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LXLEVSOSC

Secrets of Spectacular Chess

287 Seiten, kartoniert, Everyman, 2. Auflage 2008, Erstauflage 1995

15,65 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

In the modern classicSecrets of Spectacular Chess , Jonathan Levitt and David Friedgood shared their joy and appreciation of chess beauty, engulfing readers with a wealth of amazing and magnificent examples from the aesthetic side of the game. More than this, they showed how this fascinating subject could actually be analysed, and how this could help players improve the practical side of their game. Now the authors have produced a much awaited and largely expanded second edition, in which they present further thoughts, provide many new mesmerizing examples of games, studies and problems, and revisit previous material to explain how the theory has developed. This book captures the imagination; read it and become hypnotized by the power and beauty of chess!

  • A new expanded edition, with 50% new material

  • An enthralling guide to the artistry of chess

  • Ideal for players of all levels

Jonathan Levitt is an experienced Grandmaster who has numerous tournament successes to his name, including winning the 2005 Staunton Memorial. A renowned chess teacher, he has been involved in coaching some of the UK’s top young players. He organized the inaugural 1996 and 1997 Schools Chess Problem Solving Championship and has composed several prize-winning problems.

David Friedgood is a former South African Champion who is now settled in the UK. He’s a FIDE Master, an International Master of Chess Solving, and has won the British Chess Solving title no less than five times. He has been running the Problem World column in British Chess Magazine since 1995.

Brief Description

In the modern classicSecrets of Spectacular Chess , Jonathan Levitt and David Friedgood shared their joy and appreciation of chess beauty, engulfing readers with a wealth of amazing and magnificent examples from the aesthetic side of the game. Now the authors have produced a much awaited and largely expanded second edition, in which they present further thoughts on chess beauty and provide many new mesmerizing examples of games, studies and problems.

Weitere Informationen
Gewicht 310 g
Hersteller Everyman
Breite 15,2 cm
Höhe 22,9 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2008
Autor Jonathan LevittDavid Friedgood
Sprache Englisch
Auflage 2
ISBN-13 9781857445510
Jahr der Erstauflage 1995
Seiten 287
Einband kartoniert
Diagramme 184

