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LOKONMSRG

Modernes Sizilianisch - richtig gespielt

Eigenschaften

304 Seiten, kartoniert, Beyer, 3. Auflage 2020

24,80 €
Inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Also available in english language: "Modern Sicilian - properly played“

Item no. LOKONMSPP

Nach 1.e2-e4 wird die Fortsetzung 1 ... c7-c5 bereits 1594 in einem Schachbuch des Italieners Giulio Cesare Polerio (1548-1612) erwähnt und erhielt ihren Namen "Giuoco Siciliano“ im 17.Jahrhundert von seinem Landsmann Schachmeister Gioachino Greco (1600-1634). Erst wurde die Verteidigung wenig in Turnierpraxis angewandt aber systematisch erregte sie im Laufe der Zeit allgemein immer mehr Aufsehen. Besonders nahm ihre Popularität seit der Mitte des 20.Jahrhunderts deutlich zu.

Die Sizilianische Verteidigung ist heutzutage die meistgespielte Eröffnung gegen 1.e2-e4 und ihre Beliebtheit steigt unaufhörlich. Der Grund ist, dass hier viele scharfe und komplizierte Stellungen entstehen, mit vielen dynamischen Gegenchancen für Schwarz.

Die Verteidigung bietet Spielern jeglicher Spielstärke, vom Amateur bis hin zur Weltspitze, einen breiten Anwendungsbereich. Aus Platzgründen ist es leider nicht möglich, alle Sizilianisch-Systeme in einem Buch vorzustellen. Der Autor hat sich daher entschieden, Ihnen eine der heute populärsten Spielweisen, das Najdorf-System, näher zu bringen. Ohne Zweifel führt dieses System zu kompromisslosem Kampf mit guten Gegenchancen für Schwarz.

Der bekannte Schachautor FIDE-Meister Jerzy Konikowski erläutert mit seinem Buch die Geheimnisse der Sizilianischen Verteidigung. Auf der Basis von 18 theoretischen Kapiteln sowie einen praktischen Schlussteil erklärt er die strategischen und taktischen Raffinessen des Sizilianers. Der Leser erhält quasi ein komplettes Schwarzrepertoire gegen den Eröffnungszug 1.e2-e4 in die Hand.

Weitere Informationen
Gewicht 500 g
Hersteller Beyer
Breite 14,8 cm
Höhe 21 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2020
Autor Jerzy Konikowski
Sprache Deutsch
Auflage 3
ISBN-13 978-3-95920-104-9
Seiten 304
Einband kartoniert
Diagramme 162

009Zeichenerklärung

010Vorwort

012Einleitung

027Kapitel 1: Geschlossene Variante

033Kapitel 2: Alapin-Variante

040Kapitel 3: Morra-Angriff

046Kapitel 4: Grand-Prix-Angriff

052Kapitel 5: Die Fortsetzung 3.Lb5+

058Kapitel 6: Englischer Angriff mit 6.f3

063Kapitel 7: Englischer Angriff mit 6.Le3

063 Abspiel 1: 6...e5

072 Abspiel 2: 6.Sg4

079 Abspiel 3: 6...e6

086Kapitel 8: Die Fortsetzung 6.f4

089Kapitel 9: Die Fortsetzung 6.g3

092Kapitel 10: Die Fortsetzung 6. Le2

101Kapitel 11 : Die Fortsetzung 6. Lc4

109Kapitel 12: Bauernraub-Variante 7...Db6

116Kapitel 13: Polugajewski-Variante7...b5

122Kapitel 14: Die Fortsetzung 7... Dc7

127Kapitel 15 : Die Fortsetzung 7. Sbd7

131 Abspiel 1: Die Fortsetzung 10.e5

135 Abspiel 2: Die Fortsetzung 10.Ld3

138 Abspiel 3: Die Fortsetzung 10. Lxb5

141Kapitel 16 : Die Fortsetzung 7... Sc6

144 Abspiel 1: Die Fortsetzung 9.Lh4

148 Abspiel 2: Die Fortsetzung 9.Sxc6

155Kapitel 17 : Die Fortsetzung 8...h6

162Kapitel 18 : Die Fortsetzung 13.f5

167Kapitel 19 : Beispielpartien

261Literaturverzeichnis

Rezensionen früherer Auflagen:

