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LEDVOSFP

Studien für Praktiker

256 Seiten, gebunden, Jussupow, 1. Auflage 2009

21,90 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Vorwort

Bereits im Jahr 1910 schrieb der Studienklassiker Alexey Troitzky : "Die Studie ist um so hochwertiger, je komplizierter und reicher ihre Ideen sind. Das anziehendste im Schachspiel ist der Kampf. Genau diesen muss man in Studien darstellen. Dafür sollte man der Verliererseite in der Lösung viele Möglichkeiten zur Verteidigung lassen". Es gibt Studien, die so realistisch aussehen, dass es uns scheint, als handele es sich um ein Endspiel aus irgendeiner realen Partie. Solche Studien haben einen besonderen Wert, und deshalb haben sie, mit Recht, ein sicheren Platz in Schachlehrbüchern bekommen. Dank ihrer Besonderheit, bleiben diese Studien leichter in Erinnerung. Man kann dort interessante Ideen und Stellungen mit großer praktischer Bedeutung zusammenstellen. Moderne Schachspieler wissen nicht mehr, was eine "Hängepartie" ist. Als Folge haben sie keine Möglichkeit, in Ruhe die auftretenden Endspiele (nach 40 Zügen trifft man nicht so oft auf eine Mittelspielstellung) zu analysieren. Jetzt, wo das Schicksal des Kampfes oft in begrenzter Zeit entschieden wird, ist die Fähigkeit, sich fehlerlos im Endspiel zu orientieren, von unschätzbarer Bedeutung für den Schachspieler. Wie kann man seine seine Endspielfertigkeiten entwickeln? Es gibt zahlreiche Schachbücher, aber hier werden vermutlich zum ersten Mal in einem Buch ein bekannter Elitetrainer und ein internationaler Großmeister für Schachkomposition ihre Ansichten darlegen. Mark Dvoretsky benutzt Studien in seiner Trainingspraxis schon seit 30 Jahren. Dank seiner Methodik haben mehrere Großmeister bedeutende Erfolge in ihrer Karriere erreicht. Oleg Pervakov ist über das praktische Spiel zur Komposition gekommen, so dass er auch in seinen Werken versucht, praktischen Prinzipien zu folgen. Einen Impuls für dieses Buch gab der Zeitschriftenartikel "Studien für die Datenbank" und ein internationales Studienturnier , anlässlich des 60. Geburtstags von Mark Dvoretsky. Der Wettbewerb war sehr erfolgreich, 25 anerkannte Meisterwerke wurden von der Jury, den Autoren dieses Buches, kommentiert. Das Buch besteht aus mehreren Kapiteln, welche unter dem Namen "Studien für Praktiker" zusammengefasst wurden. Zur selbständigen Lösung sowie zur spielpraktischen Übung werden solche Beispiele angeboten, die die echte "Kampfbedingungen" imitieren : dabei muss man interessante Aufgaben für beide Seiten lösen. Eigene Kapitel sind den Meisterwerken des bekannten österreichischen Komponisten Alois Wotawa sowie den Studien von verschiedenen Schachgroßmeistern (inklusive Weltmeistern) gewidmet.

Oleg Pervakov, Großmeister für Schachkomposition

Einleitung

Dieses Buch wird bestimmt allen Studienliebhabern eine große Freude bereiten. Hier ist nicht nur ein fast legendäres Studienturnier zu Ehren von Mark Dworetsky mit großartigen Kommentaren vorgestellt, sondern auch in drei weiteren Kapiteln viele brillante Studien aus der Sicht des praktischen Spielers.

Die ewige Frage, was Schach eigentlich ist, ist für Studienkomponisten leichter zu beantworten. Wenn Sie dieses Buch lesen, werden Sie hier sehr viele Studien finden, welche die strengsten ästhetischen Kriterien erfüllen und bestimmt auch zur Kunst gehören. Sie zeigen uns so viele unglaubliche Möglichkeiten des Spiels, einen so unbeschränkten Flug der Fantasie, dass ein dauerhafter Eindruck der Bewunderung und Begeisterung entsteht. Dabei kann sich der Leser beim Ausflug in die Welt der Studien keinen besseren Reiseführer vorstellen als Oleg Pervakov, einer der bedeutendsten Studienkomponisten der Gegenwart.

