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LXKARDWZP

DWZ - Plus

Talent wird überschätzt

191 Seiten, gebunden mit Leseband, Beyer, 2. Auflage 2016

22,80 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Der Autor wendet sich mit seinem Werk vornehmlich an Amateure und Vereinsspieler (bis ca. 2000 DWZ), die ihre Spielstärke durch ein gezieltes und effektives Training verbessern möchten. Hierzu bedient er sich eines unkonventionellen Ansatzes, der teilweise auch ungewohnte Begrifflichkeiten einsetzt. Dem Leser wird damit ein innovatives Denkmodell vorgelegt, das auf ein schnelles Erfassen der materiellen und positionellen Merkmale einer Stellung ausgerichtet ist. Ein Modell, das ein umfängliches Regelwerk entbehrlich machen soll und sich auf das Wesentliche konzentriert, nämlich auf intensive Übungen des Sehens und des eigenständigen Denkens. Die Lösungen zu Schlüsselfragen - wie solche zur Mustererkennung und zum Auffinden starker Züge - werden anhand von gut ausgewählten Übungsaufgaben trainiert und verinnerlicht. Bei all dem schreitet der Autor - ausgehend von einfachen Anfängen - sukzessive zu schwierigeren und schließlich recht anspruchsvollen Inhalten fort, die eine eingehende Mitarbeit des Lesers verlangen. Wer ihm auf diesem Weg standhaft folgt, wird erfahren, wie sich sein eigenes Potenzial in Bezug auf Kampfkraft und Spielstärke entwickelt.

Patrick Karcher (Paderborn) ist ein starker Amateur und Vereinsspieler, der durch seine hier propagierte Trainingsmethode selbst innerhalb kurzer Zeit von der Kategorie A auf die Stufe eines Meisteranwärters gestiegen ist. Das Studium seines Buchs wird auch Ihnen den Weg zu einem tieferen Schachverständnis ebnen.

Weitere Informationen
Gewicht 480 g
Hersteller Beyer
Breite 15,5 cm
Höhe 21,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2016
Autor Patrick Karcher
Sprache Deutsch
Auflage 2
ISBN-13 9783940417763
Seiten 191
Einband gebunden mit Leseband