Rund acht Jahre nach der Erstauflage ist das Werk "Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“, geschrieben von Jerzy Konikowski, mit der 2., überarbeiteten und ergänzten Auflage auf den Markt gekommen. Heutzutage ist das Erscheinen einer Neuauflage eines Eröffnungsbuches längst keine Allerweltssache mehr. Es ist im Reigen der zahlreichen Neuerscheinungen jedes Jahr eher eine Ausnahme und unterstreicht die von der zahlreichen Kundschaft mit dem Kauf bestätigte Qualität.

Zunächst zum rein Äußerlichen: "Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“ erscheint in einem neuen Gewand, aber in der bewährten soliden Aufmachung. Auch als Imprint des Schachverlags Ullrich im Joachim Beyer Verlag sind der Hardcover-Einband, die anspruchsvolle Bindung und das Lesebändchen Merkmale, die der Leser spätestens nach dem fünfzigsten Zugriff zu schätzen wissen wird. Das Buch ist für die häufige Nutzung gemacht, mit seiner Robustheit trotzt es der Abnutzung und einem Zerfleddern. Um es auf den Punkt zu bringen: Mit diesem Werk hat man etwas in der Hand.

Und dies gilt auch für den wichtigsten Teil aller Kundenwünsche, den Inhalt. Gegenüber der ersten Auflage ist dieser noch einmal um rund 40 Seiten gewachsen.

Nicht nur in den Beispielpartien, von denen es insgesamt 70 im Buch gibt, sondern durchgehend finden sich die Hinweise auf eine vollständige Überarbeitung. Das jüngste Material stammt aus dem laufenden Jahr 2014, aktueller geht nicht.

Insgesamt 19 Kapitel verteilen sich über das Werk, die Nr. 19 enthält gesammelt die schon angesprochenen Beispielpartien. Diese beziehen sich auf alle vorhergehenden Kapitel, sind intensiv kommentiert und erfüllen gleich zwei Funktionen. So veranschaulichen sie einerseits die Spielführung und ergänzen andererseits die Ausführungen zur Theorie in den vorangehenden Teilen.

Wie Konikowski in seinem Vorwort zurecht bemerkt, kann die Sizilianische Verteidigung nicht hinsichtlich aller ihrer Systeme in einem einzigen Buch dargestellt werden. Er hat sich deshalb auf das Najdorf-System konzentriert, eines der heute beliebtesten Systeme überhaupt. Andere Spielweisen, beispielsweise die Drachenvariante und das Sweschnikow-System, bleiben deshalb außen vor. Dennoch ist es äußerst schwer, auch unter dieser Konzentration ein rundes Repertoire zusammenzustellen, denn auch mit der Najdorf-Variante lassen sich heute mehrbändige Ausarbeitungen füllen. Wer Jerzy Konikowski kennt, der weiß um sein feines Gespür für Varianten, die u.a. die folgenden Qualitäten haben:

1. Sie versprechen ein gutes Spiel, wenn auch nicht zwingend einen Vorteil.

2. Sie gehen weiten Gefilden der Theorie aus dem Weg.

3. Sie sind relativ leicht zu verstehen und zu erlernen.

Mit diesen Merkmalen sind sie genau das Richtige für den Klubspieler.

Das Herzstück von "Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“ ist somit die Theorie zum Najdorf-System. Mit dem 6. Kapitel geht er konkret darauf ein.

Es liegt auch in der Hand von Weiß, ob der Nachziehende sein Ziel, Najdorf auf das Brett zu bekommen, erreicht. Wenn er vorher das Spiel bestimmend abweicht, muss Schwarz mit einem ausreichenden Rüstzeug antworten können. Dies stellt Konikowski in den ersten fünf Kapiteln und in einem ersten Schritt bereits in seiner Einleitung sicher.