Und noch dazu liegen diese Studien sehr nah am praktischen Spiel, weswegen der aufmerksame Leser viel davon lernen kann: Angriff und Verteidigung, Endspiel, taktisches Sehvermögen und Variantenberechnung werden in diesem Buch stark gefördert. Mein Schachtrainer und der zweite Autor dieses Buches Mark Dworetsky benutzt wahrscheinlich wie kein anderer Studien im Training. Er hat bereits in der "vor Computer"-Zeit eine große Stellungskartei mit mehreren tausenden verschiedenen Übungen erstellt Diese Übungen sind auch nach verschiedenen Themen sortiert und werden sehr aktiv im Training genutzt. Dabei spielen auch die Studien eine wichtige Rolle. Einige Studienstellungen muss man von Anfang bis zum Ende berechnen. Andere darf man mit einem Trainer oder gegen einen Trainingspartner ausspielen. Dabei trainiert man sich in echten Kampfbedingungen, muss viele schwierige Entscheidungen treffen und die Zeit für die ganze "Partie" richtig verteilen, da wir oft nicht genau wissen, wo der kritische Moment liegt.

Das Buch ist für ambitionierte Schachspieler sehr gut geeignet, sowie für Trainingseinheiten im Schachverein oder mit einem Freund. Probieren Sie die Studien zu lösen, aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie nicht alle Stellungen knacken können! Auch ein guter Versuch hat viel Wert (Ich empfehle die eigenen Lösungen zu notieren und danach die Varianten mit dem Buch zu vergleichen).

Obwohl in den meisten Stellungen Weiß am Zuge ist, gibt es im Buch auch ein paar Ausnahmen. Die Schreibweise der Spieler- und Komponistennamen entspricht der Standardschreibweise von Chessbase Datenbanken, damit man weitere Studien von Komponisten dort leichter finden kann. Ich wünsche den Lesern viel Spaß beim Lesen, Lösen und Ausspielen!

Schachgroßmeister Artur Jussupow

Weitere Informationen
Gewicht 700 g
Hersteller Jussupow
Breite 16,5 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2009
Autor Mark DworetskiOleg Pervakov
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-13 9783933365149
Seiten 256
Einband gebunden

006 Vorwort

007 Einleitung

009 1. Studienturnier 010M. Dvoretsky Studien für Datenbank

030O. Pervakov , M. Dvoretsky Ergebnisse des Wettbewerbes

063 2. Zwei Studienthemen 064O. Pervakov Falscher Läufer

074O. Pervakov Fünftes Rad am Wagen

097 3. Training 098M. Dvoretsky Studien von Wotawa

122M. Dvoretsky Herausforderung zum Duelle

195 4. Von Steinitz bis Morozevich 196 O. Pervakov Studien von Praktikern

197O. Pervakov Auf der Spitze des Olymps

212O. Pervakov Großmeister-Komponisten

5. Anhang 251 Verzeichnis der Komponisten

253 Verzeichnis der Partien

254 Zeichenerklärung

Für die Besprechung dieses Werkes habe ich mir besonders viel Zeit genommen.

Der rote Faden dieses Buches sind natürlich die Schachstudien selbst, die einzelnen Kapitel aber erscheinen eher wie einzelne Fächer in einer Besteckschublade. Wie dort Gabeln, Messer und Löffel Bestandteile des Besteckes sind, sich aber deutlich voneinander unterscheiden, so ist es auch um die Kapitel dieses Werkes bestellt.

Im ersten Kapitel, "Studienturnier", stellt Dvoretsky die Bedeutung von Studien generell für die Entwicklung der Spielstärke heraus, gibt Hinweise zur Nutzung und natürlich zahlreiche hoch qualifizierte Beispiele an die Hand. Das Beste sind hier natürlich diese Beispiele selbst. Die Vorstellung, dass diese im Werk, einem Kunststück im Zirkus ähnlich, einfach nur vorgeführt werden, um zu unterhalten, wäre völlig abwegig. Jedes einzelne Beispiel wird von allen Seiten betrachtet, durchleuchtet, aus jedem Beispiel nimmt der konzentriert damit arbeitende Leser Wertvolles für sein eigenes Spiel mit. Ein weiterer Schwerpunkt des ersten Kapitels ist auf die Studien gelegt, die im Rahmen eines Wettbewerbs "Mark Dvoretsky - 60" von zahlreichen Teilnehmern beigetragen worden sind.