007 Preface to the Second Edition

011 Preface to the First Edition

012 Symbols

013 Notation

015 Foreword by John Nunn

021 Black Part One: Background and Context

023 1 Introduction

023 The Importance of Chess Aesthetics

025 Fantasy and Motivation

029 A Brief History of Beautiful Chess Ideas

034 Previous Work in the Field

036 Review of recent Literature

044 Philosophical Perspective: Art, Analogies and Taste

047 Our Four Elements and why we have introduced them

049 Limitations of our Method

052 Part Two: The Elements of Chess Beauty

054 2 Paradox

056 The Paradox of Material

067 Breaking the Rules

073 The Paradox of Set Play

075 3 Depth

075 Depth, Length and Breadth

079 Small Change

082 Negative Depth

083 Further Aspects of Depth

089 4 Geometry

091 Graphic Effects

099 Optical Logic

114 The Extended Meaning of Chess Geometry

119 5 Flow

119 Smooth and Turbulent Flow

126 Flow and Technique

135 Part Three: Sampling the Spectacular

136 6 The Poetry of War: The Aesthetics of Practical Play

138 Beauty in the Opening

142 Beauty in the Middlegame

145 Beauty in the Endgame

146 Selected Games

170 7 Tactical Fantasies: The Charm of Studies

172 Practical Player or Composer

175 Domination and the Paradox of Positional Draw

180 Beauty, Truth and the Computer

185 Assorted Brilliance

198 Tightness and Overall Effect 200 Complete Studies

204 Exercises

206 8 Art for Art's Sake: The Delights of Chess Problems

207 Bohemian Problems

209 The Logical School

225 The Strategic School

222 Longer Strategic Problems

229 Exercises

231 9 The Weird and the Wonderful: Unorthodox Problems

231 Helpmates

237 Selfmates

241 Series-movers

243 A Step Backwards: Retrograde Analysis

246 Exercises

248 10 Further considerations on Chess Aesthetics

248 Feedback on The Theory

250 Power and Personal Preference

252 Beauty and Difficulty

253 Light or Heavy?

256 Help from the Other Side

262 Even Weirder, even more Wonderful...

270 11 Solutions to Exercises

276 Bibliography

279 Index of Players and Composers

285 Index of Openings, Themes and Definitions

Was bedeutet Schönheit im Schach? Spektakuläre Kombinationen a´la Kasparov, die tief durchdachten Endspielmanöver eines Smyslov oder doch eher die genial-subtilen Mittelspielstrategien eines Karpov? Die Liste ließe sich beliebig erweitern, die Geschmäcker verschieden und so wundert es nicht, dass sich der Begriff "Schönheit im Schach“ einer objektiven Kategorieeinteilung weitgehend entzieht. Alleine auf die Frage nach den schönsten Partien der Schachgeschichte gibt es unzählige Meinungen, ich habe diesbezüglich ein paar Großmeister um ihre persönliche Meinung gebeten, hier ihre Antworten:

- GM Nigel Short: Es gibt zu viele, um sie alle zu nennen,

- GM Robert Fontaine : Byrne -Fischer, New York 1963,

- GM Dragan Solak : Die Partien von Rashid Nezhmedinov,

- GM Falko Bindrich: Die heroischen Schlachten zwischen K und K und natürlich auch Fischer, speziell Kasparov-Topalov, Wijk 1999 und Karpov-Hort, Moskau 1971,

- GM Roman Slobodjan: Botwinnik-Capablanca, Holland 1941 und Karpov-Kasparov, Linares 1993,

- GM Vugar Gashimov : Capablanca - Alekhine, 11.WM-Partie 1927 und Kasparov-Topalov, Wijk 1999,

- GM Viktor Moskalenko : Kasparov-Iwantschuk, Linares 1994,

- WGM Katerjna Lahno : Polugajewski - Torre, London 1984,

- GM Prushikin: Korchmar-Poljek Kiev1937, Polugajewski - Nezhmedinov 1958.

Aus den Antworten der Großmeister sieht man, das es zwar gewisse Gemeinsamkeiten bei der Empfindung von Schönheit im Schach gibt, aber trotzdem spielen auch noch andere Dinge eine wichtige Rolle. Welche Kriterien machen aus einer Schachpartie oder einer Studie etwas besonderes, etwas wertvolles? Dieser Frage gehen die beiden Autoren GM Jonathan Lewitt und FM David Friedgood in ihrem Buch “Secrets of Spectacular Chess” nach. Bereits 1995 erschienen, erfährt dieser moderne Klassiker eine Neuauflage wobei das vorhandene Material erweitert und ergänzt wurde.

Zum Inhalt:

Die beiden Autoren legen in diesem Buch erstmals in der Literatur ein Grundschema vor, nach dem Schachpartien auf uns schön wirken: "Paradox", "Tiefe", "Geometrie" und "Spielfluss". Anhand dieser Kriterien wird die gesamte Schachgeschichte "durchstöbert“ nach überraschenden, genialen und manchmal auch bizarr anmutenden Manövern die in der Schachwelt allgemeine Entzückung hervorriefen. Der praktische Wert der ausgewählten Beispiele ist meiner Meinung nach nicht hoch genug einzuschätzen da manchmal gerade der scheinbar "unmögliche“ Zug der allein Richtige ist. Große Endspielexperten wie Karpov, Smyslov und andere haben immer wieder betont, wie wichtig Endspielstudien für das Erlernen des Endspiels sind, gerade hier zeigen sich die absoluten Wahrheiten auf den 64 Feldern. Man erkennt bestimmte Mechanismen und Abläufe auf dem Brett, durch Studien, sofern sie natürlich korrekt sind, offenbart sich der wahre Geist des Schachspiels. Genauso verhält es sich im Mittelspiel, durch weit berechnete Kombinationen und überraschende strategische Züge und Pläne bekommt man ein ungefähres Gefühl dafür, welche Gesetzmäßigkeiten wirklich auf dem Brett mit den 64 Feldern und den 32 Figuren herrschen.