Das Werk ist wie folgt gegliedert:

Einleitung (Darstellung der Abfolge der theoretischen Behandlung und der "exotischen“ Spielweisen)

Kapitel 1: Geschlossene Variante (1.e4 c5 2.Sc3)

Kapitel 2: Alapin-Variante (1.e4 c5 2.c3)

Kapitel 3: Morra-Angriff, auch Morra-Gambit genannt (1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3)

Kapitel 4: Grand-Prix-Angriff (1.e4 c5 2.f4)

Kapitel 5: Die Fortsetzung 3.Lb5+, üblicherweise als Rossolimo-Angriff bezeichnet (1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.Lb5+)

Kapitel 6 bis 18: Najdorf-Variante in allen wichtigen Variationen

Kapitel 19: Beispielpartien.

Ein Variantenindex ist nicht enthalten. Dessen Funktion wird aber zumindest grundlegend vom Inhaltsverzeichnis erfüllt, das eben auch die Züge enthält, über die eine Weichenstellung erfolgt.

Jerzy Konikowski hat in einer immens hohen Zahl Eröffnungsbücher geschrieben. Seine Art der Darstellung ist deshalb bekannt. Ihr bedient er sich auch in "Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“. Dies bedeutet, dass er eine Mischung aus Text und Varianten in seiner Kommentierung anbietet. Es ist schwer, eine Mengenrelation zu geben. Ich kann mich deshalb nur auf einen persönlichen Eindruck zurückziehen. Nach diesem taxiere ich den Textanteil der Analysen auf etwa ein Drittel bis zu einem Viertel und die konkreten Züge auf etwa zwei Drittel bzw. drei Viertel. Mir persönlich sagt dieses Verhältnis sehr zu, da die Textausführungen jenseits von banalen Aussagen, die den Klubspieler nicht mehr schlauer machen können, einsetzen und genügend Variantenmaterial angeboten wird. Dieses ist gesichtet und auf Qualität geprüft. Auch der Fernschachspieler weiß dies zu schätzen, unterstützt ihn das Werk doch auf diese Weise in seiner Arbeit mit der eigenen Partiendatenbank in der Partie.

"Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“ offeriert dem Spieler ein "rundes“ Repertoire. Dies bedeutet, dass er nicht mit "Allerweltszügen“ aus seiner Vorbereitung gedrängt werden kann. Auf jede wichtige Weichenstellung seines Gegners mit den weißen Steinen bekommt man als Schwarzer etwas an die Hand. Das Spannungsfeld zwischen der bestmöglichen Vorbereitung und dem Aufwand, den ein Klubspieler sich leisten kann, ist mit diesem Werk sehr gut aufgelöst. Mit den Anleitungen und Hinweisen Konikowskis zur Strategie und zu Eigenheiten in der Spielweise ist er gut präpariert, wenn ihm sein Gegner einen konkreten Zug serviert, der nicht im Buch zu finden ist. Und dass dies passieren wird, ist systembedingt, denn für mehr müsste der Leser umfangreiche Spezialwerke studieren.

Es ist schwer, den Adressatenkreis des Werkes nach der Spielstärke zu definieren. So möchte ich keine Eingrenzungen nach der DWZ geben und mehr beschreibend vorgehen. Der Leser sollte, um mit einem ausreichenden Tiefgang mit dem Werk arbeiten zu können, die Anfangsgründe des Schachspiels schon etwas hinter sich gelassen haben. Sein Schachverständnis sollte so weit entwickelt sein, dass er fundiert eine eigene Stellungseinschätzung vornehmen kann. Er sollte also erkennen können, wenn eine Seite beispielsweise den Vorteil eines Läuferpaares hat, eine bessere Bauernstellung oder vielleicht eine offene Linie. Dann kann er es nachvollziehen, wenn Konikowski zum Urteil von "Weiß steht besser“ oder "Schwarz verfügt über die besseren Angriffschancen“ kommt. Es sollte zum Bestandteil einer intensiven Arbeit des Lesers mit "Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“ gehören, die Ausführungen des Autors genau zu studieren und nachzuvollziehen. Dann wird er unter dessen Anleitung tatsächlich dem schon im Buchtitel zum Ausdruck kommenden Anliegen nahekommen und die Sizilianisch e Verteidigung auf den ausgesuchten Wegen richtig zu spielen erlernen.