Das Kapitel 2, "Zwei Studienthemen", greift zwei exemplarische Gegenstände für Studien heraus, den Läufer im Endspiel und den Umgang mit einem eigenen Bauern oder einer eigenen Figur, die einem selbst im Wege steht. Hierzu meint Pervakov": Gewiss ist es eine schwere Aufgabe, sich nach 5-6 Stunden Spielzeit eine theoretische Stellung und vielleicht den einzigen Weg zum vollen Punkt zu erinnern. Hier müssen dann dem Schachspieler die Kenntnisse allgemeiner Methoden im fraglichen Endspiel und seine eigene Erfahrung zu Hilfe kommen. Man muss sich nicht alle einfachen theoretischen Stellungen merken, wenn man aufmerksam die grenzenlosen Möglichkeiten von Studien nutzt."

Wie wertvoll die Arbeit an Studien ist, wird durch diese Einschätzung deutlich. Indem der Spieler die Studie verinnerlicht, prägt er sich auch für das Vorkommen in der eigenen Partie ein, wie beispielsweise eine bestimmte Art von Endspiel zum Gewinn geführt wird. Sich alle Standardstellungen zu merken, dürfte für die meisten Spieler unmöglich sein. Der Gewinnweg aber geht in die eigenen Fähigkeiten über und kann dem Erinnerungsvermögen auf die Sprünge helfen.

Das dritte Kapitel trägt die Überschrift "Training". Es beginnt mit einer gewaltigen Herausforderung. Dem Leser werden 35 Ausgangsdiagramme aus dem Schaffen des österreichischen Problemkünstlers Alois Wotawa zum Lösen präsentiert. Alle diese Aufgaben haben es in sich. Der Leser sollte sich intensiv mit jedem einzelnen Problem befassen, ohne dabei eine Engine mitlaufen zu lassen. Inwieweit er die Probleme korrekt gelöst hat, erfährt er im Anschluss an die einzelnen Aufgabenstellungen.

"Herausforderung zum Duelle" ist der zweite Schwerpunkt des Kapitels. Hier geht es Dvoretsky um Studien, die zum Ausspielen geeignet sind. Schüler gegen Lehrer, Freund gegen Freund, Spieler gegen Computer - diese Beispiele simulieren die Aufgabe am Wettkampfbrett. Insbesondere die Fähigkeit zur Variantenberechnung wird von diesen Übungen stark profitieren.

Das vierte Kapitel, "Von Steinitz bis Morozevich", enthält wertvolles Studienmaterial etlicher bekannter Meister des praktischen Spiels und macht ihnen mit der Darstellung auch eine kleine Aufwartung.

"Studien für Praktiker" wird mit einem festen Einband und qualifizierter Bindung ausgeliefert. Das dekorative Umschlagbild verschönert jedes Bücherregal.

In meinen Augen ist "Studien für Praktiker" ein erstklassiges Werk, das sowohl die Spielstärke klar heben wird als auch nett unterhält. Ich sehe es besonders als Werk für die kalte Jahreszeit. Lange Winterabende mögen die Zeit geben, um von dieser Spitzen-Arbeit zu profitieren. Dieses Werk verlangt Zeit! Welchen Lohn verspricht Jussupow in seiner Einleitung? "Angriff und Verteidigung, Endspiel, taktisches Sehvermögen und Variantenberechnung werden in diesem Buch stark gefördert." Nach der langen und intensiven Befassung mit diesem Werk kann ich diese Aussage nur bestätigen.

Mit freundlicher Genehmigung

Uwe Bekemann, Deutscher Fernschachbund

www.bdf-fernschachbund.de

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Viele Schachspieler haben eine natürliche Scheu vor dem Problem-Schach. Meist sind die Stellungen zu weit von der praktischen Partie entfernt, zu künstlich, obwohl gerade Studien insbesondere für das Endspiel in der Vorcomputer-Ära das Wissen enorm vermehrt haben.

Studien sind die Umsetzung von Schachwissen in ein reines, ästhetisches Konstrukt einer Schachposition - Poesie auf karierten Feldern.