DieAutoren haben unzählige wunderbare Beispiele zusammengestellt, angefangen von einfachen Studien über Partiefragmente bis hin zu vollständigen Partien. Interessant ist auch das Kapitel über Schönheit in der Eröffnung, kann es so etwas überhaupt geben? Ist nicht alles bereits irgendwo verzeichnet in dicken Wälzern bis weit über den 20.Zug hinaus? Mitnichten! Hier ein Beispiel, wie eine bizarre Eröffnungsidee auch in einer anderen Variante sehr hilfreich sein kann:

1.d4 g6 2.c4 d6 3.Sf3 Sd7 4.Sc3 e5 5.c5!! Ein überraschender Zug der nicht nur sehr gut sondern auch für den Gegner ziemlich schockierend ist! Sgf6 6.cxd6 Lxd6 7.e4 mit besserem Spiel für Weiß. Diese Idee mit c5 nutzte GM Julian Hodgson in einer Partie gegen Lev Psakhis zu einem schönen Sieg: 1.c4 e5 2.Sc3 Lb4 3.g3 d6 4.Lg2 Lxc3 5.bxc3 f5 6.c5! dxc5 7.La3 Dd6 8.d4 und nach weiteren 20 Zügen gab Schwarz auf.

Ein anderes Beispiel aus dem Buch für die Schönheit einer perfekten Studie, vielleicht die brillianteste Schöpfung eines Studienkomponisten das je das Licht der Welt erblickte:

wKd7, wbc7 - sKf3, sLh7, sbb7, Weiß am Zug gewinnt nur mit dem Zug 1.Kc8!!, es lohnt sich wirklich, diese wunderbare Studie in Ruhe zu betrachten und alle möglichen Alternativen zu prüfen, hier spürt man förmlich den Hauch von Schachgöttin Caissa!

Einer der Höhepunkte des Buches ist sicherlich die genaue Betrachtung der Partie Kasparov-Topalov, Wiijk 1999. Die Autoren stellen sich die Frage, ob diese Partie genauso poulär geworden wäre, hätten irgendwelche 2500´er sie in der Bundesliga gespielt, warum gilt sie als eine der besten und schönsten Partien überhaupt? Äußerst lesenswert und aufschlussreich!

Auf weitere Beispiele verzichte ich hier, da ich dem Leser nicht alle Spannung und Vorfreude auf dieses gelungene Buch nehmen will. Nur eines noch ganz kurz: Es gibt Filme, die sieht man sich nur einmal an und es gibt Filme, die kann man sich immer wieder ansehen und entdeckt etwas Neues, daß man vorher gar nicht bemerkte. Genauso verhält es sich mit diesem Buch!

Fazit:

Ein großartiges Buch! Die perfekte Symbiose aus Kunst und Wissenschaft, übertragen auf das Schachspiel, wird hier spannend und innovativ dargelegt. Bewertung: 5 von 5 möglichen Punkten.