008 Geleitwort

010 Vorwort zur 2. Auflage

017 Basiswissen tür den Kampteinsatz

017 Erreichen maximaler Sprengkraft

020 Bewegen, Zuschlagen und Knock-out

022 Ausbildung in fünf Kampfbereichen

022 Der Kontrolleur

023 Der Angreifer

023 Der Verteidiger

024 Der Versteller

027 Der Eremit

029 Eine Tasse Kaffee

031 Durch Wände gehen

034 Im Mittelpunkt der Leere

038Über Grenzkontrollen und Grenzgänger

039 Bewegungsmuster der Kavallerie

040 Beziehung Infanterie

040 Beziehung Kavallerie

041 Beziehung Artillerie

043 Schützengräben

049 Schlagkraft der Streitkräfte

050 Kampfmuster einprägen

059 Die Energie umlenken

055 Gegenfeuer

056 Schlagen

056 Gegenangriff

057 Opfer

057 Fesselung des Angreifers

058 Dynamische Verteidigung

058 Verstellung

058 Verteidigung

059 Wegzug

060 Entfesselnde Geschichten

060 Fiese Abzugsangriffe ausräuchern

061 Die Energie schlägt doch durch

062 Eine Milliarde Weisheiten

070 Stellungsbeurteilung

070 Krieg oder Friede

074 Aktuelle Energiebilanz

074 Festung oder Ruine?

078 Scharfschützen in Schützengräben

082 Potenzielle Energiebilanz

086 Zeit - was ist das?

089 Kampfplan

089 Bauch, Herz und Verstand entscheiden

091 Push

091 Verbesserung der aktuellen Energie

091 Erhöhung der Wertigkeit eines Kriegers

096 Verringerung der Wertigkeit eines feindlichen Kriegers

097 Transformation durch Bauernzug

101 Transformation durch Tausch oder Opfer

105 Verbesserung der potenziellen Energiebilanz

106 Schlagen, aber warum geht das .. ?

107 Kombinierter Angriff

113 Doppelaktion

122 Freibauer

125 Zugzwang

128 Ausnutzen eines Zeitvorteils

128Überblick

130 Schlagen/Tauschen

130 Angriff auf ungedeckte Figur

132 Angriff auf höherwertige Figur

133 Drohungen

139 Hold

140 Prophylaxe

143Überdeckung

144 Veränderung der Königsposition

147 Hold-Züge der dezentralen Bauern

149 Höhentrainingslager

153 Akklimatisieren auf 5000 Metern

165 Fortbewegen auf 6000 Metern

177Überleben auf 7000 Metern

185 Spielverlauf

186 Spiel endet remis

186 Kein ausreichendes Material zum Mattsetzen

187 Dreimalige Stellungswiederholung

188 Patt

190 Gewinn durch Fehler des Gegners

191 Hornberger Schlussakkord

Rezension zur 1. Auflage:

"DWZ-Plus" mit dem Untertitel "Talent wird überschätzt" von Patrick Karcher ist ein Buch, das sich nicht über einen oberflächlichen Blick in sein Wesen schauen lässt. Diese Neuerscheinung des Joachim Beyer Verlags, Imprint des Schachverlags Ullrich, erinnert mich sowohl an das Leitbild "fördern und fordern" aus unserem Sozialsystem als auch an Robinson Crusoe, der auf sich gestellt mit unorthodoxen Methoden seine komplexe Umwelt meistern musste.

Um das Werk anständig rezensieren zu können, musste ich es komplett konzentriert durchgehen und ausschnittweise in allen Teilbereichen im Sinne des Buches vertieft damit arbeiten. Die Erkenntnisse, die ich dabei gewonnen habe, möchte ich in der Form einer Aufzählung voranstellen.

1. In erster Linie gibt "DWZ-Plus" dem Leser Mittel und Methoden an die Hand, um die Komplexität des Schachspiels in der Partie aufzulösen.

2. Das damit verbundene Denkmodell ist Neuland, der Leser muss es erlernen und sich dabei neue Sichtweisen aneignen. Zugleich wird er gefordert, indem er neue Begriffe und die Gründe für deren Einführung erlernen muss.

3. "DWZ-Plus" ist in meinen Augen weniger ein Einsteigerbuch für den noch völlig unkundigen Schachinteressierten, wenngleich es auch dies sein soll und dem Einsteiger zweifellos das Spiel erlernen lässt, mehr aber das Rezept für den Spieler, der schon einiges drauf hat und sich unorthodox sowie ohne viel neue Literatur verbessern will.

4. Das Buch wird seine höchste Wirkung für den Spieler dann entfalten, wenn er mit einem herkömmlichen Schachbrett und nicht nur am Bildschirm mit ihm arbeitet.

Um das Schachspiel weniger komplex für den Leser zu machen, arbeitet Karcher mit Rechenmitteln und Mustern. So führt er im Bereich der statischen Stellungsbewertung die Kavve-Bilanz ein (besser zu merken mit dem Begriff "Kaffee-Bilanz", um nicht - nach den humorigen Worten des Autors - mit einer zukünftigen Rechtschreibung des Wortes umgehen zu müssen). Er spielt somit immer wieder scherzhaft auf den Kaffee als Getränk an, obwohl dieser nicht wirklich etwas mit der vermittelten Methode zu tun hat. Vielmehr arbeitet er mit einer vergleichenden Bilanz "korrespondierender" eigener und gegnerischer Figuren. Die Buchstaben des Kunstwortes "Kavve" stehen für Kontrolle, Angriff, Verteidigung, Verstellung und "Eremit" (Bezeichnung quasi zur Einbeziehung des Potenzials von Einzelfiguren).

Anhand von Diagrammstellungen und einer jeweiligen Auflistung von darauf abgebildeten Stellungsmustern versucht Karcher den Leser in die Lage zu versetzen, genau diese in der eigenen Partie wiederzuerkennen, um dann die daraus zu ziehenden Schlüsse parat zu haben. Diesen Ansatz des Buches finde ich ebenso wie die "Kavve-Bilanz" ausgesprochen gut, sehe hier aber zugleich auch den deutlichsten Hinweis darauf, dass der schon etwas kundige Leser von den ihm Buch eröffneten Wegen mehr als ein Neuling profitieren kann. Bei der Auflistung der besonderen Merkmale einer Stellung, die der Leser über Muster zu erkennen lernen soll, handelt es sich nämlich um genau solche, die das Positionsspiel ausmachen, von offenen Linien über Bauernstrukturen bis zur Königssicherheit. In diesem Bereich entwickelt sich "DWZ-Plus" vor allem zu einem sehr praxisbezogenen Trainingsbuch.

