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Das Mittelspiel im Schach

216 Seiten, kartoniert, Beyer, 2. Auflage 2016, original erschienen 1922

19,80 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Das Mittelspiel, die nur unscharf abgegrenzte Phase zwischen Eröffnung und Endspiel, ist für die meisten Schachspieler der bedeutsamste und faszinierendste Teil der Partie. Ungleich den anderen Partiephasen, die von Theoriekenntnissen und Systematik beherrscht sind, kann sich insbesondere im Mittelspiel die Kreativität des Spielers entfalten. Dieser ist stetig gefordert, die Gesetze positionsgemäßen Vorgehens und die Elemente der Taktik auf immer neue Spielsituationen anzuwenden.

Erst relativ spät ist eine systematisch-logische Behandlung des Mittelspiels versucht worden. Das 1922 in englischer Erstauflage publizierte Buch von Snosko-Borowski gilt als dasjenige, das sich erstmals dieser Thematik in einer gründlichen Analyse angenommen hat. Ein Buch, zu dem Capablanca einst bemerkte, es sei nahezu das einzige zum Thema, das er einer Lektüre für wert erachte. Dieser Klassiker, 1926 in deutscher Übersetzung erschienen, bietet Einsteigern auch heute noch eine klare und solide Einführung in den Partieabschnitt, von dem der Autor sagt: "Das Mittelspiel ... ist das eigentliche Schach; das Schach mit all seinen Möglichkeiten, seinen Angriffen, Verteidigungen, Opfern, usw.“

Für die vorliegende Neuauflage wurde der Text gründlich durchgesehen und korrigiert, dabei Übersetzungsfehler oder missverständliche Darstellungen ausgeräumt. Der Gewinn an Lesbarkeit und Eingängigkeit des Textes wird allen Schach-Schülern zugutekommen, die anhand dieses Lehrbuchs grundlegende Einsichten zur Führung des Mittelspiels erwerben wollen.

Weitere Informationen
Gewicht 420 g
Hersteller Beyer
Breite 14,5 cm
Höhe 21 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2016
Autor Eugène Snosko-Borowsky
Sprache Deutsch
Auflage 2
ISBN-13 978-395920-010-3
Jahr der Originalausgabe 1922
Seiten 216
Einband kartoniert

Teil I - Allgemeine Betrachtungen beim Schachspiel

012 Kapitel l. Die Elemente des Schachs

012 Raum

020 Zeit

021 Kraft

036 Kapitel II. Die Steine und ihre Verwendung

036 Bauern

045 Der König

047 Dame, Springer, Turm und Läufer

055 Kapitel III. Die wesentlichen Grundlagen des Spiels

055 Gewinn an Kraft, Raum und Zeit

060 Drohungen

065 Kapitel IV. Allgemeine Bemerkungen über die Eröffnung

Teil II - Das Mittelspiel

070 Kapitel l. Allgemeine Bemerkungen über das Mittelspiel

072 Abschätzung der Stellung

082 Entwurf und Ausführung des Spielplanes

109 Kapitel II. Überlegene Stellungen

109 Einleitung

114 Vorteil an Kraft

120 Zeitvorteil

127 Raumvorteil

137 Kapitel III. Schlechtere Stellungen

137 Einleitung

140 Unterlegenheit an Kraft

144 Nachteil in der Zeit

149 Unterlegenheit im Raum

157 Kapitel IV. Ausgeglichene Stellungen

Teil III - Beispiele

176 Kapitel l. Einleitung

177 Kapitel II. Manöver

177 Brettumfassende Manöver

178 Manöver im Zentrum

179 Manöver auf den Flügeln

180 Bauernmanöver

182 Kapitel III. Angriff

182 Angriff im Zentrum

183 Kombinierter Zentrums- und Flügelangriff

185 Angriff auf den in der Mitte stehenden König

188 Angriff auf beiden Flügeln

189 Angriff auf die kurze Rochade

191 Bauernopfer zwecks Linienöffnung

192 Zertrümmerung der feindlichen Bauernstellung durch eigene Bauern

193 Bauernsturm

194 Angriff mit den Läufern

195 Angriff mit den Springern

196 Angriff auf die lange Rochade

198 Kapitel IV. Verteidigung

198 Passive Verteidigung

200 Passive Verteidigung mit Übergang zum Gegenangriff

201 Gegenangriff

203 Verteidigung mittels Gegenkombination

205 Kapitel V. Gegenschlag

205 Gegenschlag im Zentrum

207 Gegenschlag im Zentrum und auf den Flügeln

208 Gegenschlag auf verschiedenen Flügeln

210 Gegenschlag auf demselben Flügel

212 Gegenschlag auf dem ganzen Brett

214 Schlusswort

Der russ.-franz. Meister Snosko-Borowski (nachfolgend kurz S.-B. genannt) war Autor mehrerer Klassiker, darunter "Eröffnungsfallen am Schachbrett" und "So darfst du nicht Schach spielen". Weniger bekannt, aber vielleicht sein bestes Werk ist "Das Mittelspiel". S.-B. wendet sich bevorzugt an die Zielgruppe Hobbyspieler bis Klubspieler und trifft wie kaum ein anderer den richtigen Ton, Schach leicht fasslich zu erklären.