Für den Spieler mit Fertigkeiten auf Klubniveau dürfte das Werk den größten Wert haben. Er bekommt ein qualifiziertes und überschaubares Repertoire an die Hand und kann dieses mit einem überschaubaren Aufwand erlernen.

Nicht selten sind als Quellen Fernschachpartien im Text genannt. Auch aus dem Reigen der schon erwähnten vollständigen Partien im letzten Kapitel sind zwei im Fernschach gespielt worden. Entwicklungen aus diesem Bereich sind somit erfreulich umfassend aufgenommen.

Am Schluss des Werkes ist auch ein Quellenverzeichnis zu finden. Dieses enthält sowohl klassische als auch topaktuelle Werke. Der Leser bekommt neben den altbewährten Linien auch die neuen Ideen aus der Turnierpraxis wie auch der theoretischen Untersuchungen geboten. Dies gilt übrigens auch für den Spieler mit Weiß, aus dessen Perspektive das Repertoire zwar nicht zusammengestellt ist, der die Ausführungen aber ebenfalls gut nutzen kann.

Fazit: "Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“ ist ein Buch, das ich vor allem dem Klubspieler sehr empfehlen kann. Er erhält ein Repertoire, das er sich mit einem überschaubaren Aufwand zu Eigen machen kann und ihn gut präpariert. Es hat sich bewährt, wie die Möglichkeit einer neuen Auflage beweist, und es ist gegenüber der ersten Auflage weiter verbessert und natürlich aktualisiert worden. Und in unserer Zeit, die davon geprägt ist, dass vor allem englischsprachige Schachliteratur auf unseren Markt kommt, gibt es ein weiteres Kaufargument: "Modernes Sizilianisch ... richtig gespielt“ ist in Deutsch geschrieben.

Sein Preis von 22,80 Euro ist allemal angemessen, auch unter Berücksichtigung der Qualität seiner Beschaffenheit. Mit ihm hat der Klubspieler sein Geld sehr gut angelegt.

Uwe Bekemann, BdF

Juni 2014

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REZENSIONEN ZU VORAUFLAGEN:

Nichts ist besser als wenn man aus dem Leben schreiben kann. Als ich die Anfrage zum Erstellen der Rezension zum obigen Buch erhielt, grübelte ich, wie ich das Thema angehen sollte. Na­türlich muss man das Werk gesichtet haben. Dann fiel mir ein, dass ich vor kurzem erst in einem Aufstiegsturnier (Hauptturnierklasse) einen eklatanten Fehler machte und diese Partie zum Rezensionsthema passte. Die ersten Züge waren wie folgt: I.e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cd4: 4. Sd4: Sf6 5. Sc3 Ld7 (bis hier noch kein Fehler) 6. Lg5 e6 (und hier sollte nun wirklich a6 kommen) 7. Sdb5 ... Nach dem 30. Zug gab ich auf.

Aufgrund der umfangreichen Theorie kann das Sizilianische System nicht in einem Buch abgehandelt werden. Daher hat sich der Autor entschieden, dem geneigten Leser hauptsächlich die Najdorf-Variante näher zu bringen. Der Autor legt im Vorwort Wert darauf festzustellen, dass die Sizilianische Verteidigung heutzutage die beliebtes­te Spielweise auf 1.e4 ist. Innerhalb dieser Eröffnung ist wiederum die Najdorf-Variante eine der populärsten Spielweisen.

