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The Pirc: Move by Move

256 Seiten, kartoniert, Everyman, 1. Auflage 2016

Aus der Reihe »Move by Move«

21,95 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
This series provides an ideal platform to study chess openings. By continually challenging the reader to answer probing questions throughout the book, the Move by Move format greatly encourages the learning and practising of vital skills just as much as the traditional assimilation of opening knowledge. Carefully selected questions and answers are designed to keep you actively involved and allow you to monitor your progress as you learn. This is an excellent way to study any chess opening and at the same time improve your general chess skills and knowledge.

The Pirc Defence is a dynamic counter-attacking option for Black. The initial strategy is to allow White to construct an impressive-looking pawn centre, but the plan is to attack this centre later on with both pieces and pawns, with the ultimate aim of destroying it completely. This ambitious and provocative approach by Black carries some risk but it can often lead to rich rewards, and the Pirc has always been popular among players who are aiming for more than just dry equality. In this book, Grandmaster Nigel Davies invites you to join him in a study of the Pirc Defence and its many variations. He shares his experience and knowledge with the opening, provides repertoire options for Black, offers answers to all the key questions and tells you everything you need to know about playing the Pirc Defence.

·Essential guidance and training in the Pirc
·Written by a renowned Pirc expert
·Utilizes an ideal approach to chess study

Nigel Davies is a grandmaster and former British Open Rapidplay Champion. He’s a highly regarded chess teacher and the author of many successful chess books.
Weitere Informationen
EAN 9781781943205
Gewicht 460 g
Hersteller Everyman
Breite 17,1 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2016
Autor Nigel Davies
Reihe Move by Move
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-1781943205
Seiten 256
Einband kartoniert
003 About the Author
005 Series Foreword
006 Bibliography
007 Introduction
009 1 Austrian Attack with 6 Bd3
050 2 Austrian Attack Alternatives
078 3 Lines with Bg5
100 4 Lines with Be3
154 5 Classical Lines
185 6 Fianchetto Lines
199 7 Other Lines
219 8 Third Move Alternatives
233 9 Second Move Alternatives
249 Index of Variations
255 Index of Complete Games
Mit "The Pirc - move by move" hat Großmeister Nigel Davies sein erstes Werk in der "move by move"-Serie von Everyman Chess abgeliefert. Als Autor zahlreicher anderer Bücher, vor allem aus dem Bereich der Eröffnungen, und elektronischer Veröffentlichung ist ihm bereits hohe Anerkennung zuteil geworden.

Die über die Initialzugfolge 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 auf dem Brett entstehende Pirc-Verteidigung zählt in meinen Augen zu den Anfängen, die besonders gut in die genannte Buchreihe passen. Die Spielweise verlangt eine gute strategische Basis, der Anwender sollte sie von Grund auf kennen. Die Bücher aus dieser Serie richten sich in erster Linie an noch nicht sehr weit in ihrer Spielweise entwickelte Schachfreunde, die dann besonders von grundlegenden Aspekten in einem Eröffnungswerk erfahren sollten. Genau dies stellt Davies sicher. Er nutzt die Besonderheit in der Kommentierung der "move by move"-Bücher, die darin besteht, dass der Leser durchgehend und kontinuierlich mit Fragen und Übungsaufgaben konfrontiert wird, auf sehr gelungene Weise. So scheut er sich nicht, auch recht einfache Probleme aufzuwerfen, die dann aber doch erst mal von seinen tausendfachen imaginären Schülern gelöst werden müssen. Die Antwort bzw. Lösung enthält der sich unmittelbar anschließende Text.

Die Fragestellungen sind nicht selten so geschickt, dass sich der Leser recht offen mit einem Gegenstand auseinandersetzen muss und erst die nachfolgende Kommentierung den Kern der Problematik aufzeigt. In diesen Fällen sind es dann bisweilen auch unmittelbar die Ausführungen von Davies, die Grundlagenwissen als Replik auf die Überlegungen des Lesers liefern.