Mit freundlicher Genehmigung

Martin Rieger, www.freechess.de, April 2008

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Rezensionen zur 1. Auflage 1995:

Großmeister Levitt und Problemschach-IM Friedgood suchen in ihrem reizvollen Werk nach der Schönheit im Schach. Fündig werden sie vor allem im Bereich der Studien - daran Interessierten ist das Buch uneingeschränkt zu empfehlen -, doch im Kapitel "The Poetry of War" geht es auch um die Ästhetik des praktischen Schachkampfes. Wegen der durchdachten Zusammenstellung ist das Werk mehr als die Summe seiner Teile, d. h. nicht bloß irgendeine Studiensammlung. Nach Meinung der Autoren wirken Schachpartien auf uns "schön", wenn sie eines oder mehrere dieser ästhetischen Elemente beinhalten: "Paradox", "Tiefe", "Geometrie", "Fluß". Vier so benannte Kapitel des Buches setzen sich mit diesen Aspekten des Schach-Schönen einzeln auseinander. Ob das Buch in der Praxis Nutzen bringt, wie die Rückseite suggeriert, mögen Skeptiker bezweifeln, viele Leser wird es aber zum Nachdenken darüber bewegen, wann sie selbst eine Partie oder Studie als "schön" empfinden.

Stefan Bücker, Schachreport 4/96

Angesichts der ausufernden Eröffnungstheorie ist es wohl unvermeidlich, daß immer mehr Bücher zu diesem an sich winzig kleinen Teilbereich der Schachliteratur erscheinen. Es scheint, daß viele Schachspieler nur auf den schnellen Nutzen aus sind: Punkte machen, Wertungszahl verbessern usw. Hat also die ungarische Schachschule, die sich mit der Erlernbarkeit und die Erfolgsprogrammierung im Schach zum Ziel gesetzt hat, endlich den Sieg davon getragen? Ist Zweckfreiheit im Schach, ist der Spaß am Problemlösen vom Aussterben bedroht? Noch nicht ganz, denn nun ist bei Batsford ein ungewöhnliches Buch erschienen. Wer "Secrets of spectacular chess" kauft, muß für die Schönheit und Kreativität im Schach empfänglich sein. Die Autoren möchten mit den Lesern "die Freude am und die Schönheit im Schach für den Rest ihres Lebens teilen" (zitiert aus der Einleitung, Seite 13). Bevor wir ihnen auf diesem Weg folgen wollen, sollten wir uns zunächst mit ihrer Biographie vertraut machen.

David Friedgood ist Internationaler Meister im Problemlösen (auch das gibt es!) und mehrfacher Sieger der Britischen Meisterschaft im Problemlösen. Mehr kann ich über den Co-Autor Jonathan Levitt sagen, mit dem ich seit fast zehn Jahren freundschaftlich verbunden bin. Er selbst sieht oder sah sich viele Jahre lang als Berufsspieler, was aber schlecht zu ihm paßt. Eigentlich ist Jonathan der ideale Schachlehrer und Schachpublizist. Dabei ist er mit Leib und Seele Schachästhet, der von einer interessanten Idee oder Theorie geradezu magisch angezogen wird. Dies wird auch mehrfach im Buch deutlich, wenn er davon träumt, eine studienhafte Idee in einer praktischen Partie anzuwenden. Doch leider entscheiden im Turnierschach über Erfolg und Mißerfolg zumeist andere Dinge und so hat Jonathan sich nach etlichen Mißerfolgen mehr aufs Kunstschach verlegt. Fast immer wenn wir uns in den letzten Jahren trafen oder schrieben, durfte ich eine Studie oder ein Problem lösen.

Das Buch ist ganz klar Ergebnis einer jahrelangen und sehr intensiven Suche nach außergewöhnlichen Ideen im Schach. Dies allein wäre schon genug, um sich von dem grauen Einerlei auf dem Schachbuchmarkt abzuheben. Doch die Autoren gehen noch ein Stück weiter. Meines Wissens haben sie in der Schachliteratur zum ersten Mal den Versuch unternommen, zu erklären, wieso wir eine Idee im Schach schön finden. Sie unterscheiden hierfür die Kategorien "Paradox", "Tiefe", "Geometrie" und "Spielfluß". Ich möchte hier nicht näher auf diese Begriffe eingehen - jeder Leser soll sich selbst ein Urteil darüber bilden. Vielleicht ein Hinweis noch: Ein Deutscher wie ich wäre wohl auf die trockene wissenschaftliche Schiene geraten. Bei Levitt und Friedgood dagegen wird die Theorie nicht grau. Die Sprache bleibt immer spritzig und die Begriffe sind zwar scharf definiert, werden aber nicht überstrapaziert. Man kann das Buch also durchaus auch genießen, ohne in die Theorie einzusteigen. Allerdings sind gute Englischkenntnisse von Vorteil, um nicht zu sagen notwendig, und so wäre für den deutschen Sprachraum eine Übersetzung zu wünschen!

