Währung
Sprache
Toggle Nav
Tel: (02501) 9288 320

Wir beraten Sie gern!

Wir sind für Sie da

Versandkostenfrei

Innerhalb Deutschlands ab 50 €

Mein Warenkorb Mein Warenkorb
Artikelnummer
LEMUEDEDW1

Die Endspielkunst der Weltmeister Band 1

von Steinitz bis Tal

226 Seiten, gebunden mit Leseband, Beyer, 1. Auflage 2021

29,80 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Also available in english langugage: The Best Endgames of the World Champions Vol. 1", 27,80 €, item no. LEMUETBEOTWC1
Da die Schachweltmeister natürlich in allen Bereichen des Spiels herausragen, kann man von ihrem Können am meisten lernen, und es versteht sich von selbst, dass das Endspiel diesbezüglich keine Ausnahme bildet. Ganz gleich, ob sie renommierte Taktiker oder hervorragende Positionsspieler waren - ganz gleich, ob sie ihre Eröffnungen in aller Tiefe analysierten oder diese eher intuitiv spielten: Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass einer von ihnen den höchsten Titel hätte erlangen können, wenn er nicht auch die Endspielphase weltmeisterlich beherrscht hätte.
Und um seinen Lesern zu ermöglichen, von den Weltmeistern zu lernen, hat der Autor sein Augenmerk vorneweg auf deren individuell gegebene Spezialgebiete gerichtet - wie z.B. auf Steinitz' gekonnten Umgang mit dem Läuferpaar, Laskers Verteidigungskunst, Capablancas Einsatz des Königs, Aljechins Angriffskunst in der 4. Partiephase, Euwes geschickte Nutzung von Freibauern, Botwinniks eiserne Logik und weitsichtige Strategie, Smyslows minutiöse Turmendspiele und Tals Magie, die oft auch im Endspiel zauberhaft zum Zuge kam.
Darüber hinaus werden allerlei „immergrüne Klassiker" der einzelnen Spieler geboten, von denen einige dank aktueller Analysen in neuem Licht erscheinen. Auch erhält der Leser die optimale Trainingsmöglichkeit, sich anhand zahlreicher Aufgaben in die Lage der Weltmeister zu versetzen und selbst nach Lösungen zu suchen. Da am Rande auch auf das Modell der 4 Spielertypen eingegangen wird (Aktivspieler, Pragmatiker, Theoretiker und Reflektor), können zusätzlich Aufschlüsse über die Bedeutung dieses Themas speziell im Endspiel erlangt werden.
Und in diesem Sinne spricht der rumänische Großmeister und Endspielexperte Mihail Marin in seinem Geleitwort die Einladung aus, sich mit den herausragendsten Endspielleistungen der Weltmeister nicht einfach nur zu beschäftigen, sondern diese durchaus auch zu genießen.


Mittels QR Codes bei jedem Diagramm können Sie die Stellung direkt auf Ihr Smartphone holen und diese analysieren oder nachspielen, je nach Bedarf. Das umständliche und fehlerbehaftete Eingeben per Hand entfällt und die analoge und digitale Welt gehen direkt ineinander über.
Weitere Informationen
EAN 9783959201414
Gewicht 770 g
Hersteller Beyer
Breite 19,5 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2021
Autor Karsten Müller
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-13 978-3-95920-141-4
Seiten 226
Einband gebunden mit Leseband
006 Vorwort
007 Geleitwort von GM Mihail Marin
009 Zwei Vorbemerkungen
012 Zeichenerklärung
014 Der erste Weltmeister - Wilhelm Steinitz
039 Lösungen der Aufgaben
044 Der zweite Weltmeister - Emanuel Lasker
060 Lösungen der Aufgaben
064 Der dritte Weltmeister - José Raul Capablanca
082 Lösungen der Aufgaben
086 Der vierte Weltmeister - Alexander Aljechin
110 Lösungen der Aufgaben
116 Der fünfte Weltmeister - Max Euwe
140 Lösungen der Aufgaben
148 Der sechste Weltmeister - Michail Botwinnik
171 Lösungen der Aufgaben
176 Der siebte Weltmeister - Wassili Smyslow
194 Lösungen der Aufgaben
200 Der achte Weltmeister - Michail Tal
215 Lösungen der Aufgaben
219 Über den Autor
220 Spielerverzeichnis
228 Quellenverzeichnis
„Die Endspielkunst der Weltmeister” hat der deutsche Großmeister und anerkannte Endspielexperte Karsten Müller in seiner aus zwei Bänden bestehenden gleichnamigen Reihe unter die Lupe genommen. Die Bücher sind 2021 als Neuausgaben im Joachim Beyer Verlag erschienen und greifen teilweise auf Material zurück, das zuvor schon in elektronischer Form bei Chessbase erschienen ist. Hierdurch wurde es möglich, im Buch verwendete Beispiele zusätzlich mit einem QR-Code zu versehen, der dem Leser auf Wunsch zu einem Sprung ins Internet, eben zu Chessbase, verhilft. So kann der Leser den QR-Code mit seinem Smartphone oder Tablet einscannen und gleich darauf - mit dem Tablet natürlich wegen der größeren Darstellung deutlich bequemer - am virtuellen Brett die Beispiele nachspielen.