Das von Karcher eingeführte Denkmodell verknüpft statische und dynamische Elemente. Ich vermute mal, dass es seine zunächst etwas checklistenhaft wirkende Funktion, die zu Beginn sicher sehr hilfreich ist, auf Dauer verlieren wird, weil die damit angestrebten Denkprozesse in Fleisch und Blut übergehen werden. Die Auseinandersetzung mit neuen Begrifflichkeiten mag zunächst etwas beschwerlich sein, deren Zahl aber ist niedrig.

Das Inhaltsverzeichnis ist zu umfangreich, als dass ich es in der Rezension vollständig abbilden könnte. Bei Interesse verweise ich auf die hierzu im Internet verfügbaren Informationen. Für die Oberpunkte daraus aber besteht Raum. Diese sind:

- Basiswissen für den Kampfeinsatz

- Stellungsbeurteilung

- Kampfplan

- Höhentrainingslager

- Spielverlauf

- Hornberger Schlussakkord.

Sie werden erkennen, dass Sie sich nicht zu allen Überschriften vorstellen können, was die Leser darunter erwartet. Ein paar Worte dazu am Beispiel des "Höhentrainingslagers": Karcher hat einen sehr unterhaltsamen, humorvollen und Bilder im Kopf des Lesers erzeugenden Schreibstil. Zum genannten Punkt zieht er die Verhältnisse eines Bewegungssportlers heran, um Vergleiche zum nach oben strebenden Schachspieler herzustellen, der sich eben in seiner Wertungszahl entwickeln möchte. Um es auf den Punkt zu bringen: "DWZ-Plus" ist vieles, zweierlei aber nicht - langweilig und unverständlich.

Noch ein Hinweis zum Stil: Das Werk ist mit unzähligen Textkästchen gespickt, die sich aufgrund eines dunklen Hintergrundes besonders gut vom allgemeinen Textbild abheben. Darin findet der Leser Übungen, Hinweise, Regeln etc. Ihm werden die Arbeit mit dem Buch und auch das Erlernen grundsätzlicher Aspekte einfacher gemacht. Insgesamt gesehen ist "DWZ-Plus" von Textpassagen dominiert. Der Leser wird geführt und angeleitet und von Analyseketten vollständig verschont. Teilweise sieht das Werk nicht wie ein Schachbuch aus, wenn man sich die Diagramme wegdenkt.

Wer ist Patrick Karcher und was befähigt ihn, ein Schachbuch zu schreiben? Patrick Karcher ist Amateurspieler aus Paderborn mit 2047 DWZ und 2110 Elo. Er spielt bei Rochade Kuppenheim, auf deren Website er unter dem Titel "DWZ Plus" eine Rubrik mit einer ähnlichen Motivation wie jener zum Buch führt. Ein offenkundig hohes Schachverständnis und quasi im Selbsttest bestätigte Methoden befähigen ihn, ein Schachbuch zu schreiben. Wer "DWZ-Plus" durchgearbeitet hat, wie die Frage nicht mehr stellen.

Die Verarbeitung des Buches ist verlagstypisch ausgezeichnet. Fester Einband, qualifizierte Bindung, sauberer Druck auf hochwertigem Papier - alles passt.

Fazit: "DWZ-Plus" ist ein empfehlenswertes Trainingsbuch besonders für den schon im Bereich des Klubspielers agierenden Lesers. Es eignet sich auch als Einführungsbuch für denjenigen Interessenten, der mit weniger üblichen Methoden schnell und systematisch ins Spiel eingeführt werden möchte.

Für den Spieler etwa auf Klubniveau, der mit seinen Leistungen und Erfolgen nicht so recht zufrieden ist, ist "DWZ-Plus" der Weg für eine unorthodoxe und praxisbezogene Steigerung der Fähigkeiten am Brett.

Der Autor siedelt den angesprochenen Leserkreis bei bis zu DWZ 2000 an, was eine angemessene Größe sein dürfte.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Februar 2015