Auffällig ist, wie weit die Autoren den Bogen spannen (und dabei die Grenzen zwischen Kompositions- und Turnierschach sprengen). Von einer Mansube aus dem 9. Jahrhundert zum modernen logischen Problem. Vom klassischen Zwei- oder Dreizüger zum Serienhilfsmatt (falls Sie nicht wissen, was das ist - ich bis vor kurzem auch nicht, aber es ist interessant zu lösen). Von Problemen und Studien zu Partien und Partieausschnitten der jüngeren Turnierpraxis. Und in der Tat: Wieso sollte Schönheit im Schach vor irgendeiner Schachdisziplin halt machen? Dennoch muß ich hier eine kleine Kritik anbringen. Alles Material ist sorgfältig ausgesucht und paßt bestens ins Konzept, nur die Kommentierung ganzer Partien nicht! In diesem Abschnitt ("The poetry of war") wird das Buch für mein Empfinden aus dem Olymp der schönen Künste und hehren Ideen auf den steinigen Boden des Turnieralltags zurückgeholt. Natürlich kommen auch in Turnierpartien schöne Ideen vor. Aber eben nur punktuell und so hätte man sich (um den Gesamteindruck nicht zu stören) mit Diagrammen, also Partieausschnitten begnügen müssen.

Freilich ist diese kleine Unvollkommenheit verzeihlich angesichts der sonstigen Pluspunkte. Ich meine nicht nur die Auswahl des Materials, die Sorgfältigkeit der Bearbeitung, sondern auch und gerade die Klarheit und Eleganz der Sprache. So wird zum Beispiel jedes Kapitel mit ein oder mehreren Zitaten eingeleitet - für ein Schachbuch sehr ungewöhnlich. Geradezu genial finde ich die Überschrift "Schönheit, Wahrheit und der Computer" (Seite 156), die mit Klassikern wie "Das Wahre, das Schöne und das Gute" oder auch "The good, the bad and the ugly" kontrastiert. Besonders gut hat mir auch der Rat gefallen, daß "man auch mit begrenzten Mitteln die Kontrolle behalten kann" (Seite 41) - eine einleuchtende Aufforderung, sich nicht immer ans Material zu klammern.

Doch genug der Auszüge und Beschreibungen! Dieses Buch ist ein kleines Meisterwerk, aber man kann es nicht erzählen, man muß es einfach gelesen haben.

Gerald Hertneck, Schachmagazin 64 9/95

Dieses wundervolle Buch ist eine Hommage | an die Schönheit des Schach-Spiels. Damit ist auch gleichzeitig das eigentliche Thema des Buches angesprochen. -Es mag aus Verkaufsgründen effektiver sein einen Buchtitel wie »Secrets of Spectacular Chess« zu wählen und auf dem Buchrücken Garry Kasparov äußern zu lassen, die Brillanz taktischer Kombinationen hätte ihn in seiner Kindheit immer besonders beeindruckt. - Es liegt hier hingegen kein Lehr- oder Anschauungsbuch der Schachtaktik vor. Die Autoren, GM und Problemkomponist Jonathan Levirt und der IM im Problemlösen (auch das gibt es!) David Friedgood, sind vielmehr tiefgründig, sehr engagiert sowie sprachlich überaus anregend der Frage nachgegangen, was denn die Schönheit von Stellungen oder Manövern am Schachbrett ausmache.