Beide Bände präsentieren sich als gelungene Symbiose aus Inhalten, die Schachbücher zu Sachbüchern machen, sowie Unterhaltung. Dabei stehen zwei Dinge im Vordergrund; diese sind die Vermittlung von Endspielwissen mit Schulung und Training der eigenen Fertigkeiten des Lesers und eine ehrende Darstellung der Weltmeister im Schach vor dem Hintergrund deren jeweils ganz spezifischer Fähigkeiten, die sie im Endspiel auf dem Brett demonstriert haben.
So erinnert „Die Endspielkunst der Weltmeister” an ein Sammelwerk über kulinarische Köstlichkeiten, für die jedes Rezept mit einer besonderen Note eines dafür berühmten Meisterkochs versehen beschrieben wird.

Beide Bände haben wenig mit einem Lehrbuch zur Endspielführung gemein. So wird kein (Grundlagen-)Wissen zu Spieltechniken vermittelt, sondern vorausgesetzt. Entsprechend richten sie sich zuvorderst an den stärkeren Spieler, der also, um das eben genutzte Bild aus der Küche aufzuwärmen, den Kochlöffel bereits recht gut zu schwingen weiß.

Müller hat, mit Steinitz beginnend, jedem Weltmeister in einer chronologischen Reihenfolge über beide Bände hinweg ein Kapitel gewidmet. Zunächst wird dieser auf einer Doppelseite kurz vorgestellt, links mit einem Foto und rechts mit zentralen Informationen zu seiner Person und zu seinen Weltmeisterschaftskämpfen. Diese werden ergänzt um Müllers Einschätzungen zum Spielertyp, dem er den Porträtierten zuweist. Dabei nimmt er Bezug auf die Klassifizierungen, die er ausführlich und gemeinsam mit GM Luis Engel in „Spielertypen”, Joachim Beyer Verlag 2020, vorgenommen hat (Aktivspieler, Theoretiker, Reflektoren und Pragmatiker). Bei der Vorstellung und Analyse ausgewählter Beispiele aus dem Schaffen des Weltmeisters greift er diese Einstufungen häufig wieder auf.
Der Leser, der das genannte Spezialwerk nicht besitzt, ist nicht etwa aufgeschmissen, indem er über kein Vorwissen zu Spielertypen verfügt. Im Rahmen der Vorbemerkungen stellt Müller die wichtigsten Informationen dazu bereit.

Der 1. Band, der ausweislich des zum Vorwort genannten Datums April 2021 offenbar zeitlich nach dem Schwesternband (Datumsangabe: Februar 2021) fertig geworden ist, befasst sich mit den folgenden Weltmeistern und jeweiligen Gegenständen, für deren Behandlung im Endspiel sie besonders bekannt sind:
Steinitz (Läuferpaar), Lasker (Verteidigungskunst), Capablanca (Einsatz des Königs), Aljechin (Angriffskunst speziell im Endspiel), Euwe (Freibauern), Botwinnik (Logik und weitsichtige Strategie), Smyslow (Turmendspiele) und Tal (Magie, womit in etwa die Fähigkeit gemeint ist, überraschende und wie aus der Luft gezaubert anmutende Lösungen zu finden).

Die gleichartige Zusammenstellung zum 2. Band sieht wie folgt aus:
Petrosjan (Gespür bei der Entscheidung zum „richtigen” Abtausch; Endspiel Turm + Springer gegen Turm + Läufer mit Vorteil Springer), Spasski (Initiative), Fischer (Präzision im Endspiel Turm + Läufer gegen Turm + Springer mit Vorteil Läufer), Karpov (Dominanz- und Restriktionsmethoden), Kasparow (Königsangriffe bei reduziertem Material), Kramnik (strategisches Powerplay speziell auf einem geschwächten Farbkomplex), Anand (fortdauerndes aktives Druckspiel) und Carlsen (Technik im Endspiel Türme und gleichfarbige Läufer).

Karsten Müller nimmt die behandelten Endspiele zumeist ohne eine Betrachtung der vorderen Partiephasen auf, indem er die Startstellung mittels eines Diagramms definiert. Dazu erfährt der Leser die Namen der Spieler mit Farbverteilung und die Veranstaltung, in der das Duell ausgetragen worden ist. Die weiteren Zugnummern entsprechen zumeist jenen in der vollständigen Partie selbst.
Natürlich hat Müller kein bisher unbekanntes Material ausgegraben. Manche Beispiele haben schon Eingang in andere Werke gefunden, aber nicht mit der aktuellen Kommentierung aus der Feder des Autors und eben nicht mit der besonders auf eine bestimmte Fähigkeit des beteiligten Weltmeisters gerichteten Lupe.
Die Analysen sind oft anspruchsvoll, die angebotenen Erläuterungen unterstützen aber beim Verständnis. Keinen Brückenschlag stellen diese allerdings zu den oben schon einmal von mir erwähnten Grundtechniken der Endspielführung her. Wer von diesem Kurs der „angewandten Endspielführung” wirklich profitieren möchte, sollte also bereits über ein gesichertes Endspiel-Knowhow verfügen und dieses bei der Arbeit mit den Beispielen im Buch im Hinterkopf haben.

