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LEMEDEND
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Endspieltraining nicht nur für Anfänger

226 Seiten, gebunden mit Leseband, Beyer, 2. Auflage 2014, Erstauflage 1998

9,95 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Jeder Schachlehrer betont, wie wichtig das Training des Endspiels ist. Selbst starke Spieler zeigen Schwächen in dieser Spielphase, so beging 1951 David Bronstein im Kampf gegen Botwinnik im Abschluß empfindliche Fehler und wurde deshalb nicht Weltmeister. Gängige Bücher über Endspiele sind leider oft langweilig, weil sie bei Mattsetzungen und elementaren Endspielen beginnen, der Leser ahnt kaum, wie spannend es in der Schlußphase zugeht.

Endspieltraining - nicht nur für Anfänger "erzählt" dagegen Endspielwissen. Nicht trockenes Buchwissen, sondern Episoden aus der Praxis werden vorgeführt, und zwar so gekonnt, daß auch erfahrene Spieler viel daraus lernen werden. Großmeister Edmar Mednis schildert, welche Methoden zum Erfolg führen oder wie man in Bedrängnis auf Remis spielt. Der bekannte Autor versteht sich darauf, Endspielwissen verständlich zu vermitteln, wie die Erfolge seiner früheren Bücher zeigen. Außer den nützlichsten Regeln für die unterschiedlichen Endspieltypen erfährt der Leser in den 34 Kapiteln auch etwas über Psychologie im Endspiel und darüber, wie man frühzeitig vorteilhafte Endspiele ansteuert.

Das Werk entstand in Form einer Artikelserie, welche in deutscher Sprache zwischen 1991 und 1996 in der Zeitschrift Schach-Report/Dt. Schachzeitung sowie im Schachspiegel erschien.

Weitere Informationen
Gewicht 560 g
Hersteller Beyer
Breite 15,5 cm
Höhe 22,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2014
Autor Edmar Mednis
Sprache Deutsch
Auflage 2
ISBN-13 978-3940417671
Jahr der Erstauflage 1998
Seiten 226
Einband gebunden mit Leseband
Diagramme 265

"Endspieltraining - nicht nur für Anfänger“ ist ein Klassiker im Reich der Schachbücher, der mir bislang entgangen war. Und nachdem ich das Buch über die Arbeit an dieser Rezension nunmehr kennen gelernt habe, kann ich es nur bedauern, nicht schon früher seine Bekanntschaft gemacht zu haben.

Jüngst erschienen ist es mit einer überarbeiteten dritten Auflage als Imprint des Schachverlag Ullrich im Joachim Beyer Verlag. Sein Autor ist der 2002 verstorbene Edmar Mednis, US-amerikanischer GM, der sich für mehrere gute Bücher als Verfasser verantwortlich gezeigt hat.

Zunächst ein paar Worte zum Konzept, das hinter diesem Werk steht. Hier hat sich der Autor nicht hingesetzt und mit dem Ziel gearbeitet, an einem roten Faden ausgerichtet ein Buch zu schreiben. Vielmehr ist es eine Sammlung von Artikeln, die in der Zeit von 1992 bis 1996 in der Zeitschrift Schach-Report oder im Periodikum Schachspiegel erschienen sind. Damit diese Sammlung erhalten blieb und einem weiteren Publikum zugänglich wurde, kam sie in Buchform auf den Markt.

Diese Artikel sind thematisch geordnet, sodass sie sich über insgesamt acht Teile, die man auch als Abschnitte bezeichnen könnte, verteilen. Diese Organisation gibt den Inhalten Ordnung, die dann so nicht gegeben wäre, wenn das Material einfach nur chronologisch eingebunden worden wäre. Dem Leser ergibt sich so die Möglichkeit, leichter sehr gezielt mit dem Werk zu arbeiten, indem er es sich abschnittsweise vornimmt und sich so insgesamt den 34 Kapiteln widmet.

Wenn ich von "Arbeit“ mit dem Werk spreche, dann laufe ich Gefahr, einen falschen Eindruck zu vermitteln. Natürlich lässt sich mit "Endspieltraining - nicht nur für Anfänger“ gezielt die eigene Endspielführung trainieren und verbessern, somit also effektiv mit dem Werk arbeiten, das Ganze artet aber nicht wirklich in Arbeit nach deren Wortsinn aus. "Endspieltraining - nicht nur für Anfänger“ zählt zu jenen Büchern, die ich als die unterhaltsamsten im Sektor der Schachliteratur und dort im Bereich der Schulung und des Trainings kennen gelernt habe. Weil es so angenehm geschrieben ist, mochte ich es nicht gerne zur Unterbrechung der Vorbereitung meiner Rezension aus der Hand legen. Als Leser hat man das Gefühl, an einer Plauderei teilzunehmen, über die Dinge in die eigene Erinnerung zurückgerufen werden oder über die man von neuen Gedanken bzw. Erkenntnissen überrascht wird.

