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LXEUWFIS
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Feldherrenkunst im Schach

156 Seiten, kartoniert, Beyer, 3. Auflage 2015, original erschienen 1970

19,80 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Knapp 50 erlesene Partien, gespielt von den herausragenden Protagonisten ihrer Zeit, dienen den Autoren dazu, einen historischen Überblick über die Entwicklung des Schachspiels zu geben, d.h. das allmähliche Wachsen des Schachverständnisses und den einhergehenden Fortschritt strategischen Denkens zu illustrieren. Die Etappen dieser Entwicklung erstrecken sich über vier Jahrhunderte, von Greco (17. Jh.) bis Bobby Fischer, wobei Wilhelm Steinitz als Begründer des modernen Positionsspiels besonders eingehend behandelt wird. Einleitende Darstellungen zu den diversen Abschnitten erhellen jeweils die einstigen Spielweisen und präsentieren die Vordenker, die mit neuen Konzepten die Evolution des Schachdenkens beflügelt haben. Dieser Streifzug durch die Schachgeschichte anhand von hervorragend ausgewählten und instruktiv kommentierten Partien hat nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, der Leser gewinnt auch ein tieferes Verständnis der strategischen und taktischen Aspekte des Schachs.

Bereits in der vorhergehenden Auflage (1991) wurde Euwes Text von Sergiu Samarian erheblich bearbeitet und ergänzt, dies betrifft den Beitrag zur Russischen Schachschule sowie ein neues Kapitel über Bobby Fischer. Die vorliegende 3. Auflage ist ein unveränderter Nachdruck.

Machgielis (Max) Euwe (1901-1981), fünfter Schachweltmeister (1935-1937), war nie Berufsspieler, hat aber als FIDE-Präsident (1970-1978), als Theoretiker und äußerst produktiver Autor große Bedeutung erlangt. In seiner Heimat Holland genießt er seit jeher Kultstatus.

Sergiu Samarian (1923-1991), rumänischer Schachmeister, -autor und -journalist, war nach seiner Emigration nach Deutschland (1976) 10 Jahre als Bundestrainer des DSB tätig.

Weitere Informationen
Gewicht 240 g
Hersteller Beyer
Breite 14,8 cm
Höhe 21 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2015
Autor Max Euwe
Sprache Deutsch
Auflage 3
ISBN-13 978-3959200080
Jahr der Originalausgabe 1970
Seiten 156
Einband kartoniert
Diagramme 96

007 Vorwort

011 Einleitung

013 Abschnitt I. Greco: 1600 - 1634

016 Abschnitt II. Philidor: 1726 - 1795

021 Abschnitt III. Anderssen: 1818 - 1879

029 Abschnitt IV. Morphy: 1837 - 1884

039 Abschnitt V. Steinitz: 1836 - 1900

068 Abschnitt VI. Die Virtuosen: 1900 - 1914

081 Abschnitt VII. Zwischen den Kriegen

100 Abschnitt VIII. Die Russische Schachschule: 1948 bis heute

146 Abschnitt IX. Ein Kapitel für sich: James Robert Fischer

Wer die vergangenen zwei bis drei Jahrzehnte in der Entwicklung des Schachspiels bewusst begleitet hat, der erkennt, dass enorme Änderungen in der Art des Spielens eingetreten sind. Nicht zuletzt durch den Siegeszug der Datenbanken und Engines wird heute auf Manöver gesetzt, die noch vor 30 Jahren als systematisch falsch verstanden wurden (beispielsweise ein frühes Ausspielen der Dame oder das Verstellen eines eigenen Bauern durch eine Figur in der Eröffnung). Sie sind hoffähig geworden, was bedeutet, dass sie als Empfehlung der Theorie eine Methode der Wahl sein können. Dies gilt dann, wenn sie zu realen, in der Regel dynamischen Gegenwerten führen, beispielsweise eine Chance auf Initiative vermitteln.

Das Buch "Feldherrenkunst im Schach“ dokumentiert, analysiert und veranschaulicht, dass Veränderungen in der Spielauffassung untrennbar mit der Geschichte, untrennbar mit der Entwicklung des Schachspiels verbunden sind. Sie laufen seit Jahrhunderten und über Jahrhunderte ab.

Max Euwe, fünfter Weltmeister im Schach, geschätzter Buchautor und ehemaliger FIDE-Präsident, hat anhand von zahlreichen kommentierten Partien und Textinformationen die Entwicklung des Schachspiels in den Epochen nachgezeichnet. Sein Werk fortgesetzt hat Sergiu Samarian, früherer deutscher Nationaltrainer. Nach Euwes Tod hat er zwei weitere Kapitel mit Partien hinzugefügt, und zwar zur sowjetischen Schachschule und über Bobby Fischer. Hierdurch kommt das Werk heute auf insgesamt 49 herausragende Partien aus der Schachpraxis bis kurz vor unserer Gegenwart.