Karsten Müller orientiert sich an den Feinheiten, die Weltmeister in ihren Endspielen besonders beherrschen und die in den gezielt ausgewählten Beispielen entsprechend gut zur Anwendung gelangt sind. Der Leser kann darin mindestens die Schönheit des Endspiels und des Schachspiels genießen, mit genügend Ehrgeiz und Lernwillen aber auch am Beispiel lernen.
In die Kommentierung eingearbeitet sind immer wieder mal ganz spezifisch zum Geschehen gestellte Fragen bzw. Aufgaben. Damit erreicht Müller, dass sich der Leser mit ganz bestimmten Problemlagen befasst, diese analysiert und Lösungen sucht. Beispielsweise spricht er in der Kommentierung eine in der Partie schlummernde Pointe an, um diese über eine solche Aufgabe bald darauf vom Leser suchen zu lassen.
Die Lösungen findet der Leser gesammelt am Ende des Kapitels. Eben dort abgebildet sind auch die Lösungen auf die Aufgaben, die gesammelt in einem Übungsteil im Anschluss an die Vorstellung der Einzelbeispiele auf den Leser warten. Diese Aufgaben richten sich mit einem Ausgangsdiagramm und einer Aufgabenbeschreibung an den Leser. Sie sind ebenfalls mit einem QR-Code ausgestattet, so dass sie auch mit Smartphone oder Tablet bearbeitet werden können.
Wenn ich vorstehend etwas forsch von „Kapiteln” gesprochen habe, so nehme ich damit die formelle Ungenauigkeit in Kauf, dass „Die Endspielkunst der Weltmeister” nicht ausdrücklich in Kapitel unterteilt ist. Als Kapitel sehe ich jeweils den abgeschlossenen Bereich an, der einem Weltmeister jeweils gewidmet ist, also von seiner Vorstellung bis zur Lösung auf die Aufgabenstellungen.

Das Geleitwort in beiden Bänden stammt vom rumänischen Großmeister Mihail Marin, der auch selbst als großer Endspielkenner gilt. Er skizziert das Potenzial, dass sich mit „Die Endspielkunst der Weltmeister” verbindet, in Abhängigkeit mit der Bereitschaft des Lesers, es sich verfügbar zu machen, sehr treffend, indem er schreibt: „Das bloße Lesen von Schachbüchern macht nicht automatisch stärker. (…) Vielmehr sollte ein gutes Schachbuch dem Leser einen zuverlässigen Ausgangspunkt für eigenständige Denkarbeit und eigenständiges Analysieren bieten.”

Ich möchte auch noch einen Blick auf ein paar „technische Details” richten.
Der Käufer erhält beide Bände im robusten Hardcover mit einer qualifizierten Bindung und auch einem Lesebändchen. Damit hat der Joachim Beyer Verlag ihnen eine Rahmen gegeben, der in Sachen Qualität heutzutage eher eine Ausnahme ist. Die Bücher „geben also etwas her” und sie versprechen eine Robustheit, die dem Besitzer eine lange Freude schenken wird.
Das Druckbild ist sehr sauber, das verwendete Papier ist von hoher Qualität. Es wäre schlicht eine erbsenzählerische Nörgelei, wenn ich wenige Trennungsstriche, die in Worten zu finden sind, weil sie offenbar manuell ins Manuskript genommen und beim maschinellen Umbruch an eine falsche Stelle verschlagen worden sind, als Mangel bezeichnen würde.

Fazit: „Die Endspielkunst der Weltmeister” ist ein unterhaltsames Spezialwerk zur Endspielführung, das sich besonders an den Spieler richtet, der bereits eine gewisse Spielstärke erreicht hat. Diese definiert sich u.a. dadurch, dass er bereits über ein Knowhow zur Endspielführung verfügt, auf das er bei der Betrachtung von ausgewählten Feinheiten zurückgreifen kann.
Es greift u.a. auch die Idee auf, die Spielführung mit Spielertypen in Verbindung zu bringen. Indem dabei alle bisherigen Weltmeister mit Beispielen aus ihrer Endspielpraxis porträtiert und dabei individuelle besondere Fertigkeiten unter die Lupo kommen werden, lässt „Die Endspielkunst der Weltmeister” ganz neues Wissen entstehen.

Nun sind fast 30 Euro je Band bzw. fast 60 Euro für beide keine Kleinigkeit. Die Bücher sind in meinen Augen aber jeden Cent wert. Und vielleicht gibt „Die Endspielkunst der Weltmeister” Inspiration für eine Geschenkidee.

Uwe Bekemann
Deutscher Fernschachbund
November 2021
Mehr von Beyer
  1. Mehr von Beyer