Etwas gibt es allerdings im Bereich der Fragen und Aufgabenstellungen, was mir persönlich nicht so zusagt. Mir gefallen die Bücher dieser Art besser, wenn die Leser nicht pseudo-emotional eingebunden werden, sondern es etwas nüchterner zugeht. Wenn ich den Anfang gleich der ersten Fragestellung mit "Oh my goodness, …" zitiere, wissen Sie, was ich meine.

Basis der Erörterungen sind 57 kommentierte Partien, die sich auf insgesamt neun Kapitel verteilen. Deren Überschriften und damit auch thematische Inhalte können Sie dem folgenden Ausschnitt aus dem Inhaltsverzeichnis entnehmen:

1 Austrian Attack with 6 Bd3
2 Austrian Attack Alternatives
3 Lines with Bg5
4 Lines with Be3
5 Classical Lines
6 Fianchetto Lines
7 Other Lines
8 Third Move Alternatives
9 Second Move Alternatives

Die Partien stammen überwiegend aus der Praxis der letzten Jahre; nur ausnahmsweise sind ältere Duelle abgebildet. Aus dem Fernschachbereich ist leider nichts dabei.

Davies erklärt und erläutert mustergültig. Er setzt intensiv auf Textanmerkungen und setzt Varianten bzw. Partiefragmente recht zurückhaltend ein. Der Leser, der einigermaßen in der englischen Sprache "unterwegs ist", sollte die Inhalte des Werkes gut aufnehmen können. Die Anforderungen an den Fremdsprachler möchte ich auf ein gutes Schulniveau taxieren.

Mit dem Knowhow zur Behandlung der Pirc-Verteidigung erhält der Leser zugleich auch den Grundstock an einem Basisrepertoire. Der durchschnittliche Vereinsspieler sollte allemal mit dem Stoff, den dieses Werk bietet, auskommen.

Ein Variantenindex am Ende des Buches hilft bei der Orientierung über die Inhalte hinweg und unterstützt den Leser auch bei der Zusammenstellung der Hauptlinien für ein eventuelles Repertoire.

Fazit: "The Pirc - move by move" ist ein gelungenes Werk aus der erwähnten Buchreihe von Everyman Chess. Die für ein Buch dieser Art gut geeignete Pirc-Verteidigung wird in ihren Grundzügen gut erläutert, der Spieler bis in den Leistungsbereich des Klubspielers wird von dieser Neuerscheinung aus 2016 profitieren können.

Uwe Bekemann, BdF
September 2016




In dem für seine erstklassigen Schachbücher bekannten Londoner Schachverlag Everyman-Chess ist vor kurzem in klarem Englisch mit Nigel Davies „The Pirc” ein weiteres Werk aus der bemerkenswerten Reihe move-by-move erschienen. Es reiht sich nahtlos in die bisher veröffentlichten Werke dieser Reihe ein. Der Autor, Großmeister, angesehener Trainer und Verfasser einer Reihe von herausragenden Schachpublikationen, hat die große Linie der move-by-move-Serie beibehalten, die durch ein durchgängig praktiziertes Frage-und-Antwort-Spiel charakterisiert ist. Dieses fördert die stete Aufmerksamkeit des Lesers und regt ihn zu aktiver Mitarbeit an. Als Lohn für seine Mühe wird der Leser den Charakter der Pirc-Verteidigung verinnerlichen, die dadurch gekennzeichnet ist, dem Weißen zunächst die Bildung eines starken Bauernzentrums zu gestatten, das durch den Hebel c5 attackiert wird. Zur Aufbereitung des Übungsmaterials bedient sich der Autor 57 Partien aus der Großmeisterpraxis vornehmlich der letzten beiden Dekaden und lasst dabei auch die Erfahrungen aus eigenen Partien einfließen. Besonderes Augenmerk richtet der Autor auf den für den Nachziehenden besonders gefährlichen „Austrian Attack”, gegen den er probate Gegenmittel anbietet.
Erfreulich an dem didaktisch gut aufbereiteten Werk, und auch damit setzt er das Konzept der move-by-move-Reihe fort, dass er seine Übungsinhalte nicht auf das Eröffnungsstadium beschränkt, sondern
Mittel- und Endspiel der Partien mit gleicher Gründlichkeit behandelt. Nicht unerwähnt sollten das gute Handling des Buches mit den als Lesezeichen nutzbaren verlängerten Cover-Deckeln sowie die übersicht-
liche Diagrammausstattung bleiben.
Fazit: Ein didaktisch gut aufbereitetes Werk und dem kampfeslustigen Schwarzspieler gegen 1.e4 besonders zu empfehlen.