Die Strukturierung des Buches ist klas­sisch aufgebaut: Einleitung mit Vor­stellung der Eröffnung, geschlossene Alternativvarianten von Weiß in den Kapiteln 1 bis 4. Kapitel 5 bespricht 2.f4 und ab dem 6. Kapitel wird auf die eigentliche Buchvariante, das Najdorf-System, eingegangen. Im 19. und auch letztem Kapitel werden noch 65 Partien aus der Turnierpraxis zu dem Buchthe­ma vorgestellt.

Augrund seiner professionellen Erfah­rungen gelingt es dem FIDE-Meister Jerzy Konikowski das behandelte The­ma verständlich und strukturiert zu präsentieren. Der Gesamtaufbau des Buches ist in Anlehnung an bewährte Konzepte in sich schlüssig. Die Struk­turierung der Untervarianten ist lo­gisch und kann sofort erfasst werden. Dadurch ergibt sich auch ein pädago­gisch sinnvoller und systematischer Aufbau des Werkes. Der Schreibstil ist klar und deutlich und eröffnet dem Studierenden die Welt dieser spannen­den Variante.

Der Nachteil von Büchern ist jedoch, dass bestimmte Varianten eines ge­druckten Exemplars aktuell widerlegt sein können. Dies lässt sich jedoch aufgrund des Mediums "Papier" nicht vermeiden. Für das Erlernen der im Buch besprochenen Varianten ist das mir vorliegende Exemplar für den in­teressierten Leser meines Erachtens sehr empfehlenswert. Für die aktuelle Turnierpraxis sollte der ambitionierte Spieler jedoch als Ergänzung noch aktuelle "Online-Quellen" zu Rate zie­hen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass dieses Buch von Jerzy Konikowski ein gelungenes Werk ist und ich es uneingeschränkt empfehlen kann und auch an Freunde verschenken würde.

Mit freundlicher Genehmigung

Peter Jugl, Fernschachpost 2/2008

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‘Modernes Sizilianisch - richtig gespielt’ ist ein nagelneues Buch über die häufig gespielte Sizilianische Verteidigung. Jerzy Konikowski stellt ein komplettes Repertoire für Schwarz gegen den Zug 1. e4 vor, wobei er dem Benutzer das Najdorf-System empfiehlt, das zu einem kompromisslosen Kampf führt.

Schon beim Lesen der Einleitung wird deutlich, wie übersichtlich der umfangreiche Stoff dargestellt ist. Der Autor erläutert anhand der Hauptvariante, welche Abweichungen für beide Seiten möglich sind. Seltene Abspiele (z. B. 2. b4) werden gleich besprochen, bei den anderen erfährt man, an welcher Stelle des Buches sie zu finden sind.

Werfen wir einen Blick auf den Inhalt. Die ersten Kapitel sind den Anti - Sizilianern gewidmet: Geschlossene Variante 2. Sc3, Alapin - Variante 2. c3, Morra - Gambit, Grand-Prix-Angriff, Läuferschach auf b5.

Ab dem 6. Kapitel lautet das Pflichtprogramm 1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 a6. Es werden der Reihe nach 6. f3, 6. Le3, 6. f4, 6. g3 und 6. Le2 betrachtet, worauf Schwarz immer 6. ... e5 zieht, lediglich nach 6. Le3 werden auch die Alternativen 6. ... Sg4 und 6. ... e6 in Erwägung gezogen. Fischers Lieblingszug 6. Lc4 finden wir in Kapitel 11. Konikowski spricht sich hier für 6. ... e6 7.Lb3 Sbd7 aus. Die Kapitel 12 bis 18 beschäftigen sich gründlich mit 6. Lg5.

Ein besonderer Leckerbissen ist Kapitel 19, denn es enthält 65 analysierte Beispielpartien, gespielt von Meistern der absoluten Weltklasse. Wie sehr das Buch den aktuellen Stand der Theorie widerspiegelt sieht man auch daran, dass die Partien des Jahres 2006 bereits berücksichtigt worden sind, z. B. Anand - Morosewitsch, Monte Carlo 2006 und Anand - Topalow, Sofia 2006.