Das Buch besteht aus drei Teilen. In "I. Allgemeine Betrachtungen beim Schachspiel" erklärt S.-B. Grundelemente des Spiels. Fortgeschrittene mögen geneigt sein, diesen Teil zu überschlagen, aber sie würden etwas verpassen. Niemand erklärt diese Grundlagen zu gut wie S.-B. und einiges wird auch Fortgeschrittene in Erstaunen versetzen und zum Nachdenken anregen.

In "II. Das Mittelspiel" behandelt S.-B. überlegene, schlechtere und ausgeglichene Stellungen. Anders als bei den meisten Büchern, die den Leser mit Varianten überschütten, finden wir hier ausführliche und sehr gut verständliche Textkommentare, denen auch Leser ohne große Vorkenntnisse leicht folgen können.

In "III. Beispiele" behandeln die Unterkapitel Manövrieren, Angriff, Verteidigung und die verschiedenen Arten des Gegenangriffs. Dies alles wird an gut gewählten Partiefragmenten demonstriert und ist ebenso gut kommentiert wie in den vorhergegangenen Kapiteln.

S.-B. Werk übertrifft Nimzowitsch hoch gelobtes Buch "Mein System" bei weitem, besonders für den Leser mit geringerer Spielstärke. Und man kann das "in einem Schachbuch lesen" hier absolut wörtlich nehmen. Wenige Bücher bieten derart viele Textkommentare. Die Vollnotation macht das Nachspielen zudem leichter. "Das Mittelspiel" ist nicht nur ein ausgezeichnetes Lehrbuch und eine Fundgrube für Schachtrainer, sondern in vielen Teilen auch eine anregende Lektüre zum Schmökern.

Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, aus dem weniger erfahrene Spieler eine Menge für ihr eigenes Spiel mitnehmen können und das so leicht verständlich geschrieben ist, dass man sich bei der Lektüre nicht zu quälen braucht.

Ottmar Walther

März 2017


Rezensionen zu Vorauflagen:

Snosko-Borowskis Werk gilt als eines der frühesten Bücher über die Behandlung des Mittelspiels im Schach. Es erschien 1922 in London, erlebte aber viele Übersetzungen; 1926 kam die erste deutsche Ausgabe heraus. Die jetzt neubearbeitete Ausgabe des Klassikers läßt sich nicht im Schnellverfahren querlesen; der Verfasser geht systematisch vor und zeigt, wie die Elemente Raum, Zeit und Kraft (Material) ständig gegeneinander abgewogen werden müssen.

Stefan Bücker, Schachreport 12/95

Leider gibt die Neuausgabe dieses Werkes von Eugen Alexandrowitsch Snosko-Borowski (1884 - 1954) keine Auskunft über ihre Vorlage. Mir liegt mittlerweile eine de-Gruyter Ausgabe von 1926 vor, die wörtlich übernommen zu sein scheint. Für die damalige Zeit war die systematische Betrachtung des Mittelspiels, worauf auch der Autor hinweist, eine Rarität.

Snosko-Borowski behandelt zunächst - ähnlich wie seinerzeit Tarrasch - mit allgemeinen Betrachtungen und Begründungen die Elemente des Schachs (Raum, Zeit und Kraft) und ihre gegenseitige Verwobenheit. Im zweiten Teil führt er Kriterien zur Abschätzung einer Stellung an und untersucht die Eigenart und Erfordernisse überlegener, schwächerer und gleicher Stellungen, ehe er im dritten, etwas kürzeren Teil, weitere Beispiele anführt.

Ein gewichtiger Vorteil gegenüber so manchem modernen Mittelspielbuch ist, daß der Leser nicht durch unzählige, aber zu knapp kommentierte Beispiele erschlagen wird. Vielmehr erklärt der Autor ausführlich jede Beispielstellung und gibt Einblick in das Wesen des Schachspiels, was insbesondere schwächeren Spielern zugute kommen wird. Diese Stärke ist aus heutiger Sicht jedoch zugleich auch ein wenig Schwäche, denn vieles wird doch recht breit vorgetragen, was heute schon vielen selbstverständlich geworden ist und sich in prägnante Regeln gekleidet schneller erklären ließe. Außerdem fehlen naturgemäß einige wichtige Schacherkenntnisse und Begriffe der letzten Jahrzehnte. Heute würde man speziell für turniererfahrene Spieler sicher ausführlich über die Rolle der Initiative, über Dynamik und Harmonieprinzipien, über den Übergang Eröffnung zum Mittelspiel, über typische Pläne bei bestimmten Bauernformationen usw. schreiben. So läßt sich insgesamt sagen: Die Erkenntnisse des Buches haben nichts an Wert verloren, nur ist es heute nicht mehr das einzige brauchbare Mittelspielbuch. Die Beyer-Neuauflage ist aber weiterhin vor allem aus schachhistorischer Sicht als auch für den Amateurbereich interessant.

Helmut Riedl, Rochade Europa 4/96