Heinz Däubler
Neuer Tag Weiden
16./17.07.2016




Der englische Großmeister Nigel Davies ist ein Vielschreiber. Zuletzt veröffentlichte er nur deshalb weniger Bücher, weil er sich mehr auf den DvD Markt konzentrierte.
Darum bin ich bei seinen Werken immer etwas skeptisch. Einige waren in der Vergangenheit durchaus recht gut wie zum Beispiel "Play e4 e5!", das 2005 bei Everyman Chess erschien, andere machten mich als Käufer eher wütend wie zum Beispiel "Gambiteer 1", welches bei selbigem Verlag im Jahre 2007 herausgebracht wurde.
Nun konnte ich sein neuestes Werk "The Pirc-move by move" begutachten. Da er diese Eröffnung selbst schon regelmäßig gespielt hat, sind seine Empfehlungen sehr vernünftig. Er wählt gegen die Hauptvarianten dabei Abspiele, die nicht ganz so forcierten Charakter haben und wenn man diese mit Schwarz spielt, wird Weiß meist nicht auf seine ,wahrscheinlich eh schon spärlichen, Erfahrungen im Pirc setzen können. So hat man schnell einen kleinen praktischen und psychologischen Vorteil. Sein Buch ist vorrangig an Vereinsspieler gerichtet. Laut seiner Einleitung möchte er Ideen vermitteln und kein Repertoirebuch vorlegen. Dafür ist die Struktur, mittels vollständigen Modellpartien einen Einblick in die Welt der Pirc-Verteidigung zu zeigen, sehr gut geeignet.
Im ersten Kapitel geht es dann gleich zur Sache. Nach den typischen Pirczügen 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 möchte Schwarz mittels Lg7 erst einmal in Ruhe seine Figuren entwickeln und setzt darauf, das weiße Zentrum erst zu einem späteren Zeitpunkt zu attackieren. Das lädt den Gegner zu aggressivem Spiel ein. Schwarz hofft aber, dass Weiß sich dabei übernimmt und seine Stellung schwächt. Da ist es nur folgerichtig, dass GM Davies zuerst den Dreibauernangriff untersucht. In diesem spielt Weiß 4.f4 und möchte später einen Königsangriff starten. Nach 4. ...Lg7 5.Sf3 könnte Schwarz jetzt mit 5. ...c5 eine sehr verwickelte Stellung herbeiführen, aber Davies lässt Schwarz lieber rochieren, um dann nach 6.Ld3 Sa6 den Vorstoß c5 vorzubereiten. Nach 7. 0-0 c5 8.d5 Lg4 ist eine Grundstellung in diesem System entstanden. Davies zeigt hier sehr gut, wie man den weißen Angriff nach 9.De1 mit der Idee Dh4, f5, Lh6, Sg5 entkräften kann. Auch nach positionelleren weißen Ideen wie 9.h3 oder 9.a3 zeigt er Möglichkeiten zu schwarzem Gegenspiel auf. Komisch ist nur, dass er nach 9.a3, um Sb4 zu stoppen, 9. ...Sc7 10.De1 Lxf3 11.Txf3 e6 12.dxe6 eine Modellpartie zeigt, in der Weiß nach 12. ...Sxe6 mit 13.Th3 laut seines Kommentares entscheidenden Angriff bekommt, weshalb der Leser 12. ...fxe6 spielen soll. Noch komischer ist, dass seine Analyse, die auf Fritz zurückgehen soll, fehlerhaft ist, und laut meinem Fritz und Stockfish Ausgleich bedeutet, aber zuvor verbessert werden kann. Hier wurde wohl auf veraltetes Material zurückgegriffen. Warum er nicht einfach eine Modellpartie mit dem besseren Zug ausgewählt hat, ist mir schleierhaft. Die Bauernstruktur ist hier eine ganz andere und hätte mit mehr als einer kurzen Zugfolge erklärt werden müssen.