Bevor ich ein paar Worte darüber verliere, wie ich mit dem Buch umgegangen bin, möchte ich kurz als Extrakt aus dem Inhaltsverzeichnis die acht Teile bzw. Abschnitte, die ihrerseits dann die 34 Kapitel beherbergen, aufführen:

Teil 1: Psychologische Faktoren

Teil 2: Fragen und Antworten zur Endspielpraxis

Teil 3: Grundlagen der Springerendspiele

Teil 4: Was man von Leichtfigurenendspielen wissen muss

Teil 5: Eine Frage der Technik

Teil 6: Vom Wert der Doppelbauern

Teil 7: Spezielle Erkenntnisse - und wie man sie nutzt

Teil 8: Hochentwickelte Endspielstrategien.

Ich habe mich mit dem Buch befasst, ohne ein Brett zu Hilfe zu nehmen oder mich an den PC zu setzen. Der erfahrene Spieler kann es durcharbeiten, ohne ein entsprechendes Hilfsmittel einzusetzen. Dies ist nicht etwa eine Aussage, die einen geringen Schwierigkeitsgrad der behandelten Endspiele andeuten soll, sondern das Ergebnis einer Beispiel gebenden Veranschaulichung seitens des Autors. "Endspieltraining - nicht nur für Anfänger“ enthält sehr viel Text und Diagramme in einer knappen, für den erfahrenen Spieler aber ausreichenden Anzahl. Sie reichen aus, um diesem das fortlaufende "Nachjustieren“ der Vorstellungskraft zu ermöglichen. Dabei hilft natürlich der Umstand, dass sich das Werk der Endspielführung widmet und so regelmäßig relativ wenige Steine auf dem Brett sind. Ginge es um Aspekte des Mittelspiels, wäre die Zahl der Diagramme für einen Spieler meines Formats zu niedrig.

Dem Titel nach richtet sich das Werk nicht nur an den Anfänger, in der Schlussfolgerung daraus an diesen aber besonders. Nach meiner Einschätzung hat der absolute Neuling im Schach mit diesem Werk nicht das in der Hand, was er am dringendsten braucht, nämlich ein Lehrbuch, das ihm Spielweisen zur Endspielführung in komprimierter Form vermittelt, bis hin zu ganz spezifischen Techniken. "Endspieltraining - nicht nur für Anfänger“ ist aber eher ein Buch zur Anwendung des Endspielwissens, es soll dieses zu trainieren helfen. Der Anfänger sollte sich mit seinem Können mindestens schon im unteren Leistungsbereich des Klubspielers bewegen, um wirklich von dem Buch profitieren zu können. Nach oben hin kann ich keine Grenze erkennen, wenn ich mal den Bereich der Titelträger oder knapp darunter ausnehmen darf.

Der Schwerpunkt der Behandlung aller Endspiele im Buch trägt einen strategischen Charakter. Zunächst werden die Merkmale einer Stellung ganz genau untersucht. Die Planung des Vorgehens schließt sich an, wobei diese sich sowohl auf das Erreichen des Sieges als auch die Rettung einer Partie ausrichten kann. Hierbei kommen dann auch die Techniken etc. zum Einsatz, die sich der Spieler regelmäßig über Endspiel-Lehrbücher verschafft. In der Art und Weise, wie Mednis seine Überlegungen präsentiert, hat man das Gefühl, als seien die Analyse und die Planung der Spielführung die einfachsten Sachen von der Welt. Dies unterstreicht die Verständlichkeit, mit der Mednis arbeitet, und die Nachvollziehbarkeit seiner Aussagen.

Auf das jeweilige Beispiel bezogene, aber verallgemeinernd formulierte Lehrsätze weiten den Nutzen der Behandlung auf ähnliche Stellungstypen aus.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt, den Mednis immer wieder anspricht, ist die Frage, wie man aus einer aktuellen Position heraus eine Endspielstellung erreicht, die den gewünschten Erfolg ermöglicht. Auch für die Praxis des Fernschachspielers sind diese Ressourcen wichtig.

Nicht geprüft habe ich, ob alle Stellungen, gemessen an den Tablebases, in einer optimalen Zugfolge abgewickelt werden. Selbst wenn dies im Einzelfall nicht so sein sollte, würde es den Wert des Werkes nicht beeinträchtigen, da es um die Analyse und Spielführung als solche und nicht um einzelne Züge geht.

Das Buch trägt einen festen Einband mit qualifizierter Bindung, ein Lesebändchen erleichtert das Wiederfinden einer bestimmten Passage auf einfache Weise.

Fazit: "Endspieltraining - nicht nur für Anfänger“ ist ein neu aufgelegter Klassiker, den ich (fast) jedem Schachfreund guten Gewissens zum Kauf empfehlen kann.

Uwe Bekemann, BdF

Juli 2014


REZENSION ZUR VORAUFLAGE:

Endspiellektionen auf gehobenem Niveau

Die enthaltenen 35 Kapitel, hier zu acht Themenkreisen zusammengestellt, erschienen zwischen 1992 und 1996 in der Zeitschrift Schach-Report und im Schachspiegel. Die Serie des New Yorker GM Edmar Mednis war unter den Lesern sehr beliebt.

Stefan Bücker