Jerzy Konikowski, der über eine lange Erfahrung als Verfasser von Schachbüchern verfügt, ist hier ein ausgezeichnetes Werk gelungen, das wir allen fortgeschrittenen Schachfreunden empfehlen können.

Schach Markt

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Eröffnungstheoretische Schachbü­cher lassen sich grob in mehrere Gruppen einteilen. Da sind zum ei­nen die Bücher, in denen der Autor (bzw. eine Autorengruppe) eine be­stimmte Eröffhungsgruppe, eine be­stimmte Eröffnung oder bisweilen auch nur eine einzelne Variante ge­nau variantenmäßig untersucht und bewertet, die sogenannten Eröffnungsmonographien. Zum anderen gibt es dann Repertoirevorschläge, die dem Leser helfen sollen, sich mit vertretbarem Aufwand eine be­schränkte, aber beherrschbare Vari­antenauswahl zur Eröffnungsbewältigung in der praktischen Partie an­zueignen. Bisweilen wird auch das Eröffnungsrepertoire eines bekann­ten Spielers vorgestellt und zur Nachahmung empfohlen. Neben di­versen weiteren Möglichkeiten wie z.B. der Untersuchung der histori­schen Entwicklung einer Eröffnung gibt es vor allem noch eine dritte Großgruppe, in der der jeweilige Autor versucht, dem Leser den stra­tegischen und/oder taktischen Ideen­gehalt einer Eröffnung zu vermit­teln. Wer damit den Anfang gemacht hat, will ich für diese Rezension jetzt nicht ermitteln, erinnert sei je­doch an die Reihe "Wie spielt man..." des Walter Rau Verlages, die bereits in den 70er und 80-er Jahren erschien und zum Teil aus Übersetzungen englischer Batsford-Bücher wie z.B. Levy/O'Connells "Wie spielt man Sizilianisch" (1979) bestand. In neuerer Zeit fallen mir im englischsprachigem Raum die Reihen "Easy Guide" (Cadogan) und "Starting out" (Everyman Chess) ein, während in Deutschland z.B. der Beyer-Verlag seit über zehn Jahren immer wieder derartige Pu­blikationen unter dem Reihentitel "richtig gespielt" herausgibt, zu de­nen auch das vorliegende Werk "Modernes Sizilianisch - richtig ge­spielt" gehört. Freilich gibt es deutli­che Unterschiede in der Methode, mit der der Autor den Ideengehalt einer Eröffnung erklären kann. Gliedert er wie bei Levy/O'Connell nach Stellungstypen und Bauemformationen und gibt dann typische Pläne für Weiß und Schwarz an, gliedert er nach taktischen Motiven oder glie­dert er vor allem nach Varianten? Und: Wie tief gehen spezielle Vari­antenbetrachtungen oder stehen vor allem allgemeine Prinzipien im Vor­dergrund Zudem: Vermittelt der Au­tor den Stoff anhand von Partiefrag-menten oder ganzen Beispielpar­tien?

Viele Autoren ziehen die Stoffver­mittlung anhand von ganzen Bei­spielpartien vor, wie z.B. bei "Wol­ga-Gambit - richtig gespielt" (Nesis/ Kalinitschenko, 1992) oder "Caro-Kann richtig gespielt" (Karpow, 2005), um zwei weitere Beispiele aus der Beyer-Verlags-Reihe aufzu­greifen. Freilich sind auch Mischfor­men innerhalb einer Gruppe oder zwischen den Großgruppen nicht selten, und eine solche bietet auch Konikowskis Buch. Meines Erachtens mit gutem Erfolg, um es vor­wegzunehmen; nicht immer "verder­ben viele Anliegen das Ergebnis".

