseits angegriffen, aber vor allem auch verteidigt. Anatoly Karpow kam mir bei diesem Thema weniger in den Sinn, wohl zu Unrecht. Allerdings werden von beiden Koryphäen des Schach auch Partien präsentiert, wo gegen sie geopfert wurde.

Danach werden Qualitätsopfer nach 10 Themen geordnet präsentiert. Dabei geht es um Angriffs- wie auch Verteidigungsopfer. Sehr interessant fand ich einerseits das psychologische Qualitätsopfer, um in schlechterer Stellung Gegenspiel zu erzeugen beziehungsweise den Gegner abzulenken, aber auch das positionelle Qualitätsopfer, mit dem die gegnerische Bauernstruktur entwertet wird, nicht nur die am gegnerischen König.

Spannend wird es vor allem, wenn man nicht einmal einen Bauern dafür bekommt, aber durch die vielen Beispiele zeigt der Autor klar auf, welche Mechanismen greifen müssen, damit es funktioniert.

Sehr gut finde ich auch, dass er keineswegs die rosarote Brille aufsetzt. Oft genug werden auch Qualitäten geopfert, ohne dass dies durchschlägt oder gar ausgleicht. Man soll als Leser nicht glauben, dass jede Möglichkeit zu solch einem Opfer auch gut ist.

Die Beispiele sind sehr gut gewählt. Teils kennt man sie schon, aber es gibt es auch viel neues Material, unter anderem aus dem Schaffen des Autoren selbst. Auch hier erscheint er recht objektiv und nimmt kein Blatt vor den Mund. Überhaupt ist der Sprachstil gewohnt locker und unterhaltsam, wie man es aus seinen anderen Werken kennt. Bezeichnend ist die Passage, in der er jungen Schachspielern, die von Tigran Petrosian noch nie etwas gehört haben, bittet, doch einfach mal bei Wikipedia nachzuschauen.

So habe ich auch schon einigen Schülern etwas Wissen zur Schachgeschichte vermitteln können.

Insgesamt ist dies ein Buch mit tollen Beispielen. Für mich war auch sehr positiv, dass die Partien vollständig abgedruckt wurden, auch wenn die Kommentare natürlich erst beim Opfer selbst einsetzen.

Wer wirklich das Mittel des Qualitätsopfers studieren möchte, ist hier gut beraten.

IM Dirk Schuh

August 2016