Ähnliches gibt es bei der zweiten wichtigen Variante, auf die ich ein wenig näher eingehen möchte. Nach den obigen Pirczügen kann Weiß auch mit 4.Le3 und der Idee der langen Rochade Schärfe in die Stellung bringen und versuchen, den passiv anmutenden schwarzen Aufbau anzurempeln. Hier wird für Schwarz 4. ...a6 empfohlen, was als solches sehr ordentlich aussieht. Leider wird die konkrete Variante nach 5.Dd2 b5 6.f3 Sbd7 7. 0-0-0 ausgespart, obwohl dies doch die eigentliche Idee ist. Stattdessen wird eine Partie mit 7.a4 angegeben, der viel ruhigere Ideen verfolgt und die Stellung in gänzlich andere Bahnen lenkt. In dieser steht Schwarz zeitweilig bedenklich, wieder muss der Leser am Ende auf kurze Varianten in den Kommentaren zurückgreifen. In diesen wird auch noch das aggressive 7.g4 genannt, aber nach der Empfehlung 7. ...Sb6 hat Herr Davies die einzige Partie herausgesucht, in der dann 8.Sd1 folgte. Stattdessen sieht 8.h4 oder 8.a3 nebst h4 viel eher nach typischen Ideen für Weiß in diesem System aus. Der Pircneuling, der nicht gerade über 1900 DWZ hat, ist hier etwas aufgeschmissen.
Weitere Probleme kann es nach 1.e4 d6 2.Sc3 geben. Hier soll man nämlich nach 2. ...Sf6 3.g3 g6 4.Lg2 Lg7 5.d3 0-0 6.f4 mit 6. ...c5 in einen geschlossenen Sizilianer übergehen. Das spiel wird dann überscharf und entspricht so gar nicht dem Geiste des restlichen Buches. Ich frage mich aber vor allem, was nach 1.e4 d6 2.Sc3 Sf6 3.f4 passiert. Nach 3. ...g6 4.Sf3 Lg7 5.Lc4 0-0 6.0-0 c5 sind wir plötzlich im sehr gefährlichen klassischen Grand Prix Angriff. Natürlich kann man jetzt sagen, dass so eh niemand spielt, aber der Rezensent dieses Buches spielte halt schon häufiger so und gewann meist recht schnell, weil man als Pircspieler meist nicht mit den Feinheiten dieses Antisizilianers vertraut ist.
Insgesamt hat das Buch viele sehr gute Variantenempfehlungen. Leider ist die Auswahl der Modellpartien etwas durchwachsen. Die Analysen erscheinen ebenfalls nicht ganz optimal und wirken hier und da veraltet. Ich kann das Buch daher vor allem als Ergänzung zu anderem Material zu dieser sehr flexiblen und unterschätzten Verteidigung empfehlen. Für den Einstieg kann man es vor allem dann verwenden, wenn man schon ein gewisses Schachverständnis besitzt, um auch ohne Modellpartie im Hinterkopf das Mittelspiel ideenreich zu spielen. 1900 DWZ sollten hier vorausgesetzt sein.

IM Dirk Schuh
Juni 2016
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