Konikowskis Buch ist wohl in erster Linie ein Repertoirevorschlag, der ein komplettes Eröffnungsrepertoire für Schwarz gegen 1.e4 enthält. Ob­wohl der Autor im Vorwort betont, dass das Buch keine wissenschaftli­che Arbeit mit den dazugehörigen Texten, Varianten und Analysen (al­so keine "echte Eröffnungsmonogra-phie") darstellt, ist die Variantenausführung in den meisten Kapiteln meines Erachtens jedoch durchaus schon recht beachtlich, es geht also nicht nur um die Ideen und Empfeh­lungen. Klar bleiben Detailfragen übrig, zu deren Beantwortung man speziellere Theoriewerke heranzie­hen muss, denkt man allein an die Tatsache, dass knapp 30 Seiten aus­reichen mussten für den englischen Angriff, der z.B. bei Sammalvuo auf 270 eng bedruckte Seiten abgehan­delt wird. Aber für den "Hausge­brauch" in unteren und mittleren Spielklassen ist man auch mit dem Wissen dieses Buches im Normalfall schon relativ gut vorbereitet, denn wie viele Gegner haben schon wirk­lich die Zeit, sich hoch spezialisiert vorzubereiten? Neben den Varianten bietet der Autor auch stets wichtige Einschätzungen und Zusammenfas­sungen der jeweiligen Variante und in immerhin 65 Beispielpartien ist genug Platz, weitere Planerklärun­gen oder Varianten darzulegen.

Inhaltlich favorisiert der Dortmun­der FIDE-Meister beim Sizilianer das Najdorfsystem 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cd4: 4.Sd4: Sf6 5.Sc3 a6 und lässt dementsprechend große Systeme wie das Drachensystem, das Paulsen-System oder das Scheveninger-System beiseite. Im Unter­schied zu "Mastering The Najdorf' von Arizmendi und Moreno (Gam­bit-Verlag), gleichfalls ein gelunge­ner Repertoirevorschlag für Schwarz, behandelt Konikowski aber auch frühe Abweichungen wie 2.Sc3 (geschlossenes System), 2.c3 (Alapin-System), 2.d4 cd4: 3.c3 (Morra-Gambit), 2.f4 (Grand-Prix-Angriff) und die Fortsetzung 2.Sf3 d6 3.Lb5+, um Schwarz weitgehend gegen 1 .e4 zu rüsten, ehe die zahl­reichen Möglichkeiten im 6. Zug von 6.f3 bis 6.Lg5 zur Sprache kommen.

Wie schon gesagt, beruht das Reper­toire vorwiegend auf dem Najdorf-System und lässt bekannte andere Systeme beiseite. Dafür sind Varian­ten mit unterschiedlicher Schärfe und Ideengehalt aufgenommen, eben auch 7...b5, 7...Dc7, 7...Sbd7, 7...Sc6 statt nur das häufige 7...Le7. So kann der Leser z.B. je nach Tur­nierstand durchaus auch innerhalb des Najdorf-Systems gut variieren. Die Variantenauswahl gefällt mir im übrigen auch deshalb, weil ich in meiner aktiven Tumierzeit von eini­gen Abstechern vor allem zum Paulsen-System etwa ein ähnliches Sizilianischrepertoire hatte und damit im Prinzip gut zurechtkam. Ansonsten ist noch die Aufmachung mit festem Einband und übersichtlicher Zwei­spaltendruck, mit Varianten-, Par­tien- und Literaturverzeichnis her­vorzuheben. Lediglich einige zusätz­liche Diagramme mehr hatte ich mir gewünscht.

Insgesamt jedenfalls ein gelungener Repertoirevorschlag, der ausführli­che Kommentare und Theorievarian­ten enthält ohne der Gefahr der In­formationsflut zu erliegen. Ein gutes Einstiegsbuch für "sizilianische Neulinge" und zugleich Übersichts­buch für Fortgeschrittene. Ungeach­tet der Mühe des Autors dessen bleibt dem Leser eines nicht ganz er­spart, wie auch der Autor betont, nämlich der Einsatz des eigenen Verstandes statt den Varianten blind zu vertrauen, heutzutage besonders notwendig angesichts der schnellen Entwicklung der Eröffnungstheorie im Internetzeitalter!

Helmut Riedl, Rochade Europa 2/2007

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