"Feldherrenkunst im Schach“ ist in erster Linie ein Buch für den Schachfreund, dem nicht nur an der Verbesserung seiner Spielstärke liegt, sondern der auch ein übergeordnetes Interesse am Schachspiel hat. Er wird mittels aussagekräftiger und unterhaltsamer Partien mit dem Schachspiel im Spiegel der Epochen vertraut gemacht, er kann also tiefer in sein Hobby einsteigen. Zugleich wird er dabei auch zugunsten seines strategischen und taktischen Verständnisses vom Werk profitieren. Allerdings ist dies in meinen Augen eher zweitrangig, zumal es für diesen Zweck moderne Bücher gibt. Die Beschäftigung mit "Feldherrenkunst im Schach“ ist in meinen Augen so etwas wie das Anschauen eines geschichtlichen Dokumentarfilms - man sieht, versteht und lernt ein bisschen.

Mit dem Werk dürfte man als Geschenk demjenigen eine Freude machen, der die frühe Jugend hinter sich hat, der sich in jeder Weise gerne mit dem Schachspiel befasst und seine freie Zeit eben nicht mehr dafür einsetzen muss oder will, um seinem Ehrgeiz zuliebe Theorie zu bolzen.

Die dokumentarische Ausrichtung des Werkes wird auf den ersten Blick aus dem Inhaltsverzeichnis deutlich, das u.a. die folgenden Einträge umfasst:

I. Greco: 1600 - 1634

II. Philidor: 1726 - 1795

III. Anderssen: 1818 - 1879

IV. Morphy: 1837 - 1884

V. Steinitz: 1836 - 1900

VI. Die Virtuosen: 1900 - 1914

VII. Zwischen den Kriegen

VIII. Die Russische Schachschule: 1948 bis heute

IX. Ein Kapitel für sich: James Robert Fischer.

Die deutsche Erstauflage stammt aus dem Jahre 1970. Die zweite Auflage aus 1991 war schon inhaltlich durch die Arbeit von Sergiu Samarian erweitert worden. Die neue, nun also dritte Auflage ist 2015 im Joachim Beyer Verlag erschienen, als Imprint des Schachverlags Ullrich.

Fazit: "Feldherrenkunst im Schach“ ist das richtige Buch für den Schachfreund, der sich für die Entwicklung der

Spielauffassung im Schach über die Epochen hinweg interessiert und diese anhand von gut kommentierten (historischen) Partien erleben möchte.

Uwe Bekemann, BdF

April 2016


Das Buch obigen Titels beginnt der Autor, Ex - WM Max Euwe, mit der Bemerkung, daß der Schachanfänger von der Hand in den Mund lebt. Für ihn ist Schach eine Spielerei mit Figuren, gelegentlich unterbrochen durch Abenteuer wie Figurengewinn und Schachbieten, die auf den Anfänger einen seltsamen Reiz ausübt. Von planmäßigem Spiel könne indes keine Rede sein. Alles bleibe mehr oder weniger dem Zufall überlassen.

Die Äußerungen Euwes entstammen, wie gesagt, dem ersten Abschnitt, der sich mit Greco beschäftigt. Schon im zweiten Abschnitt über Philidor wird auf die große Bedeutung der Bauern in Eröffnung und Mittelspiel hingewiesen. Philidor hat aus der Erkenntnis über isolierte und Doppelbauern und über den schlechten und guten Läufer, der von der Bauernkonstellation abhängt, zu belangreichen Regeln über den Partieaufbau übergeleitet und den Spieler sozusagen auf die ersten Weihen für den anspruchsvollen und ehrgeizigen Jünger Caissas vorbereitet.

Das Buch, dessen zweite Auflage von Sergiu Samarian überarbeitet wurde - so wurde z. B. die sowjetische Schachschule in ihrer führenden Rolle dargestellt - öffnet dem Leser den Blick für die tieferen Zusammenhänge einer Schachpartie und damit das Verständnis für Strategie und Taktik. Mit anderen Worten wird dem Leser klargemacht, welchen Nutzen er aus dem Studium der schachlichen Entwicklung unter vornehmlich historischen Aspekten zieht. Euwe ist gerade aus dieser Sicht ein idealer, weil höchst engagier ter Lehrer.

Natürlich wird es auch weiterhin Spieler mit bescheidenen Ansprüchen geben, für die Schach ein Zeitvertreib wie Dame oder Mühle ist und bleibt. Man sollte ihnen das Recht nicht verwehren, sich ebenfalls Schachspieler zu nennen. Die Freude am Spiel hängt, wie wir wissen, nicht ausschließlich von der erreichten Spielstärke ab, obwohl natürlich ein enger Zusammenhang besteht. Aber aus dem Schach spielenden Saulus kann jederzeit ein Paulus werden, wenn er zu begreifen beginnt, wieviel künstlerisches Können entfaltet werden kann, sobald man sich bemüht, den Größten unter den Meistern nachzueifern. Dazu trägt Euwes Buch in erster Linie bei.

Ludwig Steinkohl, Rochade Europa 6/93