In origineller Weise schälen sie nach einigen kürzeren historischen, ästhetischen und philosophischen Betrachtungen 4 Aspekte heraus:

  • Tiefe: erst viel später in der Partie wird der Sinn vorausgegangener (oft pointierter) Züge oder Manöver erkennbar

  • Paradox: völlig überraschende, »unnormale« Züge und Manöver

  • Spielfluss (»Flow«): klares Vorangehen im Spiel ohne allzu viele Nebenvarianten

  • Geometrie: leicht überblickbare Wege einzelner oder mehrerer Steine.

Das überaus Positive daran ist, dass die Kriterien und deren Erläuterung nicht in komplizierter Fachterminologie gefasst werden, sondern in intuitiv zu fassenden Begriffen. Diese werden zwar klar definiert, aber gleichzeitig nicht überstrapaziert, sodass dem Betrachter einer Partie oder Stellung immer ein Freiraum in der Interpretation bleibt.

Diese Kategorien werden dann im Fortgang des Buches anhand vieler sehr instruktiver und immer wieder brillanter Stellungs- und Partiebeispiele auf Studien, Probleme, Partien und sogar märchenschachliche Typen von Stellungen angewandt, um die Tragweite des Konzeptes aufzuzeigen. Ihren Anspruch, den sie im Einleitungssatz des ersten Kapitels darlegen, werden die Autoren dabei m.E. voll gerecht: »It is t he authors' unashamed intention to overwhelm readers of this book with a wealth of dazzling and magnificent examples in such a way that they will come to share with us the joy and appreciation of beauty in chess for the rest of their lives!« (S. 13) Ein Stellungsbeispiel mag genügen:

K. Korolkov

1st Prize, Lelo 1951

Weiß zieht und gewinnt

(DIAGRAMM)

1.f7 Ra6+ 2.Ba3!! (2.Bb2? 2...Rf6=) 2...Rxa3+ 3.Kb2 Ra2+ 4. Kc1!! Ra1l+ 5.Kd2 Ra2 + 6.Ke3 Ra3+ 7.Kf4 Ra4+ 8.Kg5 Rg4+ 9.Kh6 (9.Kxg4? Bxf5+ 10.Kxf5 Kg7=; 9.Kf6 Rg8=) 9...Rg8. Und nun folgt ein fantastisches Ende: 10. Ne7 Be6 11.fxg8Q Lxg8 12.Ng6#.

Die weiße Königswanderung wäre übrigens auch ein Beispiel für »Flow«. Die Autoren merken hier an, wer von dieser Studie nicht begeistert sei, der möge doch bitte schön mit dem Spielen aufhören (»to give up the game straight away«, S. 147). Sicher mit einem Augenzwinkern angemerkt, aber dieses Zitat ist typisch für die Intention des Buches: Obwohl der (wohl ebenfalls aus Verkaufsgründen konzipierte) Text auf der Rückseite des Buches nahe legt, dass man die gewonnenen Erkenntnisse auch zur Verbesserung des eigenen praktischen Spiels nutzen kann, so wendet sich das Buch meinem Dafürhalten doch mehr an Liebhaber von Studienpositionen und natürlich sonstige ergebene Jünger Caissas, die eben nicht in erster Linie auf sofortige praktische Verwertbarkeit zielen. Ich habe mich schon viel mit der Thematik, meinem Steckenpferd, beschäftigt, aber derart unterhaltsam, tiefgründig, sprachlich brillant und instruktiv wurde das Thema- nach meiner Kenntnis noch nie dargestellt. Nach der Lektüre dieses Buches (erwähnt sei noch das ausführliche und sehr instruktive Vorwort von GM John Nunn) werden Sie, wenn Sie sich von ihm anregen lassen, Schachstellungen mit anderen Augen sehen!

Helmut Conrady

Rochade Europa 06/2003

Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift "Rochade Europa"