Als kürzlich der russische Startrainer Mark Dworetski seinen 60. Geburtstag feierte, wurde ein internationales Studienturnier ausgeschrieben. Dies gab den Anlass für das jetzt nicht zufällig im "Jussupow Schachakademie Verlag" erschienene Buch "Studien für Praktiker". Der heute in Deutschland lebende ehemalige Spitzenspieler Artur Jussupow war Dworetskis Schüler und hat gemeinsam mit seinem Lehrer viele erfolgreiche Bücher realisiert.

Die auf 250 Seiten zusammengetragenen Studien sind Juwelen der Kompositionskunst. Alle 25 Preisträger des Jubiläumsturniers werden ausführlich gewürdigt. Dworetski hat gemeinsam mit Co-Autor und Kompositionsweltmeister Oleg Perwakow die Studien prämiert. Er begründet recht detailliert, warum er einen Preis vergeben hat, was die subjektiven Gründe seiner Auswahl waren und wo die Stärken und Schwächen lagen. Dworetski weiß, dass er nicht immer übereinstimmend mit den Kriterien einer Studien-Jury bewertet. Sein Augenmerk wendet sich nicht den formalen Aspekten zu, ihm ist vor allem die Praxisnähe wichtig. Und hierin unterscheidet sich der Band vielleicht am deutlichsten von anderen dieser Art.

Dworetskis Stärke, auf der sein Erfolg als Trainer beruht, hängt u.a. mit der Fähigkeit zusammen, seinen Schülern die richtigen Beispiele zu präsentieren. Sie folgen dem Anspruch, dem Eleven einen höchstmöglichen Wissensgewinn zu vermitteln. In seiner über 30 Jahre währenden Trainertätigkeit gehören deshalb Studien seit jeher zu seinen Lernmaterialien.

Für Schachtrainer ist "Studien für Praktiker" eine Fundgrube. Das Buch zeigt, wie man Studien am besten zum Training einsetzt. Manche lassen sich erst nach einem "Beschnitt", also dem Weglassen der ersten Züge, gut benutzen, weil der Fokus auf einen bestimmten wichtigen Moment entscheidend ist. Andere sehr komplizierte und langwierige Studien eignen sich zum Ausspielen zwischen zwei Schülern, weil sie zahlreiche wichtige Elemente enthalten. Das Ausrechnen solch komplexer Aufgaben bis zum Ende hält Dworetski für praxisfern. In der Partie muss ein Spieler eben auch kurzfristige, intuitive Entscheidungen fällen, die im Einklang mit der Zeitökonomie stehen.

In zwei weiteren Kapiteln stellt Oleg Perwakow eine Studien-Sammlung zu zwei wichtigen Endspiel-Motiven vor. Zum einen wird das Thema Randbauer mit falschfarbigem Läufer behandelt, zum anderen unter dem Titel "Das fünfte Rad am Wagen" Räumungsopfer. Eine Studie zu einem speziellen Thema vereint oft mehrere wichtige Motive. Die Kenntnis solcher Beispiele kann oft ergiebiger sein, als eine systematische Darstellung, da man sich für einen Endspieltyp relativ wenige zentrale Stellungen merken muss.

Dworetski stellt in einem weiteren Kapitel den österreichischen Komponisten Alois Wotawa vor, dessen Lieblingsthema der Mattangriff war. Die Stellungen sind teilweise sehr kompliziert, variieren aber in reizender Weise ein bekanntes Thema - Aufgaben, an denen man sich mit viel Gewinn abarbeiten kann.

Schließlich endet das Buch mit einer Auswahl von Kompositionen der Weltmeister und Topspieler, die nicht selten wichtige Erkenntnisse zum praktischen Schachwissen beitrugen.

Das Buch ist gut gebunden und zu einem sehr guten Preis erhältlich, was über die gelegentlich auftretenden orthographischen Fehler hinwegsehen lässt. Die kenntnisreiche Auswahl der Autoren macht das Buch sowohl ästhetisch als auch nützlich. Sehr empfehlenswertes für Studien-Liebhaber, ambitionierte Schachspieler und nicht zuletzt für Schachtrainer.

Mit freundlicher Genehmigung

Harry Schaack, KARL 1/2009